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Schluss mit der Pollen-Allergie: Luftreiniger für zuhause im Test

Ein Knopfdruck und die Symptome der Allergie verschwinden? Genau das versprechen Luftreiniger! Aber funktioniert das wirklich so einfach? Wir haben eines der führenden Modelle getestet.

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Schluss mit der Pollen-Allergie: Luftreiniger für zuhause im Test
© iStockphoto.com

Alle Allergiegeplagten kennen das nur zu gut: "Juhuuu - endlich Frühling!" Um dann im nächsten Moment zu merken: "Verdammt - da war ja noch was im Frühling!"

Die Freude über das warme Wetter, die ersten Sonnenstrahlen und das Blühen der Bäume ist also nur kurzzeitig. Denn gleichzeitig bedeutet das den Start für die Pollen-Allergiesaison. Immer mehr Österreicherinnen und Österreicher leiden unter einer oder mehreren Allergien – mehr als ein Drittel der Bevölkerung ist mittlerweile betroffen.

Luftreiniger: Durchatmen auch in der Allergie-Saison

Was viele nicht wissen: Auch die Raumluft in den eigenen vier Wänden ist mit Pollen, Allergenen und Luftschadstoffen belastet, sogar zwei- bis fünfmal mehr als die Außenluft. Mit bis zu 24.000 Atemzügen pro Tag, kann die Luft in unseren Wohnungen unsere Gesundheit beeinflussen und ist ein wesentlicher Faktor bei Allergien, Asthma und Atemwegserkrankungen.

Denn wenn Allergene durch Lüften zwangsläufig auch in geschlossene Räume gelangen, können sie länger Probleme bereiten, da diese durch Luftumwirbelungen (Kinderlaufen, Staubsaugen etc.) länger in der Luft sind. Dies kann dazu führen, dass man zu Hause sogar über die Pollensaison hinaus mit den Beschwerden zu kämpfen hat. Zuhause möchte man sich jedoch wohlfühlen, sich vom Arbeitsalltag ausruhen. Das eigene Zuhause spielt schließlich eine wichtige Rolle, wenn es um das Wohlbefinden geht.

Luftreiniger versprechen hierfür quasi im Handumdrehen eine bessere Luftqualität, frei von Allergenen und Schadstoffen – damit wieder frei durchgeatmet werden kann. Aber kann dieses Versprechen auch gehalten werden? Wir haben's getestet!

Im Test: Philips AC2887/10 Luftreiniger (für Allergiker, bis zu 79 m²)

Die Philips Luftreiniger versprechen 99,97 Prozent der ultrafeinen Partikel und luftübertragenen Allergene wie Pollen, Staub, Schimmel und mehr aus der Luft zu entfernen. Auch eine Studie von ECARF, einer der weltweit führenden Organisationen in der Allergieforschung, bestätigt, dass bei Pollenallergie mit dem Philips Luftreiniger deutlich weniger Symptome einer Pollenallergie (Niesen, rote Augen, juckende Nase etc.) auftreten.

Saubere Luft für zuhause zur Linderung der Pollen-Allergie? Ja bitte!

Und da steht es nun bei mir zuhause das kleine, weiße Helferlein, das mir den Frühling endlich mal erträglich machen soll. Dank massiver Pollenallergie leide ich im März sowie April meist unter Schnupfen, Husten, juckendem Gaumen sowie geschwollenen Augen bis zur Bindehautentzündung. Wird der Luftreiniger all das verschwinden und mich ruhig schlafen lassen können?

Zunächst sei gesagt: Die "Installation" ist denkbar einfach. Laut Gebrauchsanweisung wird zunächst ein bisschen Plastik aus dem Innenleben entfernt, damit die Filter - welche alle paar Wochen unter fließendem Wasser gereinigt werden sollen - auch wirklich arbeiten können. Ebenso die Einstellungen sind leicht zu verstehen - abgesehen davon, dass es gar nicht so viele Knöpfe zur Bedienung gibt.

