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Prölls Party-Prinz: Interview mit Vize-
kanzler-Filius Alexander & seinen Freunden

Alexander Pröll: Neben seinem WU-Studium organisiert der 19-jährige Sohn von Vizekanzler Josef Pröll mit seinen Freunden Moritz und Axel hippe Clubbings. WOMAN gab das umtriebige Trio sein erstes Interview.


Prölls Party-Prinz: Interview mit Vize-
kanzler-Filius Alexander & seinen Freunden
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Dafür, dass der Herr Papa Vizekanzler ist, wirkt Filius Alexander Pröll, 19 (er ist Josef Prölls Erstgeborener), ausgesprochen bodenständig. Manche würden meinen, der Wirtschaftsstudent, der gerade seinen Wehrdienst geleistet hat, könnte sich ja auch im Ruhm des Vaters sonnen, aber das interessiert den jungen Mann, der seiner Mutter Gabi wie aus dem Gesicht geschnitten ist, nicht die Bohne. Immerhin hat Alexander „Xandi“ Pröll mit zwei Freunden, Axel Hübner und Moritz Forster, sein eigenes Business laufen: MMAX Events, mit dem die Wiener seit einem Jahr Clubbings in Szene-Locations wie dem Volksgarten, den MQ-Hofstallungen oder dem S-Club organisieren. WOMAN traf den Politikersohn und seine Kumpane zum Talk über Geschäftssinn, Papa Pröll und die Frauen.

WOMAN: Alex, wie entstand die Idee, ein Event-Biz aufzuziehen? Hat sich dein Vater beschwert, dass du ihm auf der Tasche liegst?

Alexander (lacht) : Nein, gar nicht! Er findet es super! Papa drängt auch nicht, dass ich von zuhause ausziehen soll. Ich finde das angenehm, weil ich gerne mit meiner Familie bin, bei meinen zwei jüngeren Schwestern, und nachhause kommen kann. Die Idee hatten wir schon während der Schulzeit. Einmal haben wir eine Kellerparty geschmissen, und der Raum war zum Bersten voll. Das ermutigte uns, den Rahmen zu vergrößern...

Axel: So haben wir über die Internetplattform studivz allen Bekannten einen Flyer geschickt. Der Andrang war gigantisch!

Alexander: Lag wahrscheinlich auch an den relativ billigen Getränken. Inzwischen sind die Preise etwas höher, aber die Partys größer. In den MQ-Hofstallungen etwa waren über 1.000 Leute dabei. Clubbesitzer fragen uns wegen Kooperationen. Mittlerweile machen wir pro Monat einen Event!

WOMAN: Rentiert sich MMAX Events also schon?

Alexander: Ja. Einmal gab’s einen kleinen Ausrutscher: zu wenige Leute, ein Minusgeschäft! Wir hatten zwei Sängerinnen aus England einfliegen lassen, die uns schon ein kleines Vermögen kosteten. Vom restlichen Verlust abgesehen. Aber jetzt haben wir jeder unseren Bereich, und das klappt. Ich bin für die Finanzen zuständig, Moritz für die Organisation und Axel für Promotion. Axel ist leider sehr viel im Ausland, weil er im Beachvolleyball-Nationalteam spielt und oft in Teneriffa trainiert.

Axel: Für jeden wäre es in jedem Fall ein schönes monatliches Zubrot, aber wir bunkern unsere Gage auf einem gemeinsamen Konto und investieren gleich in den nächsten Event. So minimieren wir das Risiko.

WOMAN: Wo ist euer Büro?

Axel: Bei uns zuhause und bei den Prölls. Das erledigen wir in unseren Zimmern über PC.

WOMAN: Und was für Musik wird aufgelegt?

Moritz: Techno-Minimal. Anfangs standen wir selbst am Mischpult. Jetzt lassen wir die besten Profi-DJs ran. Auch internationale Kaliber aus der House-Szene wie DJ Klaas oder DJ Antoine. Bisher haben wir nur über Facebook Werbung gemacht, um die Events zu pushen. Wenigstens das ist gratis (schmunzelt) .

WOMAN: Aus welcher Tasche hattet ihr das Startkapital?

Alexander: Alles Geld, das wir investierten, haben wir selbst angespart. Ich habe in den Ferien oft gejobbt: am Fließband für Ottakringer in der Frühschicht, als Kellner und Tellerwäscher beim Erntedankfest, für Promotion und in einer Werbeagentur.

