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Daddy swingt für Teddy

Robbie Williams: Sein neues Album "Swing Both Ways" zeigt den Sänger wieder in Höchstform. Uns verriet er alles über seine prominenten Duett-Partner – und wie ihn Töchterchen Teddy inspiriert. Plus: Robbie kommt im April 2014 nach Wien!

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Daddy swingt für Teddy
© 2013 Getty Images

Er betörte die Frauenherzen, war dabei aber drogensüchtig und depressiv. Nach einem Entzug (2007), der Hochzeit mit Ayda Field (2010) und der Geburt seiner Tochter Theodora "Teddy" Rose (2012) ist Robbie Williams clean und glücklich. Vorbei die Zeiten, in denen er „Popstar werden wollte, um mit all den hübschen Mädchen zu schlafen“, angebrochen die Phase „In der einen Hand halte ich die Fernbedienung, in der anderen das Baby.“ Seine Verehrerinnen konnten dem drolligen, übergewichtigen Neo-Daddy – im Video zu „Candy“ noch dazu in unvorteilhaftes Rosa gezwängt – allerdings weniger abgewinnen … Seit 15. 11. kann Entwarnung gegeben werden: Da präsentierte der Entertainer nicht nur sein supergutes Abum "Swing Both Ways" mit Fifties-Hits und neuen Songs von Guy Chambers – sondern auch sich selbst wieder "in Form". Wir baten zum Talk.

WOMAN: Die häufigste Frage in unserer Redaktion: Huch! Ist Robbie plötzlich ergraut?

Williams: Nein, der graue Fleck ist gefärbt - Idee meiner Frau.

WOMAN: Gar keine echten Grauen?

Williams: (lacht) Genug!

WOMAN: Und wäre auf dunkel färben ein Thema, wenn die noch mehr werden?

Williams: Sicher nicht! Ich weiß, wie sowas an älteren Herren aussieht …

WOMAN: Sie singen auf Ihrer ersten Single: "Go gentle through your life“. Wollen Sie freundlicher, sanfter durchs Leben gehen, nun, da Sie Vater sind?

Williams: Das Lied ist eher ein Versprechen an Teddy: "Alle Tage und Nächte werde ich da sein.“ Als ich es schrieb, war ich nicht sicher, ob ich das Versprechen halten kann - sie war ja gerade erst auf diesem Planeten angekommen und ich so viele Jahre lang ein Egoist gewesen, der kaum auf sich selbst aufpassen konnte. Dass jemand so viel Liebe und Schutz von mir braucht, macht mir noch immer ein bisschen Angst.

WOMAN: Und? Konnten Sie das Versprechen bis jetzt halten?

Williams: Ich gebe mir als Daddy ganz gute Noten. Natürlich war es schwer, als ich auf Tour ging, weil ich immer so müde war. Sie war ja mit dabei, spielte in der Garderobe auf meinen Knien, während ich geschminkt und frisiert wurde. Aber nach der Show wurde es mit dem vielen Adrenalin im Körper oft vier, fünf Uhr früh, ehe ich schlafen ging. Und plötzlich waren zwei Monate vorbei, in denen ich eigentlich nicht viel von Teddy hatte.

WOMAN: Haben Sie da oft Schuldgefühle?

Williams: Ja, absolut, immer!

WOMAN: Sie fluchen gern - auch vor der Kleinen?

Williams: Meine Frau und ich haben leider einen Hang zu vulgären Ausdrücken, also fürchten wir, dass auch unser Kind einmal fluchen wird. Hoffentlich können wir ihr wenigstens beibringen, dass sie's nicht tut, ehe sie alt genug dafür ist. Aber in dem Punkt kann man mich nicht mehr ändern …

WOMAN: Das ist Ihr zweites Swing-Album. Hätten Sie gern in dieser Zeit gelebt?

Williams: Als mein Vater abhaute (Pete Williams verließ die Familie, als Robbie drei war), hinterließ er einen Haufen Schallplatten von Frank Sinatra, Ella Fitzgerald und Nat King Cole und war so in einer Ecke des Wohnzimmers immer präsent. Ich bin als Teenie mit Hip Hop aufgewachsen, aber dieser Glamour der 50er war meine erste musikalische Liebe. Ich habe als Knirps die Texte auswendig gelernt, die Sänger nachgemacht. Die Lieblingssongs von damals habe ich jetzt aufgenommen.

WOMAN: Sie haben tolle Duettpartner, etwa Kelly Clarkson bei der Liebesballade "Little Green Apples“, Lily Allen bei "Dream A Little Dream“.

Williams: Kelly kenne ich persönlich nicht, aber ihre Interviews bringen mich immer zum Lachen. Und Lily Allen ist Lily Allen. Sehr clever. Sehr chic. Große Stimme. Großes Ego, wie ich!

WOMAN: Sehr witzig ist auch der "Dschungelbuch“-Hit "I Wanna Be Like You“ mit Olly Murs!

Williams: Olly habe ich zum Fressen gern! Wir haben dieselben Wurzeln: Freche, patzige Kerlchen, die Popstars werden wollten und ihren Job ganz gut machen.

WOMAN: Mit Michael Bublé singen Sie die Eigenkomposition "Soda“. Gibt´s zu ihm auch Ähnlichkeiten?

Williams: Ja, die gleichen Unsicherheiten! Wir hatten ein Telefongespräch, das ging fast eine Stunde so hin und her: "Das gibt's nicht! Das empfindest du auch so?! Was tust du dagegen? Ich weiß nicht!“ All das Zeug, das mir im Kopf herumgeht, ist auch in seinem.

WOMAN: Selbst geschrieben haben Sie auch "No One Likes A Fat Pop Star“ …

Williams: Noel Gallagher nannte mich ja den "fetten Tänzer von Take That“ und jeder weiß, dass ich leicht unehme. Ich wollte einmal mit Humor diese Gewichtspolizei aufzeigen, wie besessen die Leute von ihrem Gewicht sind!

WOMAN: Das Image wird immer wichtiger, siehe Miley Cyrus' Performance. Viele sagen, Frauen werden in der Musikindustrie übersexualisiert. Was meinen Sie?

Williams: Wenn Miley ihren Hintern zeigen will, dann muss ihr erlaubt sein, das zu tun - es ist ja wirklich nichts, was wir nicht schon früher gesehen hätten! Natürlich wird ein Kind, das in die Disney-Schiene gepresst wurde, eines Tages dagegen revoltieren. Sie hat die Leute dazu gebracht, über sie zu reden. Und hoffentlich wirkt sich das auf die Album-Verkäufe aus.

Robbie kommt im April 2014 nach Wien.

Am 28. April macht Robbie Williams mit seiner "Swings Both Ways"-Tour in der Wiener Stadthalle Station! Der allgemeine Vorverkauf für Wien startet am Freitag, den 6. Dezember um Uhr unter stadthalle.com, oeticket.com oder telefonisch unter 01 96096.