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„Routine mag ich nicht!“

„Zwei gesunde Hände, zwei gesunde Füße, und die Welt gehört dir‘, hat meine Mama immer gesagt“, erzählt uns Rosa S. von ihrem Lebensmotto. Heute ist die 61-Jährige seit vier Jahren im wohlverdienten Ruhestand. Eine Entscheidung, die sie trotz finanzieller Abschläge keinen Tag bereut. Wir haben die ehemalige Bürokauffrau zum Interview getroffen: ein Gespräch über Karriere, Familie & Zukunft.


„Routine mag ich nicht!“
© cemera-photography.com

Dieser gesamte Seiteninhalt ist eine entgeltliche Einschaltung der Bank Austria und ERGO Versicherung

Rosa S. ist 61 und seit vier Jahren im wohlverdienten Ruhestand. Dank 42 Dienstjahren und privater Vorsorge kann sie ihre Pension nun entspannt genießen..

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Heute sind Sie im wohlverdienten Ruhestand. Was haben Sie davor gemacht?

Rosa S.: Ich habe überwiegend als Bürokauffrau gearbeitet und war dabei in unterschiedlichen Funktionen tätig – viele Jahre in der Fakturierung und Lohnverrechnung. Als dann 1995 das Betriebssystem Windows kam, war ich gerade in einem Textilwarenhandel tätig und habe Kurse belegt, um schließlich in die EDV zu wechseln. Hier habe ich sogar ein EDV-Netzwerk mit aufgebaut, das gemeinsam mit einer IT-Firma an 60 Standorten des Unternehmens eingeführt wurde.

Und wie lange sind Sie bereits in Pension?

Rosa S.: Da ich bereits mit 15 Jahren ins Berufsleben eingetreten bin und trotz meiner beiden Kinder immer Vollzeit beschäftigt war, hatte ich mit 57 Jahren meine 42 Dienstjahre – damals genug, um hierzulande als Frau in Pension zu gehen. Und dafür habe ich mich dann auch, trotz finanzieller Abschläge, entschieden.

Sie haben mit 15 Jahren zu arbeiten begonnen. Heute braucht es unbezahlte Praktika, die einem Tür und Tor in die Arbeitswelt öffnen. Können Sie sich noch erinnern, wie es war, als Sie ins Arbeitsleben eingestiegen sind?

Rosa S.: Zu gut! Das war nämlich eine recht witzige Geschichte, wie ich damals zu meiner Lehrstelle gekommen bin (lacht). Als ich endlich das Zeugnis, das meine beendete Schulpflicht bestätigt hatte, in Händen hielt, ging’s für mich direkt von der Steiermark per Autostopp nach Wiener Neustadt. Auf dem Arbeitsamt angekommen, fragte mich eine Dame, was ich mir denn vorstellen würde. Fest stand: Verkäuferin und Kellnerin wollte ich ebenso wenig werden wie Friseurin. Also hat die nette Beamtin ihre Karteikärtchen nach freien Stellen durchsucht. Und siehe da, in einem Büromaschinenhandel war gerade ein Lehrling fertig und somit eine Stelle frei geworden. Ein Telefonat, und keine halbe Stunde später wurde ich beim Chef des Unternehmens vorstellig. Nach einem Blick aufs Zeugnis und zwei, drei Fragen stellte er fest: „Gut, dann beginnst du eben am Montag zu arbeiten!“ Wie? Moment? Am Montag?, fragte ich mich. „Na ja, ein bisschen Urlaub hätte ich schon gern! Mit August kann ich beginnen“, schoss es aus mir heraus. „Gut, dann sehen wir uns am 1. August.“ Und damit haben meine Lehre und in weiterer Folge mein Arbeitsleben begonnen.

Der Grundstein war somit gelegt. Was waren weitere, wichtige Karriereeckpfeiler in Ihrem Leben?

Rosa S.: Als ich nach drei Jahren meine Lehre beendet hatte, habe ich noch ein weiteres Jahr bei meinem Seniorchef gearbeitet, ehe er das Geschäft zugesperrt und verkauft hat. Weil ich die Vorstellungen des neuen Unternehmers nicht geteilt habe, bin ich schließlich nach Graz gegangen. Hier habe ich den Vater meines Sohnes kennengelernt, der dann zum Bundesheer nach Wien einberufen wurde. Und weil ich in Graz ohnehin nicht wirklich Fuß fassen konnte – die Wohnung war für den Verdienst zu teuer und das Feiern interessanter als das Arbeiten –, bin ich mit 20 Jahren ebenso nach Wien gegangen, wo ich letztendlich auch geblieben bin.

In Wien waren Sie demnach 37 Jahre lang in einem Unternehmen tätig?

