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Polit-Duell: Fuhrmann gegen Faymann

Sie ist 27, er 48. Sie ist Jugendsprecherin, er Spitzenkandidat. Sie ist schwarz, er rot: Silvia Fuhrmann und Werner Faymann treffen einander zum zweiten Politduell der Generationen (im vorigen Heft diskutierten SP-Abgeordnete Laura Rudas und VP-Chef Wilhelm Molterer). Wir wollten wissen: Wo vertreten sie ähnliche Interessen? Und wo werden sie nie einer Meinung sein? In WOMAN sprechen die beiden über Schwächen, Trumpfkarten und persönliche Grenzen im Wahlkampf.


Polit-Duell: Fuhrmann gegen Faymann
© Rudi Froese

Woman:  Herr Faymann, was kann Sie nach dem flotten Sprung an die Par­teispitze noch über­raschen?
Faymann:  Dass Jörg Haider für das BZÖ kandidiert.

Woman:  Frau Fuhrmann, womit kann man Sie dieser Tage erheitern?
Fuhrmann:  An meinem Geburtstag hat mich mein Freund mit einem Konzert von Sinéad O’Connor in der Staatsoper überrascht.

Woman:  Noch ein Monat Wahlkampf. Haben Sie sich eigentlich schon überlegt, wofür Sie sich in diesen Tagen keinesfalls hergeben?
Fuhrmann:  Ich trenne mein Privatleben vom beruflichen Alltag. Politiker sollten nicht daran gemessen werden, wer das schönere Wohnzimmer hat oder das modischere Sakko trägt.
Faymann:  Für Gehässigkeiten rund um die Themenbereiche Religion und Integration.

Woman:  Herr Faymann, Sie verkaufen sich als besonders glaubwürdig. Hand aufs Herz, wie authentisch sind Sie wirklich?
Faymann:  Ich habe mir vor­genommen, bei Wahlveranstaltungen so zu reden, wie ich mit Ihnen rede. Um eines nicht aufkommen zu lassen, was mich in der Politik von Jugend an gestört hat: wenn keine klare Linie erkennbar ist. Es ist wichtig, dass die Menschen wissen, wofür man steht, mit welcher Ernsthaftigkeit man etwas vertritt und wie man versucht, möglichst ohne Streitereien das eine oder andere durchzusetzen.

Woman:  Die VP fordert etwa „Ohne Deutschkurs kei-
ne Zuwanderung“. Wollen Sie damit die FP-Wähler gewinnen?
Fuhrmann:  Es ist unser Ziel, möglichst alle Wähler zu gewinnen ... Da geht es auch darum, dass Kinder mit Migrationshintergrund in einen Freundeskreis integriert werden, der sozusagen ursprünglich österreichisch ist.
Faymann:  Der Vorschlag der Frau Innenminister (Maria Fekter, VP) war aber nicht für einen Sprachkurs im Inland, den ich sehr unterstütze. Sie wollte, dass eine Familie schon im Ausland Deutsch lernt, um nachkommen zu dürfen! In vielen Ländern gibt’s ja gar nicht die Möglichkeit, einen solchen Kurs zu machen!

Fuhrmann (schießt zurück): Spanische Freunde haben früher ­gefragt: Was ist mit Haider los, seiner Ausländerhetze, die so populistisch betrieben wird? Genau die gleichen Fragen jetzt: Was ist mit der SP, wer ist der Faymann, was will der da?
Faymann:  Ich hoffe, Sie haben sie gleich aufgeklärt (lacht).

Fuhrmann:  Da gibt es schon Parallelen, die erschreckend sind, warum Sie da ins gleiche politische Eck gestellt werden. Das hat auch dieser Brief an die „Krone“ mit ausgelöst. Und da möchte ich Ihrer Frau ein Kompliment machen, die sich getraut hat zu sagen, dass das ein Fehler war.

Lesen Sie das ganze Duell im aktuellen WOMAN