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Prinz William und seine Kate sind in Kanada von Separatisten ausgebuht worden

Prinz William und seine Ehefrau Catherine sind in Kanada zum ersten Mal mit Buh-Rufen empfangen worden. Am dritten Tag ihres ersten offiziellen Auslandsbesuchs protestierten Separatisten im französischsprachigen Quebec gegen die, wie sie es nannten, "königlichen Parasiten". Das Fernsehen zeigte mehrere Dutzend Demonstranten in Montreal. Sie fühlen sich als Frankokanadier unterdrückt und forderten die Ausrufung einer Republik Kanada. Einer trug sogar einen Holzpranger um den Hals mit der sarkastischen Aufschrift "Es lebe die Monarchie" - natürlich auf Französisch.


Prinz William und seine Kate sind in Kanada von Separatisten ausgebuht worden
© Reuters/Phil Noble

Kanada ist zwar seit 1982 unabhängig, nach wie vor aber eine Monarchie mit der englischen Königin Elizabeth II., Williams Großmutter, an der Spitze. Etwa 60 Prozent der Kanadier sprechen im Alltag englisch, gut 20 Prozent französisch. Auch William hatte bei seiner ersten Ansprache am Freitag einige Sätze auf Französisch gesagt - nervös und mit Akzent, aber fehlerfrei. Alle Dokumente und Verkehrsschilder sind zweisprachig, Beamte müssen Besucher offiziell mit "Good Morning, Bonjour", begrüßen. Allerdings: Für jeden fünften Kanadier, vor allem für die Indianer, ist weder englisch noch französisch die Muttersprache.

Kate und William zeigten sich von den Demonstranten unbeeindruckt. Der Jubel von Hunderten Anhängern war auch viel lauter als der Protest der Separatisten. Die beiden waren auf dem Weg in ein Krankenhaus, um krebskranke Kinder zu besuchen. Die wütenden Frankokanadier waren aber auch noch vor der Tür, als die Hoheiten eine Kochschule besuchten. Die "Globe and Mail" zeigte Bilder aus der Küche, wie die beiden, ganz im Weiß der Köche, Speisen ausprobieren.

Das königliche Paar war kurz zuvor mit dem dunklen Airbus der kanadischen Luftwaffe von Ottawa in die Provinz Quebec geflogen. In der Hauptstadt hatten sie noch ein Bäumchen gepflanzt. Es war eine Kanadische Hemlocktanne - nicht nur ein typischer Baum für ihr Gastland, sondern auch ein Lebenswunder: Die Hemlocks können 1.000 Jahre alt werden.

Kate und William sind neun Tage in Kanada, bevor sie für zwei Tage nach Kalifornien fliegen. Über Nacht reisten sie von Montreal in die Stadt Quebec weiter, die der französischsprachigen Provinz ihren Namen gab - diesmal nicht per Flugzeug, sondern langsam mit einem Schiff der kanadischen Marine.

(apa/red)