Rosa S.: Nein, Routine mag ich gar nicht (lacht)! Wenn Arbeit zur Routine wurde, ist es langweilig geworden. Dann habe ich gewechselt, weil mir die Herausforderung gefehlt hat. Unterm Strich, kann man sagen, war ich im Durchschnitt nie länger als fünf bis sieben Jahre in einem Unternehmen tätig.

Hatten Sie nie Probleme, neue Stellen zu finden?

Rosa S.: Ich war eigentlich in der glücklichen Lage, immer zwei, drei Jobangebote in petto gehabt zu haben. Auch mit 50 Jahren habe ich noch einmal den Arbeitgeber gewechselt und hatte selbst da die Qual der Wahl zwischen zwei Stellen. Heute sind die Zeiten aber anders …

Was war Ihnen in Ihren Jobs wichtiger: dass Sie etwas machen, das Sie erfüllt, oder dass Sie gut verdienen?

Rosa S.: Ohne Geld geht’s nicht. Das habe ich vor allem während der Jahre, die ich alleinerziehend war, festgestellt. Aber grundsätzlich ist Geld nicht alles. So war es mir immer wichtiger, einen Job zu haben, den ich mochte und in dem ich auch einen Sinn gesehen habe. Auf lukrative Arbeit in Hamsterrädern hatte ich wenig Lust.

Würden Sie vom heutigen Standpunkt aus sagen, dass Sie immer Jobs hatten, die Sie tatsächlich erfüllt und glücklich gemacht haben?

Rosa S.: Wissen Sie, im Berufsleben braucht es auch die Bereitschaft, sich mit Gegebenheiten zu arrangieren. Und ich wusste ja, worauf ich mich mit der Lehre einlasse. Aber grundsätzlich hätte ich immer gern etwas anderes gemacht –ursprünglich wollte ich Kindergärtnerin werden. Davon hat man mir allerdings abgeraten, als man mich singen gehört hat (lacht).

Sie sind selbst Mutter zweier Kinder und haben dennoch nie in Teilzeit gearbeitet?

Rosa S.: Genau. Bei meinem ersten Kind, von dessen Vater ich mich relativ rasch getrennt habe, bin ich damals nach Wien gegangen und hatte für drei Jahre eine Stelle als Hausbesorgerin, die es mir ermöglicht hat, kostenlos zu wohnen und mir meine Arbeitszeiten frei einzuteilen. Eine schwierige, aber zugleich sehr schöne Zeit.

Gab es jemanden, der Sie damals unterstützt hat?

Rosa S.: Mit Unterstützung durch den Vater meines Sohnes hatte ich weder im Alltag noch finanziell zu rechnen. Allerdings haben Freunde, die mich erst auf die Stelle als Hausbesorgerin aufmerksam gemacht hatten, in diesem Haus gewohnt. Die haben mir durchaus unter die Arme gegriffen, wenn mal Not am Mann war.

Hatten Sie keine Zukunftsängste?

Rosa S.: Nein, eigentlich gar nicht. Meine Mutter hat immer gesagt: „Zwei gesunde Hände, zwei gesunde Füße, und die Welt gehört dir!“

Heute sind Sie verheiratet …

Rosa S.: Und das, obwohl ich eigentlich gar keinen Mann wollte und gesucht habe (lacht)!

Wie kam’s dann doch dazu?

Rosa S.: Ich war mit meinem Sohn bei Freunden und wollte eigentlich gerade gehen, als ich bei der Tür raus bin und ein Mann zu Besuch kam. Der hat mich angeschaut und gemeint: „Jetzt, wo ich komme, gehst du?“ Und ich dachte: Naja, eigentlich kannst du auch noch bleiben. Und so kam’s, dass ich Christian, meinen Mann kennengelernt habe. Nach zwei Jahren hat er bei meinem damals fünfjährigen Sohn um meine Hand angehalten hat. Und nach drei Jahren folgte unsere gemeinsame Tochter.

Heute haben Sie einen Mann, auf den Sie sich verlassen können. Wie sieht die Rollenverteilung innerhalb Ihrer Ehe aus?

Rosa S.: Eigentlich recht klassisch. Im Großen und Ganzen war der Haushalt immer meines – aber auch nur, weil ich dabei ganz klar meine Eigenheiten habe (lacht). Ist jedoch Kraft gefordert oder müssen die Kästen oben abgewischt werden, ist Christian gefragt. Demnach würde ich sagen, dass wir einander ganz gut ergänzen. Auch in puncto Finanzen.

Ist es Ihnen trotz Ehe wichtig, finanziell unabhängig zu sein?

Rosa S.: Definitiv! Ich würde jedem zur Unabhängigkeit raten, und das nicht nur in finanziellen Belangen. Ich finde, dass man Abhängigkeit auf allen Ebenen und auch geschlechtsunabhängig vermeiden sollte.

