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Rettungskette und andere Juwelen

Das wertvollste Schmuckstück der Welt ist die Rettungskette. Denn an ihr hängt das für uns kostbarste Juwel des gesamten Planeten: unser Leben. Aus welchen Gliedern besteht die Rettungskette und was können wir tun, um sie aufzuwerten?


Rettungskette und andere Juwelen
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Das Wichtigste zuerst: Die Rettungskette ist viel zu wertvoll, um sie nicht anzunehmen, wenn sie sich einem anbietet. An ihrem reibungslosen Ablauf hängen Menschenleben. Viel zu oft scheitert es ganz am Anfang bei ihrer Initialisierung. Kostbare Zeit verstreicht, bis ein Beobachter sich auf die Situation einlässt und das Herz besitzt, aktiv zu werden. Mut ist gefragt – der Mut sich nicht abzuwenden, der Mut sich heranzuwagen an leidende oder gar sterbende Menschen. Keine leichte Aufgabe. Aber weit schwerer als zu helfen, ist es, die grauenvolle Wahrheit zu ertragen, durch unterlassene Hilfeleistung für den möglichen Tod eines Mitmenschen mitverantwortlich zu sein.

Glied 1 der Rettungskette: Absichern

Zu helfen ist wichtig und richtig. Keinesfalls sollte man dabei aber die eigene Sicherheit aus den Augen verlieren. Wird man Zeuge eines Autounfalls, so besteht die erste Aufgabe darin, die Unfallstelle abzusichern. Das platzierte Warndreieck verhindert einen Auffahrunfall. Es wäre eine schlechte Bilanz, wenn Wiederbelebungsmaßnahmen von einem Folgeunfall unterbrochen würden, der das Leben des ursprünglichen Unfallopfers, das des Helfers und nachkommender Verkehrsteilnehmer aufs Spiel setzt.

Glied 2 der Rettungskette: Notruf

Je früher die Rettungskräfte alarmiert werden, desto größer die Chancen, Schlimmeres zu verhindern. Mit der 144 rufen Ersthelfer in Österreich die Rettung. Mit der 112 gelangt man europaweit zur allgemeinen Notrufzentrale. Die gefährlichste Falle, in die man als Zeuge eines Unfalls tappen kann, ist anzunehmen, jemand anderer würde helfen. Stattdessen sollte man davon ausgehen, dass genau das, den anderen Beobachtern in diesem Moment durch den Kopf geht. Je mehr Menschen für die Hilfeleistung verfügbar sind, desto geringer die Chance, dass tatsächlich jemand aktiv wird – eben aus diesem Trugschluss heraus. Deshalb: Aus dem Denkfehler heraustreten, Mut zusammennehmen und aktiv werden!

Eine gute Option, um sich selbst bei einem Autounfall vor der Untätigkeit anderer zu schützen, sind Telematik-Systeme. Technik auf dem neuesten Stand kann mittlerweile auch schon ganz unkompliziert durch einen Stecker für den Zigarettenanzünder im Auto montiert werden, so zum Beispiel beim Allianz Drive Stick. Bei einem Aufprall setzt das Gerät automatisch ein Notsignal ab. Auch manuell kann Hilfe angefordert werden. Ist der Fahrer in Schwierigkeiten kann er so rasch Unterstützung herbeirufen und seine Position über den GPS-Sender exakter vermitteln als jeder andere Helfer. Neben Allianz und Uniqa ist auch der ÖAMTC eine sehr gute Anlaufstelle für Informationen zur Telematik-Ausstattung des eigenen Fahrzeugs.

Glied 3 der Rettungskette: Erste Hilfe

Selbst bei schneller Alarmierung der Rettungskräfte durch beherzte Zeugen oder automatisierte Telematik-Systeme ist das Leisten von Erste-Hilfe-Maßnahmen ein äußerst entscheidendes Glied in der Rettungskette. Auch wenn der letzte Erste-Hilfe-Kurs schon eine Weile zurückliegt und man es sich als Ersthelfer nicht zutraut, die richtigen Aktionen zu setzen, ist es von großer Bedeutung, in die Situation zu gehen und aktiv zu werden. Wegsehen ist immer die falsche Entscheidung. Einen Notruf abzusetzen und den Opfern beizustehen, bis die professionellen Hilfskräfte eingetroffen sind, das schafft jeder.

Bei starken Blutungen ist es wichtig, diese schnellstmöglich zu stillen. Ein Druckverband hilft, wobei das Wort „Druck“ wichtiger ist als das Wort „Verband“. Eine schicke Wickeltechnik ist nicht erforderlich und deren Nichtbeherrschung dementsprechend auch keine Ausrede, inaktiv zu bleiben. Das Verbandszeug unaufgerollt fest auf die Wunde zu drücken, ist schon ein großer Schritt, der eine schwere Blutung im Zaum hält und den Betroffenen am Leben. Eine weitere Maßnahme, mit der Ersthelfer viel bewirken können, ist die stabile Seitenlage bei bewusstlosen, aber noch atmenden Personen. Ist die Atmung nicht mehr aufrecht, muss unbedingt die Herzdruckmassage erfolgen, bis die Rettungskräfte vor Ort sind.

Ein Erste-Hilfe-Auffrischungskurs beim Roten Kreuz ist unter Garantie eine interessantere und wertvollere Freizeitbeschäftigung als die x-te Wiederholung der x-ten TV-Serie.

Glied 4 und 5: Rettungsdienst und Krankenhaus

Ab hier kann der Ersthelfer die unmittelbare Verantwortung in die Hände der Profis legen. Die Sanitäter (und/oder Ärzte) übernehmen die Versorgung der Verletzten und stellen den raschen Transport ins nächste Krankenhaus sicher. Dort wird dann das 5. und letzte Glied der Rettungskette aktiv. In der Notfallambulanz bzw. dem Spital wird die ärztliche Behandlung fortgeführt oder eingeleitet.

Je besser die einzelnen Glieder der Rettungskette ineinandergreifen und je schneller die Initialisierung der Rettungskette erfolgt, desto größer die Chancen, einem Menschen in Not zu helfen. Drei von fünf Gliedern liegen damit also in der Regel in der Hand unbeteiligter Beobachter, deren Willen und Mut aktiv zu werden, über Leben und Tod entscheiden können. Damit sind dieser Wille und dieser Mut kostbarster Juwelenbesatz für unsere wertvolle Rettungskette.

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