WOMAN: Dein Vater hatte vor kurzem eine Superpraktikantin, Reez Wollner. Wie fandest du die?

Alexander: Nett, ich traf sie am Jägerball. Aber mehr möchte ich zu Vaters politischen Engagements nicht sagen. Ich bin durch Papa und seinen Onkel Erwin ( LH in NÖ; Anm. ) vorbelastet, aber ich geh meinen eigenen Weg. Die Begeisterung und Begabung, die er für Politik hat, fehlt mir definitiv. Das muss ich ehrlich sagen. Meine jüngere Schwester Isabella hingegen begleitet Vater gern ins Parlament. Sie kennt alle Minister und weiß deren Parteizugehörigkeit. Doch auch wenn ich etwas anderes mache, ist mein Vater stolz auf mich!

WOMAN: Schon mal was anderes außer ÖVP gewählt?

Alexander (lacht) : Auch wenn mein Vater alles von mir weiß, das ist mein Geheimnis.

WOMAN: Am 25. April ist Bundespräsidentenwahl. Heinz Fischer oder Barbara Rosenkranz?

Alexander: Keiner der beiden spricht mich besonders an. Ich bin ja der Ansicht, dass diese Wahl ziemlich überflüssig ist, weil noch nie ein Amtsinhaber abgewählt wurde. Von mir aus könnte man die Amtsperiode verlängern und eine Wiederkandidatur ausschließen!

WOMAN: Hat Josef Pröll schon Party mit euch gemacht?

Alexander: Ja! Einmal waren mein Vater und Mama mit den Eltern der anderen auch dabei. Papa war verwundert, dass um 23 Uhr noch keine Leute da waren. Er vergaß halt, dass sich in Wien die Clubs erst ab Mitternacht füllen. Er hat etwas konsumiert, doch nach 24 Uhr ist er aufgebrochen. Er muss ja ausgeschlafen sein am nächsten Tag.

WOMAN: Schon mal betrunken heimgekommen?

Alle drei: Soll schon vorgekommen sein... (lachen)

WOMAN: Alexander, wie oft siehst du deinen Vater eigentlich?

Alexander: Einmal in zwei Wochen. Ich bin oft bei meiner Freundin, und er kommt ja nie vor Mitternacht heim, und um sechs Uhr am nächsten Morgen ist er wieder auf. Aber dafür sind uns unsere Familienessen heilig. Aber ich hol mir keine Liebestipps von ihm. Über Gefühle rede ich mit Freunden.

WOMAN: Wie alt warst du, als Christina das erste Mal bei dir übernachten durfte?

Alexander: Das weiß ich nicht mehr genau. Aber meine Mutter ist sehr liberal, und der Papa war wohl an diesem Abend nicht zuhause. Aber er hatte die folgenden Male auch nie etwas dagegen. Meine Eltern sind cool, ich durfte mit 17 auch schon bis 2 Uhr früh ausgehen. Aber sie können mir immer ein schlechtes Gewissen einreden. Das ist viel schlimmer, als wenn sie mir etwas verbieten...

WOMAN: Was studiert deine Freundin?

Alexander: Sie macht eine FH für Physiotherapie. Wir sind schon seit drei Jahren zusammen. Die Herren (zeigt auf seine Freunde) sind noch Single. Die haben Angst vor einer festen Bindung. Seit Jahren gehen sie aus, und noch nie war die Richtige dabei! (lacht)

Axel: Uns sprechen die Mädels selten an. Außer Betrunkene. Aber ich will eh lieber selbst eine Frau anreden...

Moritz: Wenn man mit einer ausgeht, muss man das wirklich gern machen und nicht denken: „Shit, heute wieder...“

WOMAN: Muss eine Frau kochen können?

Alexander: Nein, das kann ich selbst! Meine Spezialität: Penne mit Thunfisch al Arrabiata. Das habe ich selbst beim Experimentieren herausgefunden. Mit Chili und Zwiebel drin – schmeckt nicht schlecht. Es hat sich zumindest noch keiner beschwert.

Moritz: O ja, wir jetzt! Für uns hast du nämlich noch nie gekocht! (lacht)

Interview: Petra Klikovits