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Still(en), jetzt reden wir

Bei keinem anderen Thema gehen die mütterlichen Wogen so hoch wie beim Stillen. Wir fragten bei zwei Instagram-Mamis nach: Wiebke befürwortet Langzeitstillen, Tiziana bevorzugt das Fläschchen.

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Still(en), jetzt reden wir
© istockphoto.com

Pro

Wiebke, 33, stillt ihre knapp 3-jährige Tochter Clara noch.

"Clara geht in den Kindergarten, ich arbeite wieder. Trotzdem stille ich noch. Warum? Weil es die natürlichste Sache der Welt ist. Ich vertraue beim Abstillen auf mein Kind. So wie es Laufen lernt, obwohl ich es trage, wird es auch aufhören, Muttermilch zu verlangen. Natürlich muss ich mir immer wieder Kommentare dazu anhören. Es ist aber generell so: Die erste Zeit wird man verteufelt, wenn nicht gestillt wird, später, wenn man es zu lange tut. Es gibt zu diesem Thema immer noch viel Unwissen. Das natürliche Abstillalter liegt zwischen 2,5 und 7 Jahren. Solange es Clara und mir dabei gut geht, werde ich ihr weiterhin zum Einschlafen die Brust geben – und sonst auch so oft sie es braucht. Sollte ich es irgendwann mal nicht mehr wollen, finden wir einen Weg. Es ist immerhin eine Stillbeziehung, muss für beide passen. Eingeschränkt fühle ich mich nicht. Sind wir zusammen, stillt sie immer noch viel. Je mehr Action, desto weniger interessiert es sie. Nachts ist es besser als vor einem Jahr. Da wollte sie stündlich ran, jetzt höchstens drei Mal. Eines ist schon super: Ich kann essen, was ich will, da die Kalorien nur so purzeln. Studien beweisen auch, dass Stillen Brustkrebs vorbeugt. Das Stillhormon Prolactin lässt einen Nächte mit wenig Schlaf besser wegstecken. Und: Clara ist nie krank. Stillen gehört für mich zum Muttersein, Clara tankt so ihren Nähespeicher auf. Und wenn es ihr schlecht geht, holt sie sich einen Motivationsschluck und ist wieder gut gelaunt. Gibt es etwas Schöneres?" instagram.com/piepmadame

Contra

Tiziana, 25, hat ihren Sohn Maxim, 3, von Anfang an nicht gestillt.

"Mein Sohn ist drei Jahre alt. Er ist so gut wie nie krank, ein absolutes Mama-Kind und hat auch keine Allergien. Warum ich das alles so hervorhebe? Weil Maxim nie von mir gestillt wurde. Ich habe mich bewusst dazu entschieden und hatte Glück, dass meine Hebamme eine Freundin von mir war und mich nicht dazu überreden wollte, es doch zu probieren. Ich bin von Anfang an zu meiner Entscheidung gestanden und kann auch mit Kritik gut umgehen, böse Kommentare sind immer an mir abgeprallt. Für mein engstes Umfeld war es kein Thema, da meine Mutter mich auch nicht gestillt hat. Körperlich merkte ich nichts, meine Brust wurde nicht größer und auch sonst ist keine Milch eingeschossen. Vielleicht lag das ja an meiner Einstellung? Eines muss ich aber schon sagen: Es geht ins Geld. Man braucht vor allem am Anfang viele Milchprodukte, 100 Euro pro Monat sind schnell weg. Nachts ist es auch mühsamer, weil man extra aufstehen und die Nahrung zubereiten muss. Und ist man unterwegs, muss man immer tausend Sachen fürs Fläschchen mitschleppen Vorausplanung ist alles. Natürlich habe ich, wie wohl jede Mutter, viel darüber nachgedacht. Ich finde auch stillende Mütter genauso schön wie jene, die Fläschchen geben – und kann nur eines sagen: Die Bindung zwischen Maxim und mir ist extrem stark. Jede Frau soll selbst entscheiden, was das Beste für sie und ihre Familie ist." instagram.com/tiziana.loves.klein.m

Themen: Eltern, Kinder

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