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Prügel-Affäre: Dominic Heinzl im WOMAN-Talk

24 Stunden nach WOMAN-Redaktionsschluss für das Interview mit "Chili"-Moderator Dominic Heinzl (ab morgen hier auf www.woman.at), kam es zum großen Eklat zwischen ihm und Sido. Wir baten Dominic Heinzl erneut zum Interview ...


Prügel-Affäre: Dominic Heinzl im WOMAN-Talk

Schon während der Live-Ausstrahlung der Castingshow "Die große Chance" provozierte der deutsche Rüpelrapper mit Aussagen wie "Dominic Hampel". Nach der Show verlor er ganz die Beherrschung und verpasste dem Society-Hai vor laufenden Kameras einen Faustschlag ins Gesicht. Nun ermittelt die Polizei in der Causa – und lädt beide Kontrahenten Anfang November zur Zeugenaussage. Der ORF beendete aufgrund des Eklats die Zusammenarbeit mit Sido. Aber auch Heinzls "Chili"-Vertrag läuft Ende 2012 aus.

Wir baten Dominic Heinzl erneut zum Interview, konfrontierten ihn mit dem "Sido-Eklat" und wollten wissen, wie seine Zukunft im ORF aussieht – falls es diese doch noch gibt ...

WOMAN: Herr Heinzl, wie sehen Sie den Eklat mit Sido im Nachhinein?

Heinzl: Mir ist die Sache sehr unangenehm, ich wünsche sie wäre nicht passiert. Was auch immer der Grundgewesen sein mag – ich lehne Gewalt in jedem Fall ab! Jeder der mich kennt, weiß dass ich gerne austeile. Und ich kann auch jede Menge einstecken. Bisher blieb das allerdings stets auf einer verbalen Ebene. Aber die Beleidigung gegen meine tote Mutter hat mich mehr verletzt als der Schlag.

WOMAN: Sido sagt in der "Bild"-Zeitung, Sie hätten ihn provoziert ...

Heinzl: Es mag ja sein, dass er das so empfunden hat. Aber das darf nicht als Rechtfertigung für Gewalt gelten.

WOMAN: Es ist immer noch die Frage offen, wer als erstes gespuckt und damit das Handgemenge ins Rollen brachte ... Hand auf’s Herz: Waren Sie es?

Heinzl: Eigentlich ist diese Frage eine Frechheit. Ich habe in meinem Leben noch nie jemand angespuckt und empfinde ein solches Vorgehen als wirklich skandalös! Ich kann aber nicht sagen, ob Sido gespuckt hätte, das behaupten andere Augenzeugen. Ich habe davon nichts bemerkt!

WOMAN: Was hat Sie emotional mehr getroffen: Sidos Aussage "Deine Mutter ist eine Hure!" oder "Dominic Hampl"?

Heinzl: Auch Sie haben eine Mutter. Raten Sie mal?

WOMAN: Warum klagen Sie Sido nicht?

Heinzl: Das ist nicht mein Stil.

WOMAN: Sido behauptet, Sie seien ein "guter Schauspieler", hätten sich absichtlich fallen lassen. Haben Sie die Rolle rückwärts zuhause geübt?

Heinzl: Ich besuche regelmäßig das Fitnesscenter. Möglich, dass mir das Training geholfen hat den Sturz so schnell zu verarbeiten! Boxexperten und Profiboxer haben nach eingehendem Studium des Videos einhellig festgestellt, dass es kein Schauspiel war!

WOMAN: War das alles nur inszeniert, zwischen Sido und Ihnen abgesprochen? Ein PR-Gag, ein abgekartetes Spiel, das Sie nun beide verloren haben?

Heinzl: Interessant, welche Theorien da aufgestellt werden. Sagenhaft!

WOMAN: Wird es ein Versöhnungstreffen oder eine Aussprache mit Sido geben? Falls ja, vor oder hinter der Kamera?

Heinzl: Körperliche Gewalt darf nicht toleriert werden. Sido ist auf seiner Facebookseite bereits um Deeskalation bemüht. Wir alle machen Fehler und überschreiten manchmal Grenzen, ich nehme mich da selbst nicht aus. Jedoch, dass Gewalt NIEMALS eine Lösung ist, darauf muss man sich klar verständigen - jedenfalls wäre das mein Appell - auch an jene, die mich oder meine Arbeit vielleicht nicht mögen. Sido und ich werden sicher keine Freunde mehr, aber eine Entschuldigung würde ich annehmen. Man muss einander nicht lieben, aber man sollte einander auch nicht hassen.

WOMAN: Kurz nach dem Vorfall sind Sie erneut in den Schlagzeilen: Der ORF hat dieser Tage offiziell bekannt gegeben, dass Ihr Chili-Vertrag nicht verlängern, er läuft am 31.12.2012 endgültig aus. Wie haben Sie diese Nachricht aufgenommen?

Heinzl: Gelassen! Dass der Vertrag ausläuft, wusste ich seit der Unterschrift im Jahr 2010. Jedes Ende bedeutet auch einen Anfang. Was er bringt, werden die folgenden Gespräche zeigen!

WOMAN: Hat Fernsehdirektorin Kathrin Zechner Ihnen schon spruchreifes Feedback für die beiden Formate gegeben, die Sie auch eingereicht haben?

Heinzl: Mein Pilot wird, so höre ich, wie die meiner Mitbewerber auch derzeit auf seine Umsetzung geprüft!

WOMAN: In den Zeitungen steht, dass für Sie eine Rückkehr zum Privatfernsehen im Raum steht. PULS 4 soll abgelehnt haben – aus Kostengründen. Und ATV, der Sender wo Sie jahrelang ein gefeierter Star waren, sind Sie angeblich auch "noch zu teuer". Was werden Sie machen: Sich finanziell an deren Forderungen anpassen und klein beigeben? Künftig für Dietrich Mateschitz’ SERVUS-TV Formate produzieren? Für einen deutschen Privatsender – oder überhaupt zu ganz neuen Ufern aufbrechen?

Heinzl: Na, das wird man sehen. Mit Betonung auf sehen! Ich habe über 1000 Sendungen gemacht in den letzten drei Jahren. Und mehrere tausend in den Jahren zuvor bei ATV. Täglich. Ohne einen Tag Krankenstand, Urlaub etc. Wenn es tatsächlich kein TÄGLICHES Format für mich mehr geben sollte, gewinne ich halt Lebensqualität!

WOMAN: Wie viele Leute müssen Sie kündigen? Was passiert mit Ihrem Team? Viele Kameramänner sind Freiberufler, aber es gibt auch einige fix angestellte Redakteure! Haben Sie für diese jetzt eine Verwendung?

Heinzl: Steht alles noch nicht zur Diskussion.

HIER geht es zum großen WOMAN-Interview mit Dominic Heinzl (vor der Prügel-Attacke) .

Interview: Petra Klikovits, Sandra Jungmann