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Pornhub: Rache-Porno lässt sich schneller löschen!

Endlich! Pornhub, die weltweit größte Porno-Seite, erleichtert es jetzt den Opfern von Rache-Pornofilmen, die Videos vom Netz löschen zu lassen.

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Pornhub: Rache-Porno lässt sich schneller löschen!

Rachepornos: Die Opfer gehen durch die Hölle (Symbolfoto)

© Getty Images 2011 AFP

Es ist nicht nur die Tatsache, dass man von einem Menschen, dem man vertraut, den man manchmal sogar geliebt hat, hintergangen wird. Es ist die öffentlich Demütigung, die Opfer von Rache-Pornos zerstören kann. Die Videos, die sie beim Sex zeigen, werden vom Ex auf einschlägige Webseiten geladen, dort millionenfach geklickt, geteilt und runtergeladen.

"Am schlimmsten," so erzählte die Journalistin Emma Houlton, die Opfer von Rache-Pornos wurde, "war das Wissen, dass sich wildfremde Menschen an mir aufgeilen. Oder mein Nachbar, mein Kollege, der Supermarkt-Kassierer. Ich habe mich kaum mehr vor die Tür getraut."

Trotz der sehr deutlichen Rechtsprechung (mit der Veröffentlichung ohne deine Einwilligung wird dein persönlicher Lebensbereich verletzt, der Täter macht sich strafbar) gelangen laut Experten jeden Tag bis zu 100.000 Bilder unerlaubt ins Web. Zu einer Anzeige kommt es selten. Vielen Frauen ist es einfach zu peinlich, wegen ihrer Nacktfotos die Polizei zu kontaktieren.

Pornhub: Rache-Pornos sind nun schnell gelöscht

Dazu kommt, dass die Entfernung der Videos oder Fotos ein mühsamer und langwieriger Prozess ist. Wenn der Täter sie nicht auf dein Verlangen selbst löscht, muss man sich an den Site-Betreiber wenden. Da die meisten Seiten, auf denen Rache-Pornos veröffentlicht werden, ihren Firmensitz in den USA haben oder nur langsam reagieren, mussten die Opfer oft monatelang auf Antwort warten. Bis dahin hatten sich die Clips bereits im Rest des Webs verbreitet. Andere Anbieter verlangten, dass die Opfer erst einen Scan ihres Personalausweises (!) mailten, ehe sie sich der Entfernung der Clips überhaupt annahmen.

Doch nun versucht eine der größten Porno-Webseiten der Welt, Pornhub.com (hat zusammen mit zwei anderen Adult-Seiten rund 100 Millionen Unique Clients im Jahr), den Opfern die Löschung der Videos zu vereinfachen – und ihnen ein gewisses Maß an Anonymität zuzugestehen.

Über dieses Online-Formular können die Opfer einfach unter Angabe ihres Namens und ihrer Mail-Adresse jene Videos melden, die ohne ihre Zustimmung hochgeladen wurden. Ist der Inhalt gemeldet, so verspricht Pornhub, wird er auch binnen weniger Stunden entfernt.

Pornhub -Vice President Corey Preis in einer E-Mail: "Wir haben erkannt, dass Rache-Pornos ein furchtbares Phänomen ist, das vor allem immer häufiger auftritt. Wir können nicht bei jedem Video prüfen, ob alle Beteiligten einen Vertrag zur Veröffentlichung unterschrieben haben – aber wir sehen es als unsere Pflicht an, den Opfern die Entfernung dieses Materials zu erleichtern."

Das ist zwar nett, doch das wirkliche Problem wird damit noch nicht gelöst: denn die Opfer müssen erst einmal herausfinden, dass ein Film mit ihrer Mitwirkung bereits hochgeladen wurde....

Thema: Porno