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Rötliche Flecken und raue Haut bei aktinischer Keratose

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Rötliche Flecken und raue Haut bei aktinischer Keratose

Rötliche Flecken und raue Haut bei aktinischer Keratose

© APA/APA/dpa/Universitätsmedizin EssenAPA/APA/dpa/Karl-Josef HildenbrandAPA/APA/dpa/Christin KloseAPA/APA/dpa/Patrick Pleul

Die Haut schuppt und fühlt sich rau an, ähnlich wie ein Reibeisen. Meist treten auch rötlich-braune Flecken auf: All das können Anzeichen für eine aktinische Keratose sein. Dahinter verbirgt sich eine chronische Hautschädigung. Sie gilt als Vorstufe zu weißem Hautkrebs. Längst hat sie den Charakter einer Volkskrankheit. "Schätzungen zufolge sind von dieser Hautveränderung mindestens acht Millionen Menschen betroffen", so Dermatologe Prof. Dirk Schadendorf.

Die schuppenden, rötlichen Flecken treten meist an Körperstellen auf, die dem Sonnenlicht häufig ungeschützt ausgesetzt sind - etwa Stirn, Nase, Handrücken, Arme, Dekolleté oder Glatze. Oft entsteht aktinische Keratose durch eine angehäufte UV-Dosis, die ein Mensch im Laufe des Lebens abbekommen hat. "Daher zeigt sich die Erkrankung bei Betroffenen in der Regel erst ab einem Alter von 50 oder 60 Jahren", so Dermatologin Marion Moers-Carpi.

"Je mehr sie sich vor der Sonne schützen, desto besser ist es für die Haut", betont Schadendorf. Konkret bedeutet das: Sonnencreme idealerweise mit Lichtschutzfaktor 50 verwenden und etwa einen Hut mit möglichst breiter Krempe tragen.

Wer solche Schutzmaßnahmen über Jahre hinweg versäumt, kann eines Tages an aktinischer Keratose erkranken. "Kritisch wird es, je länger die aktinische Keratose besteht", sagt Moers-Carpi. Die Hautschädigung kann sich zu einem bösartigen, örtlichen Tumor entwickeln: Plattenepithelkarzinom oder Spinaliom genannt.

"Damit ist nicht zu spaßen, weil er in die Tiefe der Haut geht und vergleichsweise schwer zu behandeln ist", sagt sie, und rät: Schuppende, rötliche Hautflecken frühzeitig von einer Hautärztin oder einem Hautarzt untersuchen lassen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, aktinische Keratose zu behandeln - beispielsweise mit einer Creme, die Patienten auf betroffenen Hautpartien auftragen. "Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist chemisches Peeling", so Schadendorf.

Oder die sogenannte Kyrotherapie: Dabei werden betroffene Stellen mit flüssigem Stickstoff vereist. Der Nachteil dieser Behandlungsform: "Sie hinterlässt häufig weiße Flecken", sagt Moers-Carpi. Aus ihrer Sicht sei es besser, betroffene Partien mit einer Lösung zu verätzen. "Das funktioniert gut bei kleineren aktinischen Keratosen."

Oder Mediziner entfernen die erkrankten Stellen - schaben betroffene Hautpartien ab, oder lasern sie weg. Vorher sollte ein Arzt jedoch mit Hilfe einer Gewebeprobe untersuchen, wie tief die Haut bereits geschädigt ist, rät Moers-Carpi. Bei tiefer gehenden Schäden, kann man mit einer Operation betroffenes Gewebe entfernen.

Schadendorf zufolge ist auch die photodynamische Therapie eine Option: Dabei wird eine Creme oder ein Gel auf die Hautstellen getupft und wirkt dort bis zu vier Stunden ein. Anschließend wird die Hautpartie für mehrere Minuten mit Licht einer bestimmten Wellenlänge bestrahlt. Betroffene Stellen können direkt danach brennen, schmerzen und teils nässen - doch schließlich kommt es für eine Weile zu einem glatten und narbenfreien Hautbild.

Welche Methode die beste ist, hängt vom Einzelfall ab. "Dabei muss man sich allerdings klar machen, dass die Behandlung, egal welche, nicht zu einer dauerhaften Heilung führt, sondern zumeist für einen begrenzten Zeitraum Linderung verschafft", erklärt Schadendorf. Die Haut glättet sich zwar, aber es kann immer wieder zu Rückfällen kommen.

Wer solche Behandlungen aus dem Weg gehen will, sollte frühzeitig vorsorgen - und sich vor der Sonne schützen. Am besten meidet man die UV-Strahlung, wenn sie am stärksten ist - oft zwischen 12 und 15 Uhr. "Hilfreich ist auch, sich am UV-Index zu orientieren", sagt Moers-Carpi. Er gibt die sonnenbrandwirksame UV-Strahlung pro Tag an.

Den UV-Index findet man in vielen Wetter-Apps. Je höher der Wert ist, desto schneller kann ein Sonnenbrand bei ungeschützter Haut auftreten. Bei einem Wert von 0 bis 3 ist die Welt in Ordnung. Ab 4 heißt es Sonnencreme auftragen. Ab einem Wert von etwa 8 sollte man sich besonders gut schützen - also etwa in der Mittagszeit besser drinnen aufhalten.