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Rassismus bei "Wetten, dass...?"?

In der Sendung vom 14.12. von "Wetten, dass...?" wird bei der Stadtwette mit dem Verkleiden als Jim Knopf mittels "Schuhcreme, Kohle, was auch immer" leider zum sogenannten "Blackfacing" aufgerufen.

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Markus Lanz
© 2013 Getty Images

Politisch korrekt war auch sein Vorgänger Thomas Gottschalk nie. Aber selten gingen die Wogen der Empörung so hoch, wie nach der "Wetten, dass...?"-Sendung vom 14. Dezember mit Markus Lanz. Denn in der Stadtwette wurden Menschen dazu aufgerufen, sogenanntes "Blackfacing" zu betreiben. Hier ein Mitschrift (von Anatol Stefanowitsch) zum Gesagten:

LANZ: Welche Wette bietet ihr uns an?
JIM: Hallo Augsburg, wir brauchen euch. Markus Lanz wettet, dass Augsburg es nicht schafft, fünfundzwanzig Paare als Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer hier auf die Bühne zu bringen.
LUKAS: Jim sollte natürlich schwarz geschminkt sein – Schuhcreme, Kohle, was auch immer. Und Lukas trägt einen Blaumann, eine Prinz-Heinrich-Mütze und ein Halstuch. Kommen Sie zur Messehalle 6 nach Augsburg. Und ganz wichtig: Die Verkleideten müssen erwachsen sein. Kinder unter 18 dürfen so spät nicht mehr auf die Bühne, Augsburg!

Und prompt erschienen dann natürlich zahlreiche Menschen, die sich ihre Gesichter schwarz bemalten, um eine dunkle Hautfarbe vorzutäuschen. Zwar ist hier also der Hintergrund kein bösartiger, wie beim ursprünglichen "Blackface", aber dennoch erinnert diese Vorgangsweise daran.

Hier eine kurze Definition dazu aus Wikipedia: Blackface ist eine rassistisch geprägte Theater- und Unterhaltungsmaskerade, die in den Minstrel Shows des 19. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten entstand. Dabei malten sich weiße Künstler das Gesicht schwarz und spielten den „naiven, trunkenen, schwachsinnigen und immer fröhlichen Neger“.

Online entbrannte am Wochenende auf Twitter und Facebook eine Diskussion zwischen Personen, die in dieser Stadtwette Rassismus erkannten und jene, die darin nicht einmal rassistische Untertöne fanden. Aber bei aller Liebe zu guten Argumenten - fühlt sich ein Mensch oder gar eine Gruppe von Menschen persönlich betroffen, beleidigt oder angegriffen, dann sollte man darum nicht herum argumentieren, dass es so doch nicht gemeint wäre. Eine "Meinung", derjenigen, die nicht betroffen sind, zählt beim Thema Rassismus nicht. Denn sie haben nicht zu entscheiden, wie sich die Betroffenen zu fühlen haben. Selbst wenn keine böse Absicht dahinter steckt. Aber gerade diese Tatsache, dass alles in bester Absicht entstand, könnte doch dabei helfen, über die misslungene Stadtwette noch einmal nachzudenken und sich dafür zu entschuldigen.

Eine kleine Zusammenfassung der Diskussion auf Twitter findet ihr hier: Storify