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Psychologin Nassim Agdari-Moghadam als Auffangnetz für Ausgrenzungsopfer

Gelebte Integration: Intoleranz bringt uns nicht weiter! Psychologin Nassim Agdari-Moghadam fängt Menschen auf, die mit Ausgrenzungsproblemen zu kämpfen haben. Wir haben sie besucht!

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Psychologin Nassim Agdari-Moghadam als Auffangnetz für Ausgrenzungsopfer
© Peter Penz

Die Psychotherapeutin i. A. Nassim Agdari-Moghadam strahlt Ruhe und Kompetenz aus. „Zuhören ist mein Job, das funktioniert nur wirklich gut, wenn man sich für sein Gegenüber tatsächlich interessiert“, erzählt die gebürtige Perserin, die seit ihrem 5. Lebensjahr in Wien lebt. Toleranz und Aufgeschlossenheit gegenüber der westlichen Kultur wurden in ihrer Familie stets offen gelebt – „meine beiden Schwestern und ich hatten zum Glück nie mit Integrationsschwierigkeiten zu kämpfen“. Etwas, das nicht jeder mit Migrationshintergrund von sich behaupten kann. Und so hat es sich Agdari-Moghadam zur Aufgabe gemacht, gemeinsam mit ihren Klienten (vor allem jungen Frauen) Wege zu finden, um alte und neue Kultur zu vereinen und sich in neue Lebensgewohnheiten eingliedern zu können. Ausgrenzung wird jedoch in vielen Bereichen gelebt. So beschäftigt sich die junge Therapeutin, die ihre Praxis gemeinsam mit Kollegin Helga Klug betreibt, auch mit der Messie-Problematik: „Das sind Menschen, die sich von nichts trennen können. So passiert es, dass in Extremfällen in einer 200-m2-Wohnung gerade mal ein Sessel zum Sitzen und Schlafen frei bleibt. Der Ursprung dieser psychischen Störung liegt meist in der Kindheit – durch Verlusterfahrungen von Bezugspersonen –, jetzt horten sie alles Erdenkliche. Gegenstände können einen ja nicht verlassen. Ein massiver Leidensdruck, dem die Betroffenen ohne fremde Hilfe kaum entkommen können“, weiß Nassim.

Thema: Psychologie