Ressort
Du befindest dich hier:

Rosa Spielzeug für Mädchen? Wie das auch Burschen beeinflusst

Die Art und Weise, wie Spielzeug aussieht, hat sich vor allem in den letzten Jahren stark verändert: Es wird immer mehr in Spielzeug für Mädchen und Jungen unterschieden. Aber diese Stereotype schon in früher Kindheit können gefährliche Auswirkungen haben.

von

Rosa Spielzeug für Mädchen? Wie das auch Burschen beeinflusst
© iStockphoto.com

Boys will be boys? Männer sind Ars.........? Ja, weil wir es ihnen schon von Kindheit an eingetrichtert haben! Auch durch die Spielzeug-Industrie, wie die Institution "Let Toys Be Toys" eindrücklich zu vermitteln weiß:

Früher war beispielsweise Lego für alle da. Heute gibt es Lego speziell für Mädchen - mit Einkaufszentren, Friseursalons und vor allem der Farbe Pink. Und auch bei anderem Spielzeug wird mittlerweile streng nach Geschlecht getrennt? Warum eigentlich? Abgesehen davon, dass so die Industrie doppelt verdient, weil nun die Kinder nicht mehr alle mit den gleichen Sachen spielen.

Aber das ist nicht nur eine Herausforderung für Mädchen in der Entwicklung, sondern ebenso für die Burschen. Jungen, die einfach gerne Rosa mögen, wird oft beigebracht, dass das doch nicht geht, weil es als Mädchenfarbe angesehen wird (wobei dies historisch erst seit wenigen Jahrzehnten so ist - früher war's genau umgekehrt und Blau die Farbe der Mädchen).

Denn "wie ein Mädchen zu sein" wird stets als negativ gedeutet: "Du läufst ja, wie ein Mädchen!". "Heul nicht - du bist ja kein Mädchen". "Stell dich nicht so an wie eine Prinzessin." Ein Mädchen oder eine Frau zu sein, wird immer mit Schwäche oder huch! Emotionen gleichgesetzt. Und was bringen wir unseren Töchtern und Söhnen damit wohl bei? Mädchen werden weniger selbstbewusst und Burschen wagen es nicht mehr, ihre Gefühle zu zeigen oder zu äußern.

Darüber hinaus wird statistisch gesehen mit männlichen Kindern weniger gesprochen. Es wird ihnen weniger vorgelesen. Schon ab dem Alter von sieben Jahren haben Jungen weitaus weniger Vokabular, um ihre Emotionen auszudrücken - mit Ausnahme von Wut.

Und genau das zeigt sich bedauerlicherweise dann auch in einer anderen Statistik: Zwischen 20 und 49 Jahren sterben mehr Männer durch Suizid, als durch Krebs, Unfälle oder Herzerkrankungen. Weil sie schon von klein auf gelernt haben, ihre Gefühle zu verbergen und nicht um Hilfe zu fragen.

Das zeigt sich auch in der Sprache, die in der Werbung für Spielzeug verwendet wird: Bei Burschen kommen am häufigsten die folgenden Worte vor: Kampf, Abenteuer, Kontrolle, Macht, Explosion.

Welche Wörter in Spielzeug-Werbung verwendet wird.

Bei Mädchen hingegen: Magie, schön, Spaß, Haare - und kein einziges der Worte der Buben.

Welche Wörter in Spielzeug-Werbung verwendet wird.

Sogar die Wörter Liebe und Freundschaft scheinen bei Jungen tabu. Bei heranwachsenden Mädchen wird Freundschaft und Nähe zelebriert - ist es wirklich so undenkbar, dass männliche Teenager sich auch einmal gegenseitig ihre freundschaftliche Zuneigung zeigen können?

Und dann wundern wir uns, dass aus den lieben Kleinen keine empathischen sowie liebevollen Erwachsenen, Partner oder Väter werden? Vielleicht würde sich das ja ändern, wenn sie auch einmal mit Puppen Familie spielen dürften? Stattdessen bekommen sie Spielzeugpistolen oder -kanonen.

Aber das können wir selbst ändern: Indem wir nicht das Spielzeug auswählen, das scheinbar nur für ein Geschlecht gemacht wurde. Indem wir ihnen zeigen, dass Freundlichkeit, Mitgefühl und Emotionen etwas Wertvolles sind, dessen man sich ganz und gar nicht schämen muss. Indem man Kinder frei von Verurteilungen und Klischees aufwachsen lässt und man sie einfach sie selbst sein lässt.

Thema: Sexismus