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Imagewandel: Diese Models sind obdachlos

Sie modeln für Stockphotos, ihre Bilder können für Werbung oder Artikel verwendet werden. Doch zu diesen Gesichtern gibt es eine besondere Geschichte.

von

Getty Images FiftyFifty
© view.ceros.com/getty-images

Das Leben von wohnungslosen Menschen ist schon schwer genug, da muss nicht noch eine Ablehnung von der Gesellschaft dazukommen. Aber leider existieren viele negative Vorurteile gegenüber Obdachlosen. Und genau deshalb arbeiten der Bilderdienst Getty Images, die Agentur Havas und die Düsseldorfer Straßenzeitung "Fiftyfifty" an einem Imagewechsel.

Eine Gruppe obdachlosen Menschen, die "Fiftyfifty" verkaufen, hat bei dem Projekt mitgemacht, das "Repicturing Homeless" heißt. Sie wurden in verschiedenen Alltagsszenen aus Job und Freizeit abgelichtet und sehen auf den Bildern tatsächlich wie "normale" Stockfoto-Models aus:

Getty Images FiftyFifty
Havas / Getty Images

Jetzt sollen die Bilder tatsächlich von den Kunden des Bilderdienstes lizenziert werden. Dabei kommt der komplette Erlös der Lizenzen "Fiftyfifty" und den Obdachlosen zu Gute. "Wir haben unsere Chance erkannt um die negative Wahrnehmung obdachloser Menschen zu verändern. Diese Partnerschaft sehen wir als Möglichkeit, einen positiven Wandel für diese Gesellschaftsschicht hervorzurufen." , sagte Paul Foster, CEO von Getty Images.

Getty Images FiftyFifty
Havas / Getty Images

"Wenn ich verkaufe, dann gehe ich nicht so auf Leute zu. Ich mein, ich sage schon 'Guten Tag' und 'Tschüss'' und halte die Tür auf, aber das kommt auch auf die Situation an. Das Shooting war interessant, weil ich noch nie so etwas erlebt habe." , sagte die 36-jährige Vanessa, die seit 10 Jahren auf der Straße lebt. Von vielen der TeilnehmerInnen gibt es ein Video, in dem sie ein wenig von ihrem Leben und dem Fotoshooting erzählen.

Natürlich kann mit "Repicturing Homeless" nicht das Leben aller Obdachlosen verändern, doch es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Denn unsere Vorurteile beeinflussen uns mehr, als wir denken. Und da ist es gut, die Bilder in unseren Köpfen aufzumischen und mit neuen, positiven zu ergänzen.

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