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Meinem Bauch geht's gut!

Vor allem Frauen leiden unter Problemen im Magen-Darm-Bereich. Warum das so ist – und welche Hausmittel gegen Reizdarm, Verstopfung und Durchfall helfen.

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Frau in Männerhemd hält sich ihren Magen

Belastungen bereiten uns Magenschmerzen

© Thinkstock

Fast jede Frau kennt das: In unangenehmen Situationen "vergeht uns der Appetit" ; Belastungen bereiten uns Magenschmerzen, und wenn wir unsicher sind, haben wir ein "mulmiges Gefühl" im Bauch. Normalerweise vergeht das Unwohlsein rasch wieder. Doch bleiben Konflikte oder belastende Situationen über längere Zeit bestehen, können so genannte funktionelle Magen-Darm-Störungen entstehen.

Typisch für diese Art von Erkrankungen: Obwohl sich die Patientin nicht gesund fühlt, zeigen Ultraschall oder Magen-Darm-Spiegelungen keine organischen Schäden. Frauen sind von diesen funktionellen Störungen viel häufiger betroffen als Männer. Der Hauptgrund für die geschlechtsspezifische Differenz liegt im unterschiedlichen Umgang mit belastenden Situationen: Während Männer dazu neigen, Stress in Aggressionen umzuwandeln, tendieren Frauen dazu, Belastungen zu somatisieren: Bei ihnen schlagen sich Konflikte schneller auf den Magen oder den Darm.

Sanfte Methoden gegen den Reizdarm

Gerade bei Befindlichkeitsstörungen im Magen-Darm-Bereich, die nicht durch organische Erkrankungen ausgelöst werden, haben sich nichtmedikamentöse Methoden bewährt. Leichte Verstimmungen lassen sich oft schon mit Wärmeflasche und Pfefferminztee beheben. Auch das Drücken bestimmter Akupressurpunkte kann innerhalb weniger Minuten für spürbare Erleichterung bei diversen Unpässlichkeiten wie Verstopfung oder Reizdarm sorgen.

Eine wichtige Rolle spielt auch die Phytotherapie: Viele Magen-Darm-Beschwerden wie etwa ein Reizdarm lassen sich mithilfe von Kräutern lindern. Folgende Heilpflanzen gelten als besonders wirksam:

  • Gegen Völlegefühl, Blähungen und Krämpfe hilft Kümmel : Einen halben Teelöffel frisch zerstoßenen Kümmel mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen und zwei bis drei Tassen langsam trinken.
  • Der Klassiker zur Linderung von Verdauungsbeschwerden und Reizdarm ist Pfefferminze . Anwendung: fertige Teebeutel oder in Form von Kapseln (Apotheke).
  • Kamille bewährt sich vor allem bei Krämpfen und Entzündungen im Magen-Darm-Bereich. Einfachste Darreichungsform: fertige Teebeutel.
  • Werden Verdauungsbeschwerden wie etwa Verstopfung durch Störungen von Leber oder Galle verursacht, sind Artischockenblätter ideal. Sie enthalten verdauungsfördernde Enzyme und sind als Tabletten, Saft oder Tropfen in Apotheken erhältlich.
  • Bei gelegentlich auftretender Verstopfung hat sich die kurzzeitige Anwendung von Sennesblättern (erhältlich als Instant-Tee oder Kapseln in Apotheken) bewährt.

Das hilft gegen Verstopfung

Auch Verstopfung ist ein typisches Frauenleiden. Doch man soll nicht immer gleich zu Abführmitteln greifen, der Darm gewöhnt sich sonst leicht daran. Verstopfung ist zwar lästig, aber meist harmlos. Die meisten Frauen machen sich zu früh Sorgen: Die Bandbreite von normalem Stuhlgang reicht von dreimal am Tag bis hin zu einmal pro Woche. Zum Arzt sollte man jedoch dann, wenn die Darmentleerung schmerzhaft oder mit Blutabgängen verbunden ist.

Die wichtigste Maßnahme, um einen trägen Darm in Schwung zu bringen, lautet: Trinken, trinken, trinken! Experten eine Flüssigkeitszufuhr von mindestens zweieinhalb Litern am Tag. Wer Sport betreibt und viel schwitzt, braucht dementsprechend mehr - bis zu sechs Liter täglich.

Auch regelmäßige Bewegung und ballaststoffreiche Ernährung (Obst, Gemüse, Müsli, Vollkornbrot) helfen einem trägen Darm auf die Sprünge. Eine leicht abführende Wirkung haben Melonen, Sauerkraut, Rhabarber oder Feigen. Kontraproduktiv hingegen sind Lebensmittel aus weißem Mehl, Süßspeisen, Fleisch und Wurst, da sie den Darm kaum füllen und somit keinen Reflex zum Stuhlgang auslösen.

Ab wann du zum Arzt solltest

Wichtig: Die Verdauung beginnt hinter den Lippen. Die meisten Menschen essen zu schnell und kauen schlecht. Dadurch wird die Speichelbildung, die wir für die Verdauung brauchen, zu wenig angeregt. Dabei ließen sich allein durch gründliches Kauen viele Beschwerden vermeiden. Leiden wie Gastritis, die sich in Symptomen wie Magendruck, saurem Aufstoßen, Übelkeit oder Appetitlosigkeit äußert, sind typisch für unsere schnelllebige Zeit. Säurelocker wie Kaffee, Zigaretten, Zucker oder Alkohol geben der empfindlichen Magenschleimhaut dann den Rest.

Bei Neigung zu chronischer Gastritis empfiehlt es sich, den Konsum von Säurelockern zu reduzieren, in der Nacht mit erhöhtem Oberkörper zu schlafen (bei Neigung zu Reflux) sowie eine gezielte Stärkung der Bauchmuskulatur. Der Magen-Darm-Trakt samt allen Organen funktioniert besser, wenn der Muskelapparat ordentlich trainiert ist.

Dauern die Oberbauchbeschwerden länger als drei Monate, ist eine Magenspiegelung unumgänglich. Damit geht man sicher, dass nichts übersehen wird. Hinter den Schmerzen kann das Bakterium Helicobacter pylori stecken, das die Magenschleimhaut schädigt, ein Geschwür oder Magenkrebs, der auch bei jüngeren Menschen vorkommen kann.

Übrigens: Therapien wie breiige Schonkost oder Rollkuren für Magenkranke sind überholt. Die neue Richtlinie lautet: Man soll essen, worauf man Appetit hat. Klingt logisch: Was schmeckt, ist auch gesund.