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Raucherlokal: Kellnerin wurde gekündigt, weil sie schwanger wurde und daher nicht mehr rauchen und trinken wollte

Nachdem sie ihre Schwangerschaft meldete, wurde die Kellnerin eines Wiener Raucherlokals gefeuert. Der Geschäftsführer erklärte, dass sie "nicht mehr zum Image des Lokals passe".

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Raucherlokal: Kellnerin wurde gekündigt, weil sie schwanger wurde und daher nicht mehr rauchen und trinken wollte
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Wer schwanger ist und in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis steht, darf grundsätzlich nicht gekündigt werden. So sagt es das österreichische Gesetz. Und dennoch ist genau dies einer Kellnerin eines Raucherlokals in Wien passiert. Erschwerend kommt noch hinzu, dass von der Frau zuvor eingefordert wurde, sie solle weiterhin rauchen und trinken, damit Gäste mehr konsumieren.

Nachdem sie sieben Monate in dem Lokal im 12. Wiener Gemeindebezirk beschäftigt war, wurde die Kellnerin schwanger und meldete dies ihrem Arbeitgeber. Darüber hinaus informierte sie ihn über das Arbeitsverbot gemäß Tabak- und Nichtraucherschutzgesetz, welches in der Gastronomie lautet: "Werdende Mütter dürfen in Räumen, in denen sie der Einwirkung von Tabakrauch ausgesetzt sind, nicht arbeiten."

Da das gesamte Lokal für Rauchende zugänglich ist, hätte sie nach aktueller Rechtslage freigestellt werden müssen - bei vollem Gehalt. Die Gesetzeslage soll jedoch vom Geschäftsführer ignoriert worden und zudem die Forderung gestellt worden sein, durch aktives rauchen und trinken, andere Gäste dazu zu animieren, ebenso mehr Getränke sowie Zigaretten zu kaufen.

Schwangere Kellnerin sollte weiterhin rauchen und trinken

Als sie dies verweigerte, wurde sie gefeuert - ohne weitere Gehaltsauszahlungen. Jedoch mit der Erklärung, sie würde nicht mehr zum Image des Lokals passen. Ein Verstoß gegen den gesetzlichen Kündigungs- und Entlassungsschutz für Schwangere.
Offiziell wurde zudem eine Auflösung des Beschäftigungsverhältnisses "in beiderseitigem Einvernehmen" angemeldet, was die Frau allerdings bestreitet. Über die Gebietskrankenkasse musste sie außerdem noch erfahren, dass sie in all den Beschäftigungsmonaten nur geringfügig für einen Tag in der Woche angemeldet wurde. In Wirklichkeit arbeitete sie jedoch sechs Tage in der Woche je zehn Stunden und mehr. Scheinbar seien Lohnzettel gefälscht worden, von Seiten des Arbeitgeber soll es keine Arbeitszeitaufzeichnungen gegeben haben.

Daher erbat sich die Frau die Hilfe der Arbeiterkammer, um ihre Ansprüche geltend zu machen. Gemeinsam konnte für die Arbeitnehmerin der ausstehende Lohn bis zum Beginn des Mutterschutzes sowie fehlendes Überstundenentgelt erstritten werden – insgesamt 7.200 Euro.