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Politikerin zur WM: Russinnen sollen keinen Sex mit nicht-weißen Männern haben

Frauen sollen während der Fußballweltmeisterschaft Sex mit nicht-weißen, ausländischen Männern vermeiden, so die russiche Politikerin Tamara Pletnyova.

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Fußball-WM
© 2018 Getty Images

Die Männerfußball-Weltmeisterschaft 2018 ist gestartet und hunderttausende Fans aus 31 Nationen reisen nach Russland um ihre Mannschaft bei den Spielen zu unterstützen. Aber willkommen dürften sich dabei wohl nicht alle fühlen.

Denn die parlamentarische Vorsitzendes des Komitees für Familie, Frauen und Kinder, Tamara Pletnyova warnt in einem Radio-Interview ausdrücklich russische Frauen davor, Sex mit diesen Fans zu haben - wenn sie "einer anderen Rasse angehören".

"Es wird Mädchen geben, die Männer treffen und dann werden sie Kinder kriegen. Vielleicht heiraten sie, vielleicht nicht. Aber die Kinder werden leiden, so wie die Kinder nach den olympischen Spielen gelitten haben" so die 70-Jährige.

Die Politikerin bezieht sich damit auf die sogenannten "Kinder der Olympiade", die nach den Spielen in Moskau 1980 geboren wurden und die zahlreiche Diskriminierungen erleben mussten aufgrund ihrer Hautfarbe. Damals gab es im Land kaum Zugang zu Verhütungsmitteln und so stieg die Zahl der alleinerziehenden Mütter neun Monate danach signifikant, da diese zuvor Beziehungen oder Affären mit Besuchenden aus Lateinamerika, Afrika oder Asien hatten.

"Denn es ist eine Sache, wenn die Eltern der gleichen Rasse angehören. Aber es ist eine andere, wenn es verschiedene Rassen sind. Wir sollten unsere eigenen Kinder gebären" plädiert die Politikerin.

Dabei schien sie - neben dem Umstand, dass wir im Jahr 2018 leben und niemand Angst vor interkontinentalen, sexuellen Verstrickungen haben muss - absichtlich zu ignorieren, dass mittlerweile der Zugang zu Kondomen und anderen Verhütungsmitteln im ganzen Land möglich wäre. Theoretisch - denn praktisch hat Russland aktuell ein massives Problem mit grassierenden Geschlechtskrankheiten: Die riesige Nation kämpft mit einer HIV-Epidemie und hat unter anderem die höchsten Zahlen an Neuansteckungen weltweit - vor allem zwischen heterosexuellen Paaren.

Trotz dieser mehr als fragwürdigen Aussagen bestreitet Pletnyova, dass ihre Aussagen nationalistisch geprägt wären. Bedauerlicherweise scheint sie nicht einmal zu erkennen, dass sie mit ihren Worten die Vorurteile, vor denen sie die Kinder doch vorgeblich schützen will, nur verstärkt.

Themen: Report, Fußball