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Mit dieser Einstellung erreichst du ALLES!

Sind wir den Launen des Schicksals hilflos ausgeliefert? Nein, sagt Peter Stacher. In seinem Buch erklärt der Journalist, wie man sein Leben selbst in die Hand nimmt. Uns verriet er, wie sich Wünsche erfüllen, wenn man mit der richtigen Einstellung durch den Tag geht.

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Alles erreichen - richige Einstellung

Lebst du das Leben, das dir gut tut?

© istockphoto.com

Beim Laufen kommen ihm immer die besten Gedanken. Und sie drehen sich alle um die Frage: "Wie mache ich dieses eine Leben, das ich habe, zum bestmöglichen?" Vier Jahre lang hat Peter Stacher, Redakteur bei ORFeins und Vater eines sechsjährigen Sohnes, seinen grauen Zellen kaum eine Pause gegönnt. Hat überlegt, ausprobiert und bei Fachleuten nachgelesen. Herausgekommen ist sein neues Buch: "Das Universum steckt in dir - Schluss mit unerfüllten Wünschen!", in dem er zu dem eindeutigen Ergebnis kommt: Keine höhere Macht erfüllt dir deine Träume, das kannst du nur selber tun. Wichtig dafür ist, genau zu prüfen: Was will ich wirklich? Funktioniere ich Tag für Tag, ohne Erfüllung und Zufriedenheit zu empfinden? Essenziell ist es auch, seine Gefühle nicht irgendwie wuchern zu lassen, sondern einordnen zu können. "Es sind oft Kleinigkeiten, die uns sabotieren", so der Autor. Als weitere Voraussetzungen für ein erfolgreiches Leben gelten gute Verhandlungsstrategien mit dem Unbewussten sowie die Fähigkeit, sich vor Neuem nicht zu fürchten. Zufrieden mit den eigenen Erkenntnissen, sieht der 40-jährige Stacher sein Leben als sehr gelungen an. "Ich hab einen tollen Job, ein tolles Kind und einen tollen Freundeskreis." Lediglich die tolle Partnerin fehlt noch, aber für die Öffnung in diese Richtung ist nach Abschluss der Buchrecherchen jetzt wieder mehr Zeit. Richtig Spaß macht ihm das Leben auch jetzt schon. "Weil ich selbstbestimmt bin und mich nicht mehr von den Forderungen anderer leiten lasse. Weil ich auch nicht mehr Ja sage, nur weil ich mich nicht traue, Nein zu sagen." In den Schoß ist dem Wiener dabei nichts gefallen. "Ich wollte eigentlich Schauspieler werden, war aber nicht erfolgreich genug!", gibt er zu. Er entschloss sich, Publizistik zu studieren, kellnerte nebenbei und konnte schließlich in seinem jetzigen Job Fuß fassen. Wir sprachen mit Peter Stacher über ein Lebenskonzept, das keine Wünsche offen lässt.

»ES GILT, DAS UNBEWUSSTE ZU ÜBERZEUGEN.«

WOMAN: Sie haben sich mehr Gedanken übers Leben gemacht als so mancher Wissenschafter!
STACHER: Möglich (lacht), aber es hat mich immer schon total beschäftigt, wie das Leben idealerweise zu bewältigen ist. Denn ich wollte das tollste Leben haben, das ich haben kann.

WOMAN: Erst haben Sie es wie so viele mit Wünschen ans Universum versucht.
STACHER: Ja ich habe "The Secret", das Paradebuch zu diesem Thema, 2007 gelesen und war erst begeistert. Aber für mich hat es nicht wirklich funktioniert. Wenn man dran glaubt, schreibt man glückliche Ereignisse dem Universum zu, und alles, was nicht hinhaut, hat man eben selbst verpatzt. Als meine Beziehung damals in die Brüche ging, machte ich mir Vorwürfe. Hatte ich die Trennung herbeigerufen? Weil ich nach einem Streit unbewusst gewünscht hatte, meine Partnerin nie wiederzusehen? Aber sowieso kam es mir immer lächerlicher vor, auf ein höheres Wesen zu warten, das mir meine Wünsche erfüllt.

WOMAN: Und wer soll's dann machen?
STACHER: Ich selber. Das Leben ist fordernd & anstrengend, und wenn ich nicht selbst aktiv werde, wird's kein anderer für mich tun. Bequemer wär's natürlich, wenn einem das Universum das Frühstück ans Bett bringt ...

WOMAN: Und dazu den Traumpartner, den Superjob und mehr Geld.
STACHER: Genau. Aber das kann ich alles erreichen, wenn ich die richtige innere Einstellung habe.

