Ressort
Du befindest dich hier:

Regelschmerzen können so stark sein wie ein Herzinfarkt

"Jetzt stell dich nicht so an!" Würdest du das zu einem Herzinfarktpatienten sagen? Vielleicht in Zukunft auch nicht mehr zu jemandem mit Regelschmerzen: Denn die Krämpfe, die man dabei durchleben muss, sind mit mit den Schmerzen eines Herzinfarkts vergleichbar!

von

Regelschmerzen
© iStockphoto.com

Jedes einzelne Monat. Sie fallen bei jeder Frau unterschiedlich aus, aber bei manchen extrem: Übelkeit, Erbrechen, Stimmungsschwankungen, Schüttelfrost, Bauchkrämpfe. Aber man macht keine große Sache daraus, redet kaum darüber und versucht das Ganze mit einer ordentlichen Portion Schmerzmittel durchzustehen: die Menstruation.

Die Hälfte der Menschheit hat sie, aber dennoch gibt es kaum neue wissenschaftliche Studien dazu - wir sind medizinisch am gleichen Stand, wie vor Jahrzehnten. Aber um zu erkennen, wie stark Regelschmerzen tatsächlich beeinflussen können, musste erst ein Mann kommen, um diese zu bestätigen: John Guillebaud, Professor am University College London zieht einen Vergleich, den auch Männer verstehen, denn alle fürchten ihn: Er sagt, dass Regelschmerzen genauso schlimm sein können, wie die Schmerzen bei einem Herzinfarkt. Und plädiert dafür, dem Thema in der Medizin und Wissenschaft mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

"Ich glaube, ich habe einen Herzinfarkt!" "Ach, nimm dir einfach einen Wärmeflasche, dann wird's schon wieder." Undenkbar, oder?

Die Periode sollte aber nicht nur in der Forschung mehr Beachtung finden, auch im Alltag sollte diese kein Tabuthema sein. Liebe Hollywoodfilme, spart euch also die Szenen, wo verschämt Tampons von Männern für ihre Frauen oder Töchter gekauft werden - das ist das Normalste der Welt und absolut nichts Peinliches. Man muss ebenso nicht flüsternd im Büro die Kolleginnen nach einer Binde fragen - damit es ja niemand mitbekommt! Oder lieber Magenschmerzen erfinden, wenn man es aufgrund der Krämpfe einfach nicht aus dem Bett schafft - denn die "anderen" Beschwerden sind ja akzeptiert. Reden wir doch lieber offen darüber - dann verändert sich vielleicht tatsächlich etwas.

Regelschmerzen