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So kündigst du (ohne alle Brücken abzubrechen)

Gratulation, du hast einen neuen Job gefunden. Aber das bedeutet nicht, dass du alle Brücken zum alten abbrechen solltest. Wie du besser kündigst.


So kündigst du (ohne alle Brücken abzubrechen)
© The Devis Wears Prada/Screenshot

Es hat geklappt! Du hast die Chance, einen neuen Job in einem anderen Unternehmen anzutreten, eine neue Herausforderung, eventuell mehr Geld. Auch wenn die Euphorie dich treibt und du am liebsten heute statt morgen anfangen würdest: Schau', dass du in deinem alten Beruf nicht alle Brücken einfach so abbrichst und, kaum hast du die Kündigung ausgesprochen, geistig nicht mehr anwesend bist.

Zum Einen wäre es schade, wenn du all das, was du mit deiner harten Arbeit erreicht hast, durch achtloses Verhalten bei der Kündigung zunichte machst. Und außerdem: Du kannst nie wissen, ob du die Gunst deines Chefs nicht doch noch irgendwann einmal brauchen wirst (Man sieht sich immer zweimal im Leben, der Spruch hat viel Wahres!). Selbst wenn du zu neuen Karriere-Ufern aufbrichst: Mach' dir im alten Job keine Feinde.

Wie also kündige ich richtig?

1

KÜNDIGE SCHRIFTLICH - UND PERSÖNLICH. Aus Beweisgründen solltest du immer schriftlich kündigen. Trotzdem ist es (wie bei jeder anderen Trennung) eine Frage des Respekts, diese auch persönlich und von Angesicht zu Angesicht auszusprechen. Wie du niemals kündigen solltest: Per E-Mail, per SMS oder Office-Chat. Achtung: Die Kündigungsfrist läuft ab dem Moment, in dem du die Kündigung ausgesprochen und schriftlich übergeben oder zugestellt hast (Postweg einkalkulieren!). Der Kündigungstermin ist dann der Zeitpunkt, an dem das Arbeitsverhältnis beendet sein soll. Wenn deine Kündigungsfrist einen Monat beträgt, musst du also beispielsweise bis zum 31. Juni kündigen, um ab 1. August woanders anzufangen.

2

LASS DEINE KOLLEGEN NICHT VÖLLIG HÄNGEN. Auch wenn deine Kündigungsfrist vielleicht nur einen Monat beträgt: Damit kein böses Blut bleibt, solltest du für einen geordneten Übergang sorgen. Das bedeutet eventuell auch, dass du ein oder zwei Tage länger bleibst, um einen neuen Kollegen einzuschulen oder eine geordnete Übergabe zu garantieren. Wenn du offene Projekte hast, dann solltest du ebenfalls dafür Sorge tragen, dass mit deinem Abgang kein Chaos ausbricht.

3

LÜGE NICHT ÜBER DIE GRÜNDE DER KÜNDIGUNG. Gut, es kann sein, dass du deinen aktuellen Job hasst und dein Chef ein schreckliches Ekel ist. Dann solltest du diese Beweggründe bei deiner Kündigung freilich eher unterdrücken. Aber wenn es einfach eine bessere Option gibt, mehr Karrieremöglichkeiten oder ein spannenderes Berufsumfeld, dann kannst du das bei deinem Kündigungsgespräch ruhig ansprechen. Und nicht eine "böse Erkrankung in der Familie" oder irgendeinen anderen erfundenen Grund vorschieben.

4

ORGANISIERE DEN ÜBERGANG. Niemand ist geholfen, wenn du einfach verschwindest und hinter dir die Sintflut ist. Nicht einmal dir, denn die böse Nachrede kann sich vielleicht sogar bis in dein neues Arbeitsumfeld rumsprechen. Deshalb sorge für einen friktionsfreien Übergang, indem du schriftlich wichtige Punkte für deine Nachfolgerin dokumentierst, sie einarbeitest oder auch noch in den ersten Tagen erreichbar bist, falls Fragen auftauchen.

5

LASS DEINE FREUDE NICHT ZU SEHR RAUSHÄNGEN. Natürlich bist du happy, dass du bald einen neuen Job annehmen kannst. Kaum hast du das Kündigungsgespräch mit gehabt, fällt eine Last von dir. Trotzdem solltest du dir deine Freude nicht zu extrem anmerken lassen und deinen Kollegen bei jeder Gelegenheit unter die Nase binden, wie froh du bist, dass du nur mehr zehn Tage durch diese Bürotür kommen musst... Man wird das persönlich nehmen. Und das hinterlässt böses Blut.

6

SCHREIB ZUM ABSCHIED NOCHMALS EIN MAIL. Auch wenn du deinen Arbeitgeber nicht leiden konntest und du froh bist, dass du die Tür hinter schließen kannst: Schreib' zum Abschied trotzdem nochmals eine kurze Notiz, in der du dich für die Möglichkeit und das Umfeld bedankst. Irgendetwas wird dir schon einfallen – und dir bricht auch kein Zacken aus der Krone, wenn du noch ein paar nette Worte hinterlässt. So gehst du mit einem guten Gefühl. Und dein Ex-Boss wird das in deinen Referenzen berücksichtigen.

Thema: Karriere

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