Wenn ich richtig gerechnet habe, sind Sie mittlerweile das vierte Jahr in Pension. Haben Sie sich damals auf den Ruhestand gefreut?

Rosa S.: Nachdem ich durchschnittlich 60 Stunden pro Woche gearbeitet habe, war es irgendwann genug, und ich habe mich durchaus auf die Pension gefreut. Deshalb habe ich letztlich auch den finanziellen Abschlag in Kauf genommen.

Und was hat sich seither verändert?

Rosa S.: Ich bin den ganzen Tag in der Natur! Dafür hat es mir früher schlicht an Zeit gefehlt. Zudem hat sich meine Ernährung verändert – heute versuche ich, jeden Tag frisch zu kochen, und setze dabei vor allem auf regionale und saisonale Zutaten, die ich vom Markt hole. Dafür blieb früher nur an Wochenenden und im Urlaub Zeit.

Und in puncto Ehe?

Rosa S.: Ganz ehrlich? Ein bisschen mühsam wird es auf Dauer schon. Aber man muss es positiv sehen – so hat man eine neue Herausforderung, und die braucht es auch, damit einem nicht langweilig wird. Und langweilig wird mir mit meinem Mann selten (lacht).

Gibt es Enkelkinder, die Sie im Alltag auf Trab halten?

Rosa S.: Leider noch nicht. Aber ich freue mich drauf.

Wenn es dann so weit ist, wartet eine neue Vollzeitherausforderung …

Rosa S.: IIch denke, dass meine Kinder, die beide sehr selbstständig sind, ihren Alltag gut selbst meistern werden und es nicht gutheißen würden, wenn ich ständig bei ihnen wäre. Aber natürlich stehe ich selbstverständlich jederzeit gern zur Verfügung, wenn Hilfe benötigt wird.

Konnten Sie damals mit der Unterstützung Ihrer Eltern rechnen?

Rosa S.: Meine Mutter war bereits 38 Jahre, als ich auf die Welt gekommen bin. Hinzu kommt, dass die Entfernung zwischen der Steiermark und Wien doch recht groß ist – vor allem, wenn man nicht motorisiert ist. Das hat das Ganze ziemlich schwierig gemacht. Und mein Vater ist leider noch vor meiner Geburt verstorben …

Wenn wir in die Zukunft blicken: Welche Ziele haben Sie?

Rosa S.: Mein größtes Ziel ist es, so lange wie möglich gesund und fit im eigenen Umfeld zu leben. Dafür setze ich auf reichlich Bewegung, gesunde Ernährung und versuche, Stress weniger an mich heranzulassen.

Gibt es so etwas wie Stress in der Pension überhaupt?

Rosa S.: Jetzt sag ich Ihnen einmal etwas: Früher habe ich täglich von halb sechs bis sechs Uhr morgens die Tageszeitung gelesen. Seit ich in der Pension bin, habe ich – Moment, ich will nicht lügen – vielleicht fünf Zeitungen gelesen. Mir fehlt’s schlicht an Zeit …

Wie haben Sie sich Ihre Pension früher vorgestellt?

Rosa S.: Eigentlich gar nicht. Meine Erwartungshaltungen versuche ich meistens, so gut es geht, zurückzuschrauben, da ohnehin immer alles anders kommt – das kann ich heute aus Erfahrung sagen.

Hatten Sie jemals Angst vor Altersarmut und deshalb zusätzlich vorgesorgt?

Rosa S.: Dank meiner vielen Pensionsversicherungsjahre – auch wenn meine staatliche Pension nicht wirklich hoch ist – hatte ich glücklicherweise immer die Sicherheit, später einmal über die Runden zu kommen. Somit war Altersarmut nie wirklich ein Thema, das mich ernstzunehmend beschäftigt hat. Als ich Anfang 30 war, habe ich eine Pensionsversicherung abgeschlossen, um einen Puffer im Alter zu haben – eine weise Entscheidung, die ich nicht bereue. Außerdem war es mir immer wichtig, Eigentum für die Pension anzuschaffen, um die Fixkosten so gering wie möglich zu halten. Für eine möglichst sorglose Zukunft ist bereits in jungen Jahren eine gewisse Voraussicht ratsam.

Gibt es etwas, das Sie heute anders machen würden?

Rosa S.: Ich würde schauen, mehr Zeit für meine Kinder zu haben. Die kommt nämlich nie wieder …

Was würden Sie Ihrem früheren Ich beziehungsweise jungen Frauen heute raten?

Rosa S.: Unabhängigkeit, Selbstständigkeit und sich Zeit für die Kinder zu nehmen.

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