WOMAN: Wie kommt man zu der?
STACHER: Man muss erst einmal ergründen, was man wirklich will. Welche Wünsche und Ziele man hat. Dafür braucht man Zeit für sich selbst. Herz und Bauch sagen es einem dann schon. Sie müssen sich selbst der Wichtigste sein. Wer nur für alle anderen Zeit hat und deren Erwartungen folgt, lässt sich leicht treiben und von außen beeinflussen. Der schafft es dann nicht, sein Leben selbst zu bestimmen. Ganz wichtig ist es auch, auf gute Gefühle zu achten.

Peter Stacher
Der Autor Peter Stacher (40) auf der Mariahilfer Straße

WOMAN: Wie meinen Sie das genau?
STACHER: Wer fröhlich und optimistisch ist, erreicht mehr im Leben. Wie oft kommt es aber vor, dass man ein unangenehmes Gefühl im Bauch hat und nicht weiß, warum. Anstatt immer unrunder zu werden, soll man überlegen: Was nagt wirklich an mir? Dann wird man drauf kommen, dass die Freundin komisch war oder die letzte Bemerkung vom Kollegen gemein. Ich hatte letztens ein Grummeln im Bauch, weil ich mich wegen eines ungerechten Strafzettels doch mehr ärgerte, als ich erst dachte.

WOMAN: Und diese Dinge, eher Kleinigkeiten, machen so viel aus?
STACHER: Ja, gerade diese Kleinigkeiten sind echte Saboteure. Ungeklärte Sachen können lange und intensiv in einem arbeiten. Sie ziehen einen mit der Zeit immer mehr runter. Und wenn man das nicht löst, kommt das nächste und dann das nächste Problem. Aber wer mit sich kämpft oder belastet ist, strahlt weniger Fröhlichkeit aus, ist weniger aufgeschlossen. Dann geht man auch eher am Traumpartner vorbei und macht vielleicht nicht die große Karriere, weil man so ein Muffel ist.

»Sie müssen sich selbst der Wichtigste sein. Wer nur für alle anderen Zeit hat, schafft es nicht, sein Leben selbst zu bestimmen.«

WOMAN: Ist klar. Den Teufelskreis also gar nicht erst entstehen lassen
STACHER: Genau. Gleich zum Telefon greifen und die Freundin anrufen. Das Problem mit dem Kollegen klären und den Strafzettel unter "shit happens" einordnen. Dinge nicht vor sich herschieben. Das belastet sehr. Wichtig ist auch: Konsumieren Sie nicht zu viel Negatives und Trauriges. Das bezieht sich auf dramatische TV-Serien genauso wie auf schlechte Nachrichten in den Medien und die Gegenwart negativer Menschen. Sie fühlen sich down und wissen nicht, warum.

WOMAN: Und wie komme ich da wieder raus?
STACHER: Egal, was einen bedrückt: Die oberste Prämisse ist immer: Was kann ich dafür machen, dass es mir wieder gutgeht? Ich zum Beispiel gehe in den Wald. Manchmal schalte ich mir auch einen Song auf YouTube mit Lyrics ein und singe laut dazu. Ein anderer geht vielleicht auf ein Eis oder shoppen. Man soll jedenfalls sofort versuchen, wieder eine gewisse Freude zu finden. Die Erkenntnis daraus ist: Es dreht sich nicht alles um das Problem, das ich habe. Die Welt hält noch so viel anderes für mich bereit.

WOMAN: : Aber wenn es um eine einschneidende Sache geht, eine Trennung, eine Kündigung. Da hilft wohl kein Eis ...
STACHER: Sagen Sie das nicht (lacht)! Aber natürlich gehen Menschen unterschiedlich mit Schicksalsschlägen um. Da geht es um die Resilienz, die innere Widerstandskraft. Ich würde mir in so einem Fall sagen: Was ist "the worst case"? Sterbe ich daran? Nein. Kann man selbst aus dieser Situation etwas Gutes machen? Ja. Im Falle der Kündigung: Vielleicht wollte ich eh schon immer eine Boutique, ein Kaffeehaus eröffnen. Mich beruflich verändern. Man muss für neue Herausforderungen offen sein. Das gilt auch, wenn eine Beziehung zerbrochen ist. Wir sitzen oft in unserer kleinen Blase und sehen die große Welt drumherum nicht. Ein guter Tipp: Ab und zu in die Natur gehen und weit in die Ferne blicken, das hilft.

