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Warum wir während der Regel immer nach Schokolade greifen

Jede Frau kennt die Heißhunger-Phase während ihrer Regel. Warum gerade während der Menstruation unsere Lust auf Schokolade so furchtbar unbändig ist.

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Warum wir während der Regel immer nach Schokolade greifen
© Photo by Becca Tapert on Unsplash

Bitte: Wenn wir an Magenkrämpfen, sachter Depression und Blähbauch leiden, dann ist alles, was wir zum Trost brauchen, ein zuckerhaltiger Leckerbissen, der uns von unserem Elend ablenkt. Menstruation? Man reiche uns eine Tafel Schokolade, aber dalli!

Die meisten von uns kennen diese schrecklichen Schoko-Gelüste während unserer Regel und bunkert vorsätzlich einen großen Vorrat für die Tage um die Tage ein. Aber wer weiß eigentlich, warum wir während der Menstruation so sehr nach Süßem verlangen?

Warum wir während der Menstruation so große Lust auf Süßes haben!

Lustigerweise gibt es dafür nicht nur eine These, sondern gleich zwei. Beide haben etwas für sich.

1

THESE: SCHULD IST DAS HORMONELLE UNGLEICHGEWICHT. Danke, liebe Hormone. Zu Beginn der Periode sinkt der Progesteron- und Östrogenspiegel. Das sorgt dafür, dass wir prinzipiell hungriger werden. Dazu sinkt auch der Anteil des Serotonin, während Cortisol den Stresspegel erhöht. Weil unser Wohlfühlhormon weniger stark, dafür aber das Stresshormon verstärkt produziert wird, sehnen wir uns nach zuckerhaltigen Lebensmitteln, die unseren Serotoninspiegel wieder ausgleichen und uns fröhlicher machen. Wie Süchtige durchwühlen wir die Süßigkeiten-Lade, um uns einen schnellen Glücks-Kick zu verpassen.

2

THESE: ES SIND NICHT DIE HORMONE, SONDERN UNSER KOPF. Die zweite These besagt, dass unsere Schokogelüste während der Regel keinen hormonellen, sondern einen rein psychologischen Effekt haben. Das zumindest belegt eine Studie aus dem Jahr 2004, in der das Essensverhalten amerikanischer und spanischer Frauen während der Periode untersucht wurde. Während die Amerikanerinnen tatsächlich während der Menstruation zu Schoko-Tigern mutierten, zeigte sich bei den Spanierinnen in diesem Zeitraum kein gesteigertes Bedürfnis nach Süßem. Sie griffen nicht zu einer bestimmten Zeit im Monat, sondern regelmäßig untertags während der Arbeit zu Schokolade. Möglicherweise ist der Griff zur Schokolade deshalb ein erlerntes und geprägtes Verhalten, so das Fazit der Forscher.

Die Wahrheit liegt vermutlich in einer Mischung aus beiden Thesen. Hilft uns das jetzt weiter? Nun, zumindest ein wenig. Denn Sport und Tageslicht lassen unseren Serotoninspiegel ebenfalls steigen. Weshalb wir der zyklusbedingten Schokosucht eventuell auch mit ein wenig Bewegung in der frischen Luft zuvorkommen können...

Thema: Menstruation