Ich aktiviere also meinen kleinen Roboter - denn ein bisserl erinnert mich mein neuer Hausgenosse an den freundlichen "Droiden" R2-D2 aus "Star Wars" - im Allergie-Modus und warte gespannt, was passiert. Ein sanftes Brummen beginnt, das Gerät analysiert die aktuelle Luftqualität und passt dementsprechend auch die Intensität seiner Arbeit an: Bei geringer Belastung durch Staub, Pollen und Co surrt der Luftreiniger leise, je mehr Verschmutzung es gibt, desto lauter und fleißiger wird gefiltert. Der Grad der Verschmutzung wird außerdem farblich angezeigt - wobei die rote Stufe durchaus ein ganz klein bisschen bedrohlich wirkt. Umso beruhigender jedoch, wenn das Gerät sich dann auf den blauen Normalzustand herunter arbeitet.

Diese Beleuchtung lässt sich jedoch auch deaktivieren, damit man nachts ungestört schlafen kann. Und auch die Geräuschkulisse kann im Ruhemodus verringert werden. Mich jedoch hat diese nicht allzu sehr gestört, obwohl ich den Luftreiniger direkt neben meinem Bett platziert hatte. Sehr sensible Ohren sollten bei Bedarf vielleicht zu Ohropax greifen oder das Gerät vor dem Schlafengehen ausschalten.

Mein Fazit zum Luftreiniger von Philips:

Die Symptome meiner Allergie sind nicht komplett verschwunden, aber es war definitiv eine Verbesserung und Erleichterung zu spüren - so musste ich beispielsweise auch weniger Medikamente nehmen. Und alleine das Wissen, wenn ich jetzt auf diesen Knopf drücke und mein neuer Freund verschlingt dann all die bösen Pollen in meiner Wohnung, war schon ein großes Plus für meine in dieser Zeit doch eher angeschlagene Stimmung...

Philips AC2887/10 Luftreiniger um 289,99 Euro.

Wir haben zu dem Thema zudem Dr. Georg Brunner, Pneumologe und Co-Leiter der lungenfachärztlichen Gruppenpraxis „Lungenzentrum Wien 19“ befragt:

„Ein Drittel der Österreicher leidet unter Allergie“ – noch höhere Dunkelziffer wird vermutet

Gerade im Frühjahr werden viele von Allergenen geplagt, auch die diesjährige Heuschnupfensaison hat bereits begonnen. Häufig entsteht der Eindruck, dass es in den letzten Jahren eine kontinuierliche Zunahme an Allergien gibt. Ist dieser Eindruck richtig?
Dr. Brunner: Ja, der Eindruck stimmt. Dies hat wohl verschiedene Ursachen. Einerseits haben sich unsere Lebensgewohnheiten verändert (Essgewohnheiten, mangelnde Bewegung, vermehrter Aufenthalt in geschlossenen Räumen, Haare waschen). Andererseits spielt die Umweltverschmutzung sowie die Wetterverhältnisse eine Rolle. Zusätzlich fällt dann auch noch die Genetik ins Gewicht. Sind (Groß)Eltern Allergiker, werden (Enkel)Kinder mit großer Wahrscheinlichkeit auch Allergien entwickeln. Allerdings führen die häufigere Abklärung und das allgemeine Wissen der Menschen über Allergien auch zu einem vermeintlichen Anstieg der Allergien.

Immer längere Allergie-Saisonen?

Stimmt es, dass die Allergiesaison immer früher beginnt und durch neue Allergene auch länger dauert? Was ist die Ursache dafür?
Dr. Brunner: Durch die sich ändernden Wetterverhältnisse kommt es zu verlängerten Allergiesaisonen, selbstredend kommt es auch z.B. durch Verbreitung von Pflanzen zu neuen Allergenbelastungen, die den Menschen neue Beschwerden bereiten können. Grundsätzlich ist wohl die Allergenbelastung (der Luft) ausschlaggebend für die Beschwerden. Aber auch durch die Umwelt(verschmutzung), Wetter oder Lebensgewohnheiten können Beschwerden bedingt sein.

Welche sind die häufigsten Allergene?
Dr. Brunner: Wenn man unsere Patienten, die sehr viele verschiedene Allergie haben, fragt, werden die meisten Beschwerden durch Baum- und Gräserpollen verursacht. Inzwischen habe ich aber das Gefühl, dass Beschwerden durch die Hausstaubmilbe und auch Kräuterpollen in den letzten Jahren zugenommen haben.