WOMAN: Lieber näher als ferner würden viele die Erfüllung ihrer Wünsche sehen. Aber nur auf ein Wunder zu warten, ist ja, wie Sie sagen, zu wenig. Auch wenn man grundsätzlich gut drauf ist, oder?
STACHER: So ist es. Man kann seinen Wunsch verinnerlichen, am besten, indem man ihn aufschreibt. Sie kommen aber nicht drum herum, selbst aktiv zu sein. Wenn Sie etwa nach einem schönen Haus mit Garten suchen: Erzählen Sie das nicht dem Universum, sondern allen Freunden und Bekannten. Dann spricht es sich herum, und irgendwann kommt ein Geheimtipp. Man soll frohen Mutes dranbleiben an seinen Wünschen, denn meist braucht es Geduld.

WOMAN: Der frohe Mut scheint vielen schon abhanden gekommen zu sein, wenn es um den Wunschpartner geht, oder?
STACHER: Ja, schaut so aus. Es gibt sehr viele, die allein sind. Da spreche ich vor allem auch von meiner Generation der 40-Jährigen. Man hat sich sein Leben allein eingerichtet und kann sich gar nicht vorstellen, sich wieder auf einen anderen einzulassen, der ein ganz anderes Leben hat - und diese beiden Leben zu kombinieren. Wir vermissen es aber in Wirklichkeit. Da ist es ganz wichtig, sich herauszuwagen und sich zu öffnen, wenn man spürt, ein Mensch ist es wert. Das Bewusstsein würde da schon mitmachen, aber das Unbewusste bremst. Es findet alle möglichen Gegenargumente. Da muss man das Unbewusste erst wieder überzeugen. Das hat die schlechten Erfahrungen, die wir gemacht haben, gespeichert und will uns vor neuem Schmerz bewahren. Das Unbewusste hält auch gern an dem fest, was es kennt. Egal ob gut oder schlecht. Also muss ich ihm erst beibringen, dass auch ein Leben zu zweit angenehm sein kann. Nichts überstürzen, sondern Schritt für Schritt angehen.

WOMAN: Das geht?
STACHER: Ja, auf allen Gebieten. Wenn ich zum Beispiel schüchtern bin und mich nicht traue, in Gesellschaft zu reden, dann muss ich mich überwinden und zuerst mal ein Wort einwerfen, dann mal einen Satz - und durch die positiven Reaktionen der anderen dem Unbewussten zeigen, dass man doch eh nicht gleich niedergemacht wird. Aber was die Partnersuche angeht, werden ja auch die bewussten Ausschlussgründe immer mehr: der hat Schlapfen an, der ist Frühaufsteher, der sammelt Modellautos Kommt alles nicht infrage, da kann einer noch so lieb sein.

WOMAN: Und wie ist das mit der berühmten Anziehung?
STACHER: Die Anziehung ist, dass man offen für das ist, was man will. Wenn Sie nach der Yoga-Stunde einer zum Tee einlädt, der Ihnen gefällt, Sie aber mit gesenktem Kopf lieber eilig hinausstürzen, werden Sie nie erfahren, ob das der Richtige ist.

WOMAN: Warum würde man das machen?
STACHER: Weil man sich über Neues nicht drübertraut. Aber wir haben das Leben, um Erfahrungen zu sammeln, es kennenzulernen und wirklich zu erleben. Nicht, um uns treiben und Tag um Tag vergehen zu lasssen, ohne neue Horizonte anzusteuern. Wir haben nur das eine Leben. Und wir müssen mit uns selbst zusammen sein. Wollen wir da jeden Tag mit einem aufstehen, der schlecht drauf ist und sich in Selbstmitleid ergießt, oder mit einem, der fröhlich ist? Und dafür können wir selbst die Rahmenbedingungen schaffen, auch die finanziellen.

WOMAN: Das würden jetzt viele abstreiten.
STACHER: Aber warum? Wir können selbst entscheiden, was wir machen und wie viel Zeit und Energie wir für unsere jeweiligen Ziele investieren. Wir sind auch nicht gefangen in einem Beruf oder einer Branche. Man kann sich immer neue Fähigkeiten aneignen. Wichtig ist, dass das, was man tut, sich nicht wie Arbeit anfühlt, weil man es so gerne macht, dass es zum Leben dazugehört. Und durch diese Begeisterung wird man erfolgreich sein. Egal wie und was: Es kommt immer darauf an, ob ich ein gutes Gefühl dabei habe. Nicht irgendwer anderer.

Das Universum steckt in dir - Peter Stacher

"Das Universum steckt in dir", heißt Peter Stachers Buch bei Ueberreuter, € 16,99 . Seine Tipps zur Wunscherfüllung beruhen u. a. auf vielen Studien.

Themen: Psychologie,

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