Ressort
Du befindest dich hier:

Regina Halmich: "DAS ist brutaler als Boxen"

Rechtzeitig zur Martiniganslzeit präsentiert die Boxlegende Regina Halmich ein schockierendes Video zum Thema Stopfleber und Daunen aus Lebendrupf.


Regina Halmich gegen Stopfmast und Lebendrupf bei Gänsen und Enten
© VIER PFOTEN/Tibor Rauch

Weltweit leiden Millionen von Gänsen und Enten schlimmste Qualen. Ihre Fettleber gilt als Delikatesse, ihre Daunen sollen Winterjacken, Bettdecken und Schlafsäcke kuschelig warm machen. Hierfür werden viele Vögel in ihrem kurzen Leben grausam ausgebeutet.

„Hallo Leute, ich bin Regina Halmich. Ich werde immer wieder gefragt: Boxen, ist das nicht brutal? Ich zeige euch mal, was wirklich brutal ist“, hört man die deutsche Ex-Profi-Boxerin zu Beginn des folgenden Videos sagen. Dann beschreibt sie die grausame Prozedur, die viele Tiere durchmachen müssen: „Gänse werden bei lebendigem Leib gerupft, ein Mal, zwei Mal, bis zu 16 Mal, damit sie mehr Geld einbringen. Dabei reißt natürlich oft die Haut ein. Die wird dann einfach mit Nadel und Faden zugenäht - ohne Betäubung.“ Im Video gezeigte Undercover-Aufnahmen aus Großzuchtbetrieben, die VIER PFOTEN zugespielt wurden, zeigen die brutale Realität hinter der Produktion von Daunen und Fettleber.

„Schon mal was von Stopfleber gehört?“, fährt die 12-fache Weltmeisterin fort. „Gänsen und Enten wird ein Stahlrohr in den Hals gerammt, und sie werden mit einem Futterbrei vollgepumpt. Dadurch werden sie krank und ersticken beinahe. Die Leber wächst auf das Zehnfache an.“

„Ich finde es dermaßen brutal, was Gänse und Enten durchmachen müssen, dass ich dafür kaum Worte finde“, so Regina Halmich. „Das ist eine Qual, die einfach so grausam ist, dass man das öffentlich machen muss.“

»Tiere haben leider kein Stimmrecht und können sich nicht äußern. Man sollte jedes Lebewesen, egal ob Mensch oder Tier, respektvoll behandeln.«

Wie kann ich verhindern, dass ich Produkte ohne Stopfleber und Lebendrupf kaufe?

Selbst wenn in Österreich und in 13 weiteren europäischen Ländern die Stopfmast verboten ist und in den meisten EU-Ländern Lebendrupf nicht praktiziert wird, darf dennoch Fleisch von gestopften und lebend gerupften Tieren importiert und verkauft werden. Eine verpflichtende Kennzeichnung von Gänse- oder Entenprodukten gibt es nicht.

Die tierfreundlichste Variante, Martini zu feiern, ist die fleischlose Alternative (hier findest du beispielsweise ein Rezept für ein veganes Gansl). Wer nicht auf das Martinigansl verzichten möchte, der oder dem empfiehlt VIER PFOTEN das Label „Österreichische Weidegans“, das garantiert, dass es sich um österreichische Tiere handelt, die nicht gestopft und gerupft wurden. Bei Tiefkühl-Produkten aus dem Ausland ermöglicht die VIER PFOTEN-Positivliste eine rasche Kontrolle: vier-pfoten.at

Regina Halmich gegen Stopfmast und Lebendrupf bei Gänsen und Enten

Seit letztem Jahr gibt es zwei unabhängige Kontroll-Systeme, die Transparenz in der Daunenindustrie schaffen sollen. Die Daunenverarbeitenden müssen darin ihre Lieferkette komplett offenlegen und Unabhängige prüfen sämtliche Produktionsschritte vom Zuchtbetrieb bis zum Endprodukt. Diese Systeme werden bisher leider nur von wenigen Herstellenden der Outdoor-Industrie genutzt. Mehr Informationen dazu findest du auf down.four-paws.org.
Die Bettwaren-Industrie implementiert bisher keine vollständige Rückverfolgbarkeit.

Kann also nicht garantieren werden, dass die Daunenprodukte tierleidfrei sind, dann rät VIER PFOTEN davon ab, die jeweiligen Produkte zu kaufen.

»„Stopfleber ist keine Delikatesse – sondern Tierquälerei. Deshalb: Finger weg von Stopfleber und Daunen aus Lebendrupf! Am besten kein Bettzeug und keine Jacken aus Daunen kaufen. Es gibt super Alternativen. Ansonsten: Genau informieren, woher die Daunen kommen.“«
Regina Halmich gegen Stopfmast und Lebendrupf bei Gänsen und Enten
Themen: Tiere, Bio & fair