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Amok: So verhältst du dich richtig

Nizza, Würzburg, München, Reutlingen, Ansbach: Gewalt eskaliert, plötzlich, unerwartet. Wie du dich im Falle eines Amoklaufs richtig verhältst.


Amok: So verhältst du dich richtig
© Reuters

Terror. Amok. Die Schlagzeilen der letzten Wochen verängstigen, verunsichern. "Wenn jetzt in der Nähe ein Martinshorn ertönt, zucke ich unwillkürlich zusammen," so ein Reporter nach dem Amoklauf in München im ZDF Heute Journal .

  • Freitag: In Nizza rast ein 31-jähriger Tunesier mit einem LKW in die feiernde Menge, tötet 84 Menschen und verletzt 202 schwer.
  • Montag: Ein junger Afghane (17) schlägt mit einer Axt auf Reisende in einem Regionalzug bei Würzburg ein. Fünf Verletzte, Täter tot.
  • Freitag: Ein Deutsch-Iraner (18) läuft vor einem Münchner Einkaufszentrum Amok und erschießt neun Menschen, danach sich selbst.
  • Am Sonntag tötet ein Syrer (21) eine Schwangere mit einem Dönermesser auf einer Straße in Reutlingen. Täter im Krankenhaus.
  • In der Nacht zum Montag dann der Selbstmordanschlag eines syrischen Flüchtlings (27) bei einem Festival im deutschen Ansbach. Zwölf Verletzte, Täter tot.

Fünf Horror-Taten. Unerwartet. Plötzlich. Heimtückisch. Und auf einmal das Bewusstsein, dass es jeden treffen kann, dass der plötzliche psychotische Schub eines Wahnsinnigen kaum zu verhindern ist. Bleibt die Frage:

Wie verhalte ich mich im Falle eines Amoklaufs richtig?

Wie kann ich mich retten? Wie kann ich das Leben anderer retten? Fakt ist: Es gibt keine Musterlösung für richtiges Verhalten in einer solchen Ausnahmesituation. Aber ein paar Regeln, die man im Hinterkopf haben sollten.

Seit den Terroranschlägen von Paris am 13. November 2015 gibt es in Frankreich Schulungen durch die Feuerwehr. Erste Hilfe-Kurse, in denen die Teilnehmer lernen, wie sie Verletzte in Sicherheit bringen können, wie man Blutungen stillt oder Schusswunden abbindet. Dazu wurde ein dreiminütiger Aufklärungsfilm produziert, in dem Verhaltensregeln im Falle eines Terroranschlags oder Amoklaufs erklärt werden.

PANIK VERMEIDEN

Es hört sich fast unmöglich an, vor allem als Normalbürger ohne jedes Training. Dennoch sollte man versuchen, halbwegs die Ruhe zu bewahren. Denn nur dann hat man die Chance, die Situation richtig einzuschätzen und daraus eine Verhaltensoption abzuleiten.

WEGLAUFEN

Sicherheitsexperten raten: Flucht ist die beste Lösung. So schnell es geht sollte man sich von der Gefahrenquelle entfernen.

UNAUFFÄLLIG BLEIBEN

Wenn ich als Einziger nach links laufe, während alle anderen nach rechts laufen, mache ich die Attentäter auf mich aufmerksam. In einer Menge sollte man sich also möglichst unauffällig verhalten.

POLIZEI INFORMIEREN

Wenn man in Sicherheit ist - schnell die Polizei alarmieren und detaillierte Informationen weitergeben. Versuchen, nur das wirklich Erlebte wiederzugeben und keine Vermutungen anstellen.

VERSTECKEN

Wenn man Versteck- oder Deckungsmöglichkeiten findet, sollte man sie unbedingt nutzen, um dann im Schatten das Geschehen zu verlassen. Am besten sucht man sich ein Versteck, aus welchem man den Raum beobachten kann und nicht sofort bei Betreten des Raumes entdeckt wird. Und, wenn keine Fluchtoption gegeben ist: Das Versteck verbarrikadieren! Am besten legt man sich auf den Boden oder versteckt sich hinter großen Gegenständen – so macht man sich selbst zu einem kleineren Ziel.

STILL HALTEN

Auch im Versteck gilt: Ruhe bewahren. „So kann man herausfinden, ob es ruhiger geworden und ein Stürmen der Polizei vernehmbar ist. Betreten Menschen das Versteck, sollte man sich auf keinen Fall hektisch bewegen und beobachten, ob es sich um einen Polizisten oder einen Attentäter handelt.

HILFE RUFEN

Im Versteck kann man überprüfen, ob ein Kontakt nach außen herstellbar ist. Möglicherweise kann man nach draußen schauen und Botschaften senden oder über das Mobiltelefon Hilfe rufen, ohne dass es die Attentäter mitbekommen.

Thema: Report