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Warum dein grantiger Teenager nicht mehr mit dir spricht

Von einem Tag auf den anderen spricht dein Teenager nicht mehr mit dir. Wie du selbst in der Pubertät die Kommunikation mit deinem Kind aufrecht hältst.

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Warum dein grantiger Teenager nicht mehr mit dir spricht
© iStockphoto

Es kommt dir vor, als wäre es über Nacht passiert. Dein Kind, bis vor kurzem noch lieb und kuschelig, spricht nicht mehr mit dir. Auf ein "Guten Morgen" folgt ein grantiges Grunzen (wenn du dich glücklich schätzen darfst), beim Abendessen verdreht das Pubertier genervt die Augen, sobald du die Worte an es richtest.

Wenn ihr dachtet, die Trotzphase war schon eine harte Zerreißprobe für eure Nerven – nun: Die Pubertät ist der Marsch durch die Hölle (zumindest für die meisten Eltern). Ein Kind, das noch vor kurzem alle Details seines Tages fröhlich geplappert hat, verwandelt sich urplötzlich in ein grantiges, maulfaules Wesen.

Konversationen laufen nach dem immergleichen Muster ab. Wir fragen ernstgemeint: "Ist alles okay?" Und unser Teenager antwortet mit einem alles abschließendem "NEIN", einem unaufrichtigem "Ja" oder ignoriert uns völlig, während er eine seiner gefühlt 250 WhatsApp-Gruppen mit Emojis flutet.

Wie schaffe ich es, mit meinem Teenager im Gespräch zu bleiben?

Beunruhigt es dich, wenn du so aus dem Leben deines Kindes ausgeschlossen wirst? Natürlich. Du willst ja einen guten Kontakt zu ihm haben, du möchtest wissen, was bei ihm los ist. Wir zeigen dir anhand von Beispielen, wie du die Kommunikation aufrecht erhältst, mehr von deinem pubertierenden Teenager erfährst und deine Nerven beruhigst.

1. Dein Pubertier erwartet von dir vor allem: Eine falsche Reaktion

Unsere Kinder kennen uns oft besser als wir selbst. Immerhin haben sie ihr gesamtes junges Leben damit verbracht, unsere reflexiven Reaktionen zu beobachten und zu lernen. Fühlt sich ein Teenager schlecht, weil er zum Beispiel eine wichtige Prüfung in den Sand gesetzt hat, und ahnt, dass du ihm gleich einmal erklären wirst, dass er eben besser mehr lernen hätte sollen, dann wird er nicht wahnsinnig auskunftsfreudig sein. Wenn du ahnst, dass das der Beweggrund für sein Schweigen sein könnte, dann nimm' doch die Befürchtungen deines Teenagers auf und frag ihn, ob er dir etwas nicht sagt, weil er Angst vor deiner negativen Reaktion hat. Daraus kann sich ein wertvolle Gespräch entwickeln – und den Weg für künftige ebnen. Denke das nächste Mal daran, wenn du deinem Kind mitteilst "Ich habe es dir ja gesagt" (auch und vor allem dann, wenn du es ihm schon immer gesagt hast).

2. Dein Pubertier hat Angst vor den negativen Konsequenzen

Eltern konzentrieren sich oft auf die Detailfrage, was schief gelaufen ist. Und vergessen dabei, dass der Teenager vermutlich über einem größeren Bild grübelt. "Wenn ich meinen Eltern sage, dass ich die Schularbeit vermasselt habe, dann darf ich am Wochenende sicher nicht zu dem Fest und muss sofort in einen Nachhilfeunterricht." Oder: "Wenn ich ihnen sage, dass meine Freundin einen Schwangerschaftstest gemacht hat, dann folgt ein peinliches Gespräch und sie haben sicher kein tolles Gefühl mehr, wenn ich bei ihr übernachte." Es ist menschlich, dass wir über unsere Kinder urteilen. Aber denkt immer daran: Auch gute Kinder machen dumme Sachen – und wir werden nie die komplette Geschichte erfahren. Zu akzeptieren, dass unser Augenstolz Fehler machen kann, hilft bei der Beruhigung der Nerven. Manchmal hilft es in der Kommunikation mit einem Pubertierenden auch einfach, wenn du nur fragst: "Und was willst du nun machen?" oder "Das muss für Clara ganz schön beängstigend gewesen sein."

3. Dein Pubertier weiß, dass du manchmal tratscht

Oft erzählen uns Pubertierende auch nichts mehr aus ihrem Leben, weil sie uns nicht zu 100 Prozent vertrauen. Sie wissen, dass wir manche der Eltern kennen, dass wir vielleicht die Lehrer anrufen oder blöd herumtratschen. Warum sollten sie erzählen, dass Sonja und Markus seit kurzem miteinander gehen, wenn sie ahnen, dass wir sofort Sonjas Eltern anrufen und entzückt über die junge Liebe plaudern. Wenn du deinem Teenager eine Entschuldigung für eine Indiskretion schuldest: Gib sie ihm dringend. Es ist fair und richtig, deinem Kind zuhause höchste Vertraulichkeit zu garantieren. Nur dann hat es den Rahmen, um offen reden zu können.

Vor allem: Beruhige dich. Manches darf auch geheim bleiben. Und: Es ist nur eine Phase. Sie geht vorbei. Nach etwa sechs Jahren.

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