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Powernapping

Mittags zwischen 13:00 und 14.00 Uhr - das erste Tief! Schuld an der Büro-Müdigkeit ist der Biorhythmus. Powernapping kann helfen.


Powernapping
© Corbis Images

In Japan wird den Angestellten mittags ihr Powernapping gewährt. In Südeuropa hat die Siesta sowieso Tradition. Und sogar in vielen amerikanischen Unternehmen wird das kurze Mittagsschläfchen mittlerweile akzeptiert. In Österreich und Deutschland sieht das freilich noch anders aus: Powernapping, also das kurze Nickerchen gegen das Leistungstief, wird immer noch mit Faulheit gleichgestellt.

Gründe fürs Powernapping:

Dabei beweisen Studien, dass sich Powernapping positiv auf unsere Leistungs-, Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit auswirkt.
Obendrein verbessern wenige Minuten Schlaf das Kurzzeitgedächtnis und heben die Stimmung. Durch Powernapping produziert unser Körper nämlich vermehrt Serotonin, das Glückshormon .

Mehr als förderlich ist so ein kurzes Nickerchen auch für unsere Gesundheit. Studien belegen, dass das Herzinfarktrisiko um 37 Prozent sinkt, wenn man untertags mindestens drei Mal die Woche eine halbe Stunde schläft.

Für all jene die auf ihre Gewicht achten, ist Powernapping ebenfalls gut. Denn frisch und munter essen wir automatisch auch weniger. Müde steigt das Verlangen nach süßen und fettigen Lebensmittel hingegen an.

Die Regeln:

Mehr als maximal 30 Minuten Schlaf , sind nicht sinnvoll. Also einfach einmal zwei Stunden schlafen wäre die falsche Methode. Denn dann gelangt man in die Tiefschlafphase – der Biorhythmus gerät komplett durcheinander. Statt erholt zu sein wirkt die Müdigkeit dann nur stärker. 20 Minuten Schlaf reichen für den Frische-Kick zwischendurch völlig aus. Wer Sorge hat, dass er völlig verschläft: Einfach den Wecker stellen.

Die beste Zeit für den Power-Nap ist zwischen 13 und 14 Uhr. So lässt sich das Schläfchen gut in die Mittagspause integrieren. Entweder man legt den Kopf auf dem Schreibtisch ab, oder man lehnt sich einfach zurück. Wichtig ist nur, dass der Kopf abgestützt ist – sonst gibt es Nackenbeschwerden.

Gute Nachricht für alle, die Probleme haben, einfach einzuschlafen: Das lässt sich erlernen! Hilfreich sind dabei Enspannungstechniken wie autogenes Training, progressive Muskelentspannung und Yoga. Auf das Atmen konzentrieren. Klassische Musik kann helfen, die Geräuschkulisse um sich herum auszublenden. Um ungestört zu schlafen, sollte das Telefon ausgeschalten werden.

Übrigens: Das Powernapping hat keinerlei Auswirkungen auf deinen Nachtschlaf. Ganz im Gegenteil, durch einen Mittagsschlaf können Menschen mit Schlafstörungen durchaus profitieren.

Julia Esslinger