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Mini-Lehrer bringen Schulkindern Empathie bei

Sie sind Babys, aber sie sind auch LehrerInnen! Die Organisation "Roots of Empathy" kämpft gegen Mobbing und setzt dabei auf Säuglinge.

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Roots of Empathy
© rootsofempathy.org

Das Baby schaut sich im Klassenraum um. Alle Augen sind auf die kleinen Fäuste, die dicken Bäckchen und den Speichelfaden gerichtet, das aus dem Mundwinkel des Babys läuft. Manche der Kinder lachen, andere schauen dem Säugling einfach nur fasziniert zu, wie es versucht einen kleinen Ball in die Hände zu bekommen. Als der Säugling es schafft, klatschen manche der Kinder sogar Beifall.

So sieht eine typische Stunde mit dem Baby-Lehrer aus. Es wird natürlich nicht nur beobachtet, sondern auch darüber gesprochen, wie es dem Säugling geht, was er fühlt und wie er sich entwickelt. Die Schulkinder lernen von ihrem Baby-Lehrer Mitgefühl, Fürsorge und vor allem Empathie, also die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen.

In der heutigen Zeit, wo Cyber-Mobbing nur eine von vielen Mobbing-Spielarten ist, ist es besonders wichtig präventiv an die Sache heranzugehen. Am besten man fängt bei den Kleinsten damit an. Und genau dafür ist "Roots of Empathy" auch gedacht. Die kanadische Organisation fokussiert sich auf die Arbeit mit Kindergarten- und Volksschulkindern. Mit Hilfe von freiwilligen Familien und ihren Säuglingen können die Kinder allerhand lernen.

1996 gründete Mary Gordon "Roots of Empathy". Mittlerweile ist ihre damals sehr neuartige Methode durch viele Studien gestützt. Es ist bewiesen, dass Kinder, die an diesem Programm teilnehmen weniger aggressiv sind und so weniger in Mobbing involviert sind, als andere Kinder.

"Wenn Kinder wüssten, wie sie ihre Gefühle benennen können, wie sie darüber sprechen können, dann wären wir keine Inseln mehr und auch der psychischen Gesundheit unserer Gesellschaft würde es besser gehen." , sagt Mary Gordon in einem Beitrag der BBC. "Durch das Baby und wie es sich benimmt, erkennen die Kinder, dass sie nicht alleine mit ihren Gefühlen sind. Und es ist sehr schwer jemanden zu hassen, wenn sie sich so fühlen wie du selbst!"

Die Idee von "Roots of Empathy" klingt so gut, doch leider gibt in Österreich noch keine Zweigstelle der weltweiten Organisation.

Themen: Report, Eltern

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