Allergien gehören zu den häufigsten chronischen Erkrankungen. Wie viele Personen in Österreich leiden unter Allergien?
Dr. Brunner: Die Zahlen der letzten Jahre geben unterschiedliche Auskünfte. Meines Erachtens haben in Österreich bis zu einem Drittel aller Menschen Beschwerden durch Allergien. Hier gibt es aber wohl eine höhere Dunkelziffer, da viele Menschen bestimmte Symptome nicht auf Allergien zurückführen.

Sind davon eher Kinder oder Erwachsene betroffen?
Dr. Brunner: Ich würde meinen, dass Kinder und Erwachsen gleichermaßen betroffen sind. Bei Kindern kommt es jedoch aufgrund der Beschwerden schneller zu einem Arztbesuch.

Es ist Frühling, die Temperaturen steigen und zu Hause wird wieder häufiger und länger durchgelüftet. Wie lange halten sich Pollen, Gräser und Feinstaub in der Luft, wenn sie in den eigenen vier Wänden ist?
Dr. Brunner: Wenn Pollen durch Lüften zwangsläufig auch in geschlossene Räume gelangen, können sie länger Probleme machen, da diese durch Luftumwirbelungen (Kinder laufen, Staubsaugen etc.) von neuem in der Luft schweben. Dies kann dazu führen, dass man Beschwerden über die Pollensaison hinaus in den eigen vier Wänden hat.

Das heißt Menschen mit Allergien wird in Spitzenzeiten eher zu seltenerem Lüften geraten?
Dr. Brunner: Grundsätzlich ja. Dies ist wohl ähnlich zu sehen, dass schweren Birkenpollenallergikern geraten wird, eher nicht zur Blütezeit entlang einer Birkenallee laufen zu gehen.

In Allergie-Spitzenzeiten auf häufiges Lüften verzichten

Wie soll man prinzipiell mit Allergien umgehen?
Dr. Brunner: Ich glaube, dass man mit Allergie gut leben kann, jedoch sollte man sie nicht negieren oder (vor allem bei Kindern) nicht klein reden. Menschen mit Allergien sollten auch regelmäßig einen Lungenfacharzt aufsuchen um ein mögliches Asthma abzuklären.

Jeder Betroffene braucht individuelle Betreuung und Therapie

Welche nicht-medikamentöse Behandlungsformen können aus Ihrer Sicht in Betracht gezogen werden?
Dr. Brunner: Es gibt zwischenzeitlich jede Menge potenter Medikamente, ich glaube, dass man für jeden Menschen eine individuelle Betreuung und damit auch Therapie benötigt. Auch dadurch empfiehlt sich ein regelmäßiger Arztbesuch. Jedoch spielt die Kontaktvermeidung mit den reizenden Allergenen sicherlich eine wesentliche Rolle (Pollenschutzfilter, Luftreiniger, Lebensstil,..)

Welche gesundheitlichen Folgen hat eine fehlende Behandlung bzw. fehlende Vorsorge für Allergiker und Allergikerinnen?
Dr. Brunner: Im besten Fall kommt es zu keinen weiteren Folgen als den andauernden Beschwerden, allerdings weiten sich Allergien in der Regel aus und können zu deutlichen Beschwerden, auch der Lunge, führen.

Welche Rolle spielt das eigene Zuhause beim Thema Allergie? Ist die Luft in unseren Wohnungen von Haus aus sauberer als im Außenbereich?
Dr. Brunner: Zuhause ist immer ein wichtiges Thema, die Menschen möchten sich wohl fühlen, sich vom Arbeitstag ausruhen. Wenn hier ständig eine Reizung der Augen bzw. der Atemwege stattfindet ist dies unangenehm. Insofern spielen Allergien eine große Rolle für die eigenen vier Wände.

Kann Luft mit Hilfe von Luftreinigern und Luftwäschern wirklich von belastenden Allergenen und Luftschadstoffen gesäubert werden? Was halten Sie davon?
Dr. Brunner: Das Ziel ist es sicherlich, möglichst wenig der reizenden Allergene zu Hause zu haben. Meines Erachtens kann man grundsätzlich mit Luftreinigern/Luftwäschern gute Ergebnisse erzielen und das Wohlbefinden damit zu Hause steigern. Auch Pollenschutzgitter vor Fenster können hier Abhilfe schaffen.

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Im folgenden Video erfährst du ganz genau, wie ein Allergietest funktioniert:

© Video: WOMAN


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Thema: Allergien