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Primal Eating: Was taugt die neue Trend-Diät?

Essen wie vor 10.000 Jahren: Wie sich "Primal Eating" von der Paleo-Diät unterscheidet, wie das Ernährungskonzept genau aussieht - und wie man damit abnimmt.

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Primal Eating: Was taugt die neue Trend-Diät?
© Instagram/TheWholeTara

Paleo liegt im Trend, seit Jahren schon. Die Idee: Wir sollten uns wieder so ernähren wie im Paläolithikum, der Altsteinzeit. Damals kannten die Menschen weder Getreide noch Hülsenfrüchte oder Milchprodukte.

Die These der "Paleoaner": Der menschliche Verdauungstrakt sei noch immer auf die Kost unserer Steinzeit-Ahnen ausgelegt. Lebensmittel, die erst durch Ackerbau oder Viehzucht hinzugekommen seien, würden dem Körper schaden und damit Übergewicht, Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen oder sogar Krebs begünstigen.

Auf genau diesem Prinzip setzt auch der neueste Diät-Hype auf: "Primal Eating", ein Ernährungskonzept, das sich ebenfalls an der ursprünglichen Form des Essens orientiert und eine Antwort auf den hohen Anteil an Zucker, Zusatzstoffen und raffinierten Lebensmitteln geben soll.

Primal Eating: Woher kommt der Trend?

Entwickelt wurde "Primal Eating" vom ehemaligen amerikanischen Profi-Sportler Mark Sisson. Dessen Buch "The Primal Blueprint" verkaufte sich gleich nach Erscheinen über 500.000mal und schaffte es damit auf die Bestseller-Liste bei Amazon US. Der völlige Verzicht auf Geschmacksverstärker, Emulgatoren oder Süßstoffe ist laut Sisson das Geheimnis hinter seiner Fitness und Gesundheit. "Primal Eating bedeutet auch "Clean Eating," so der ehemalige Triathlet. "Du führst deinem Körper nichts Künstliches zu, sondern nur gute, gesunde Grundprodukte."

Welche Nahrungsmittel sind beim "Primal Eating" erlaubt?

Verwendet werden nur unverarbeitete Lebensmittel. Die Basis und damit der wichtigste Bestandteil des Urzeit-Ernährungskonzeptes sind Proteine: Hochwertiges Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte und Eier. Zu den Proteinen gibt es viel Gemüse, pflanzliche und tierische Fette. Gekocht wird mit indischem Ghee, Butter, Oliven- und Kokosöl. Eine weitere wichtige Säule: Probiotische Lebensmittel, die den Darm unterstützen. Neben Sauerkraut, Kombucha oder Kimchi-Salat sind also auch Milchprodukte erlaubt! Aber: Milch sollte möglichst vollfett sein und, wenn das geht, direkt vom Bauern kommen. Achtung: Rohmilch sollte man ausschließlich zum Kochen verwenden oder vor dem Trinken auf 70 Grad Celsius erhitzen, da sie durch den fehlenden Pasteurisierungsprozess gefährliche Mikroorganismen enthalten kann.

Auch Kohlenhydrate darf man zu sich nehmen, aber nur in geringen Mengen.

Entscheidend ist beim "Primal Eating" auch, dass möglichst keine Zusatzstoffe und so gut wie kein Zucker in den Lebensmitteln steckt.

Wo sind jetzt die genauen Unterschiede zwischen Paleo Diät und Primal Eating?

Der größte Unterschied: Während Getreide und Hülsenfrüchte bei der Paleo-Diät tabu sind, ist es beim "Primal Eating" erlaubt. Allerdings müssen sie für eine höhere Nährstoffdichte erst gründlich eingeweicht werden. Dazu kommt, dass hier Kohlenhydrate erlaubt sind. Du darfst also zu deinem Weiderind-Steak durchaus auch Kartoffeln essen. Aber eben nur wenige.

Was wäre eine typische Primal Eating-Mahlzeit?

Ein Glas fermentierter Saft, ein Rührei mit Avocados ist ein typisches Frühstück. Auch ein Low Carb-Burger zu Mittag und Pokè Bowls eignen sich. Muscheln, Fisch Gemüse oder hochwertiges Fleisch mit Salat oder Gemüse-Beilage runden eine "ursprüngliche" Mahlzeit ab.

Kann man mit Primal Eating abnehmen?

Genau genommen handelt es sich bei Primal Eating nicht um eine Diät im herkömmlichen Sinne. Es geht nicht darum, Kalorien zu zählen. Nicht einmal das Abnehmen steht im Fokus, das geschieht eher nebenbei - wobei der Wunsch abzunehmen für viele der Einstieg ist. Doch der hohe Eiweiß-Anteil in Primal Eating-Gerichten unterstützt deine Fitness-Ziele optimal, denn bekanntlich helfen Proteine optimal beim Aufbau von Muskelmasse. Und diese verbrennt wiederum jede Menge Kalorien und lässt das überschüssige Fett dahinschmelzen.

Der Hauptgrund aber für den Gewichtsverlust ist der Verzicht auf raffinierte Kohlenhydrate und Zucker.

Wie gut ist Primal Eating wirklich?

Statt Fast Food und Lebensmittel voller künstlicher Zusatzstoffe ernährst du dich beim Primal Eating sehr gesund, da frei von Chemie und industrieller Verarbeitung, und außerdem im Gegensatz zu vielen anderen Diät-Konzepten auch ziemlich ausgewogen.

ABER: Um wirklich alles umzusetzen, musst du dich intensiv mit dem Ernährungs-Konzept auseinandersetzen, sehr bewusst einkaufen (am besten direkt ab Hof oder bei Bio-Lieferanten). Restaurant-Besuche sind mühsamer, weil du versuchen musst, konforme Gerichte zu finden, das Kochen wird aufwendiger. Es geht also nicht nur um eine Ernährungsumstellung – "Primal Eating" ist ein Lebenskonzept, das nicht für jederman taugt.

Thema: Diät