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Prozess gegen Jackson-Arzt liegt nun in der Hand der Jury

Das Schicksal von Michael Jacksons früherem Leibarzt liegt nun in der Hand der Jury. Der Richter trug in Los Angeles den zwölf Geschworenen auf, ein einstimmiges Urteil zu finden.


Prozess gegen Jackson-Arzt liegt nun in der Hand der Jury
© REUTERS/POOL New

In ihrem Schlussplädoyer hatte die Anklage schweres Geschütz aufgefahren. Staatsanwalt David Walgren rief die Geschworenen dazu auf, den wegen fahrlässiger Tötung angeklagten Herzspezialisten Conrad Murray (58) schuldig zu sprechen. Der Mediziner habe den Tod des Sängers "grob fahrlässig" und "direkt" verschuldet. Murray habe seinem Patienten das Narkosemittel Propofol gespritzt und ihn dann alleine gelassen. Er habe im Polizeiverhör gelogen, Sanitätern und Medizinern wichtige Informationen verschwiegen und nur an seinen eigenen Vorteil gedacht.

Durch Murrays Taten hätten Paris, Prince und Blanket ihren Vater verloren, führte Walgren im Gericht von Los Angeles vor der Jury aus. "Für Michaels Kinder geht dieser Fall ewig weiter, weil sie keinen Vater mehr haben." Die Beweise gegen Murray seien "überwältigend", sagte der Anklagevertreter.

Murrays Verteidiger Ed Chernoff hielt dagegen, dass die Anklage Murrays Schuld an einer Überdosis Propofol nicht glaubwürdig bewiesen habe. Vielmehr deute alles darauf hin, dass Jackson sich selbst die tödliche Dosis spritzte, als sein Arzt nicht im Raum war. Chernoff warnte die Juroren, dass die Anklage von ihnen verlangte, "Conrad Murray für die Taten von Michael Jackson" zu verurteilen. Der Mediziner sei nur "ein kleiner Fisch in einem großen schmutzigen Teich", sagte Chernoff im Hinblick auf die vielen Ärzte, von denen sich der Popstar über Jahre hinweg mit starken Medikamenten versorgen ließ.

Laut Autopsiebericht war Jackson im Juni 2009 an einer "akuten Vergiftung" mit Propofol im Mix mit anderen Medikamenten gestorben. Im Falle eines Schuldspruchs drohen Murray bis zu vier Jahre Haft und der Entzug seiner ärztlichen Lizenz.

In den vergangenen sechs Wochen waren 49 Zeugen, darunter Mediziner, Sachverständige, Angestellte Jacksons und Patienten Murrays, zu Wort gekommen. Mehr als 300 Tabellen, Fotos, Videos und andere Beweismittel wurden den fünf Frauen und sieben Männern der Jury vorgelegt. Murray selbst war nicht in den Zeugenstand getreten.

(apa/red)