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Das war der romantischste Kuss bei Olympia

Unzählige Umarmungen und Küsschen wurden während der olympischen Spiele ausgetauscht. Aber den Kuss von Gus Kensworthy und seinem Freund toppt niemand.

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Das war der romantischste Kuss bei Olympia
© Twitter.com/guskenworthy

Der amerikanische Freestyle-Skifahrer Gus Kensworthy hatte Großes vor in PyeongChang. Vor vier Jahren hatte er im Freestyle-Bewerb eine Silbermedaille gewonnen. Nun wollte er dasselbe schaffen, wenn nicht noch Besseres. Deshalb fuhr er trotz einer mit Blutergüssen übersäten Hüfte und einem gebrochenen Daumen bei der Qualifikation mit.

Er schaffte es, doch leider wurde er in der Gesamtwertung nur 12. von 12, da er beim letzten Sprung einen großen Fehler einbaute. Man kann also sagen, dass uns Kensworthys sportliche Performance bei diesen olympischen Spielen nicht wirklich in Erinnerung bleiben wird. Doch an eine andere Handlung des Amerikaners werden wir uns noch erinnern:

Nach dem Bewerb küsste er seinen Freund Matthew Wilkas vor laufenden Kameras. Der Kuss der zwei Liebenden wurde innerhalb kürzester Zeit viral. "Ich habe in dem Moment gar nicht bemerkt, dass wir gefilmt wurden, aber ich bin so glücklich, dass es passiert ist. In meiner Kindheit sah man in TV-Übertragungen von den olympischen Spielen keine Küsse zwischen Homosexuellen. Aber nun konnte ein Kind einen solchen Kuss sehen! Liebe ist Liebe ist Liebe." , schrieb Kensworthy auf seinem Twitter-Account.

Gus Kensworthy in Action / Getty Images

Der Spitzensportler ist seit drei Jahren geoutet und so einer der wenigen homosexuellen Bewerber bei den olympischen Spielen. Auch, dass er einen Freund hat, ist kein Geheimnis. Matt Wilkas weiß aber, welcher Druck auf Kensworthy lastet. "Es ist hart. Er will gemeinsam mit Adam (Adam Rippon, ein schwuler, amerikanischer Eisläufer, Anm.) einer der Helden in der Community sein. Aber ich glaube, dass macht ihm noch mehr Stress. Auf beiden Seiten sind Menschen. Die LGBT-Community schaut zu ihm auf und dann gibt es jene Menschen, die ihn dafür hassen und die sehen wollen, wie er scheitert. Und diesen will er das Gegenteil beweisen." , erzählte Wilkas Time Magazine.

Doch auch, wenn er diesmal auf sportlicher Ebene dem Scheitern nahe gekommen ist, sagt das nichts über seine sportliche und menschliche Integrität aus. Vielmehr ist es sehr mutig von ihm, seine sexuelle Orientierung offen auszuleben. Doch Gus Kensworthy weiß genau, warum er es tut: "Ich glaube fest daran, dass man Homophobie nur durch eine vermehrte Repräsentation von Homosexualität bekämpfen kann. Als Kind hatte ich das nicht. Ich glaube, ich hätte einen einfacheren Weg gehabt, wenn ich ein schwules Pärchen bei den olympischen Spielen gesehen hätte. Deshalb hoffe ich, dass mein Kuss da geholfen hat."

Thema: Liebe

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