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Innenstadtgeschäft schließt wegen Akademikerball

Traditionshaus Popp & Kretschmer schließt am Freitag, den 24.1. ab 15 Uhr seine Pforten aufgrund des Platzverbotes im ersten Bezirk und der befürchteten Demonstrationen.

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Popp & Kretschmer
© Juergen Hammerschmid - Popp & Kretschmer

Schon im Vorfeld gingen zum Akademikerball, der auch heuer wieder in der Wiener Hofburg stattfinden wird, die medialen und die emotionalen Wogen hoch. Aber die Aktionen, die die Polizei aktuell setzt, um die Demonstrierenden von den Ballbesuchenden zu distanzieren, sind demokratiepolitisch mehr als fragwürdig: Am Freitag, den 24.1. wird es ab 16.30 Uhr ein weitläufiges Platzverbot im ersten Bezirk rund um die Veranstaltung geben, das Recht auf öffentliche Versammlungen wurde eingeschränkt, Journalistinnen und Journalisten dürfen nur mit Akkreditierung und in polizeilicher Begleitung für eine halbe Stunde das Geschehen aus der Nähe begutachten und für die Bezirke 1-9 gilt strenges Vermummungsverbot. Das bedeutet, dass man sich innerhalb dieser Zone nicht an öffentlichen Orten aufhalten darf, wenn Gesichtszüge durch Kleidung oder andere Gegenstände verhüllt sind und so die Wiedererkennung verhindert wird. Darüber hinaus dürfen keine Gegenstände mitgenommen werden, die dazu dienen könnten, sich zu verhüllen. Also lieber nicht den Schal übers Gesicht ziehen, wenn es in der Nacht frostig wird!

Ab Freitag nachmittag ist die City closed - und damit selbst Traditionsgeschäfte wie Popp & Kretschmer, dessen Geschäft gegenüber der Oper in der Nähe der "Gefahrenzone" liegt.

"Laut Polizei ist aufgrund zu befürchtender Ausschreitungen anzunehmen, dass eine allgemeine Gefahr für Leben oder Gesundheit mehrerer Menschen entstehen kann, und Popp & Kretschmer möchte diese Umstände weder den Kundinnen und Kunden noch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort zumuten, so Geschäftsführer Dr. Rainer Trefelik. „Wir setzen damit auch ein Zeichen, dass man auf diese Art und Weise nicht mit dem innerstädtischen Handel umgehen sollte, wir befinden uns zwar mitten in der Ballsaison, sehen diesen Schritt aber leider als unumgänglich“.