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Produktiv im Lockdown: Warum es gerade jetzt wichtig ist, auch mal faul sein zu dürfen

"JETZT ist es an der Zeit, das Projekt zu beenden!" Wir sagen NEIN – und zwar mit Pizza im Mund! Warum wir alle gerade jetzt nicht superproduktiv sein müssen...

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Produktiv im Lockdown: Warum es gerade jetzt wichtig ist, auch mal faul sein zu dürfen
© iStock

Wir sollten die Wohnung aufräumen, ein Buch lesen, das Homeworkout bewältigen, Green Smoothies trinken und – OH GOTT – bitte nicht zunehmen! Den neuerlichen Lockdown nehmen viele zum Anlass, liegen gebliebene Dinge endlich zu erledigen. Aber gerade jetzt ist es schwer, etwas voller Elan durchzuziehen. Und das ist auch gut so. Denn für alle, die gerade laut nach PRODUKTIVITÄT schreien – lasst euch EINES gesagt sein: Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation. Viele machen sich Sorgen um ihren Job und sind in finanziellen Schwierigkeiten, die Unsicherheit ist teilweise groß. Es ist gerade mehr als OKAY sich auch mal gehen zu lassen, aus dem Hamsterrad auszusteigen und für eine halbe Stunde an die Decke zu starren. Vielleicht ist es sogar auch richtig gut für uns...

"Die größte Hilfe in einer Krise ist Raum, um zur Ruhe zu kommen", so die klinische Psychologin Dr. Tsabary Shefali im Podcast von "Mind Body Green".

Wir müssen gar nix

Diese Entschleunigung mag für manche ungewohnt oder sogar beängstigend sein. Für andere unterscheidet sich der Feierabend gerade gar nicht so sehr von der Abendgestaltung VOR der Corona-Pandemie. Egal, ob ihr zu den Hibbeligen gehört, die gerade über die Turnmatte springen und nach 16.000 Schritten noch immer Bäume ausreißen könnten oder zu jenen, die gerade am liebsten Nudeln mit Fertigsugo essen, obwohl sie eigentlich eh Zeit hätten, etwas zu kochen: Alles darf sein. Denn wir befinden uns in einer globalen Krise.

»Ihr wolltet ja eigentlich das Fotobuch endlich abschicken? Die Festplatte ordnen? Verschiebt es doch einfach.«

Faulenzen ist auch mal okay

Klar, manche werden von Tag zu Tag träger und können sich morgens fast nicht aus dem Bett raffen, um sich ein paar Schritte weiter ans Homeoffice zu machen. Aber wisst ihr was? Auch das ist völlig normal. Denn unterbewusst hat unser Gehirn gerade eine Menge zu verarbeiten. Mehr dazu lest ihr hier. Und auch die Herbstmüdigkeit schlägt zu – die Dunkelheit ab 16 Uhr tut ihr Übriges.

Das Essverhalten verändert sich

Viele Frauen haben derzeit mit einem schlechten Gewissen zu kämpfen, weil sie gerade mehr essen als sie normalerweise gewohnt sind. Für Frauen, die mit einer Essstörung zu kämpfen haben, ist die Lockdown-Phase ohnehin keine leichte. Essen bekommt plötzlich bei uns allen mehr Bedeutung. "Bei Menschen, die bereits eine Vorgeschichte mit gestörtem Essverhalten haben – das sind in den USA rund 75 Prozent aller Frauen – kann Social Distancing in Bezug auf das Essverhalten sehr triggernd wirken", so die Ernährungsberaterin Christy Harrison gegenüber "Bustle".

Lockdown-Phase fördert gestörtes Essverhalten

Wie eine Studie aus dem Jahr 2017 beweist, zeigen Menschen besonders dann ein gestörtes Essverhalten, wenn sie Unsicherheit empfinden. "Einsamkeit, Langeweile, Angst, Besorgnis, Traurigkeit oder das Gefühl, nicht produktiv und nützlich genug zu sein, begünstigen ein gestörtes Essverhalten", erklärt Ernährungsberaterin Jacqueline Stone gegenüber "Bustle". Außerdem könne verändertes Essverhalten ein Hinweis darauf sein, dass jenes VOR der Quarantäne zu restriktiv war. Die Expertin rät dazu, sich in Verständnis und Empathie sich selbst gegenüber zu üben. Und wir sind inzwischen beim letzten Pizzastück angelangt – und das ist auch gut so.

Hier kannst du dir Hilfe holen:
Essstörungs-Hotline: 0800 - 20 11 20, kostenlos - anonym - bundesweit
Notfallpsychologischer Dienst Österreich: 0699/ 188 554 00
Psychiatrische Soforthilfe für Wien: 01 31330
Telefonseelsorge: 142 (Notruf)
Rat auf Draht: 147

Thema: Coronavirus

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