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Psycho-Guide: Die Therapieformen

Psychiater oder Psychologe, Couch oder Coach: Es gibt viele Therapien, die einen aus der seelischen Sackgasse holen. Doch welche eigenet sich wofür?


Psycho-Guide: Die Therapieformen
© Corbis

Psychologische Beratungen für alle Lebenslagen liegen voll im Trend. Und das nicht ohne Grund: Schließlich schlittern laut Studien immer mehr Österreicherinnen in eine psychische Krise.

Während es den meisten gelingt, mithilfe von Familie und Freunden wieder Licht am Ende des Tunnels zu sehen, vertrauen Einige auf professionelle Hilfe. Und die Palette angebotener Therapien ist mannigfaltig.

WOMAN erklärt gemeinsam mit den Psychologinnen Bernadette Winklbaur und Margarete Zanki, was sich hinter den einzelnen Fachgebieten verbirgt und für wen sie sich eignet.

• COACHING

Die Methode. Paarcoaching, Ernährungscoaching, Traumcoaching – Möglichkeiten, sich „begleiten“ zu lassen, gibt es viele. Nicht alles davon macht Sinn. Ganz streng genommen ist Coaching Beratung und Leithilfe für Personen in Führungspositionen. Ein Coach hilft in Gesprächen und durch andere Techniken (z.B. Rollenspiele, Enspannungsübungen), eingefahrene Denkmuster abzulegen und neue Verhaltensweisen zu erproben. Jedoch ersetzt selbst ein gutes Coaching keine psychotherapeutische Methode.

Ideal für: Bei klar umrissenen Problemen, neuen Aufgabenstellungen (Berufswechsel). Finger weg bei schweren psychischen Problemen wie Depression oder Sucht.

• PSYCHOLOGISCHE BERATUNG

Die Methode. Psychologische Beratung bietet sich als Unterstützung in den unterschiedlichsten Situationen an. Im Vordergrund steht immer das Gespräch mit dem Psychologen, dessen Ausbildungsrichtung großen Einfluss auf den Verlauf der Therapie nimmt. Mögliche Ziele sind Vorbeugung, Lösung, Klärung oder zumindest die Linderung von Lebensproblemen, von Krisen aller Art und inneren oder äußeren Konflikten wie Entscheidungsschwierigkeiten, Fragen zur
Lebensänderung, berufliche oder familiäre Neuorientierung und vieles mehr.

Ideal für: Der Ratsuchende fühlt sich möglicherweise vor einer unüberwindbaren Hürde, sieht sich in einer Sackgasse oder fühlt sich überfordert oder ist orientierungslos.

• SYSTEMISCHE THERAPIE

Die Methode. Diese Behandlungsform (zählt zur Psychotherapie) nimmt neben dem Einzelnen auch seine wichtigsten Bezugspersonen als komplexes System, das krank macht, unter die Lupe. Dieses funktioniert nur, weil sich der Klient auf eine bestimmte Art verhält: Ändert er sich, ändert er auch das System. Dauerkonflikte und Beziehungsproblematiken werden so aufgedeckt.

Ideal für: Alle, die häufig Probleme mit Mitmenschen haben, immer wieder an denselben Schwierigkeiten scheitern, aber gleichzeitig bereit sind, sich intensiv mit Familie, Partner oder anderen Bezugspersonen auseinanderzusetzen.

• ANALYTISCHE PSYCHOTHERAPIE

Die Methode. Bei der Psychotherapie sucht man nach dem Schlüssel für Probleme in der Kindheit und Jugend. Die eigene Biographie wird aufgearbeitet, und man versucht, Verdrängtes, Vergessenes und Unbewusstes wieder ins Bewusstsein zu rufen – da diese „Altlasten“ das heutige Denken, Fühlen und Handeln bestimmen. Übrigens: Die Couch von Dr. Freud kommt immer seltener zum Einsatz.

Ideal für: Mit dem Klassiker unter den Psychotherapien lassen sich psychische Störungen aller Art behandeln: Depressionen, Ängste, Traumata und psychosomatische Beschwerden wie z.B. Essstörungen. Für alle, die etwas über ihr Seelenleben erfahren wollen und zur Selbstanalyse bereit sind. Denn das kann dauern: Die Therapie erstreckt sich oft über Jahre.

• VERHALTENSTHERAPIE

Die Methode. Man geht davon aus, dass psychische Probleme erlernt sind und man sie demzufolge auch wieder verlernen kann. Die mit den Ängsten verbundenen Gedanken und Gefühle werden peu à peu wieder abtrainiert, und zwar mit Entspannungsverfahren, mentalen Übungen und der direkten Konfrontation.

Ideal für: Alle, die in der Gegenwart ein Problem haben, das gelöst werden muss. Hier steht das aktive Handeln im Vordergrund. Besonders wirksam bei Zwangs-, Angsterkrankungen, Sucht und Phobien.

• GESPRÄCHSTHERAPIE

Die Methode. Die Hilfe suchende Person mit ihren jeweiligen Gefühlen, Wünschen, Wertvorstellungen und Zielen soll im Mittelpunkt der therapeutischen Interaktion stehen. Die Sichtweise des Therapeuten soll dabei weitgehend in den Hintergrund treten, Ratschläge und Bewertungen sind zu vermeiden (nicht direktives Verhalten). Eine der Besonderheiten der Methode liegt in der Rückmeldung der vom Klienten ausgedrückten emotionalen Themen durch den Therapeuten – ohne jede Verfälschung. „Also Sie fühlen sich nicht akzeptiert ...“ Dadurch wird der Klient immer weiter in seine eigenen Wahrnehmung geführt – oft bis zu den Antworten, die er im Alltag nicht auszusprechen wagt und derer er sich nicht bewusst ist.

Ideal für: Menschen, die sehr viel über sich selbst reflektieren, offen sind und die zu einer mittelfristigen Lösung kommen wollen.

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