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Oh no! Rotwein ist doch nicht so gesund

Ein Glas Rotwein am Abend soll gut fürs Herz, für die Gesundheit sein. Hieß es bis jetzt. Doch jetzt schenken uns Mediziner (leider!) reinen Wein ein.

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rotwein diät
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Nein, nein und nochmals nein: Diese Studie mögen wir ganz und gar nicht. Bislang haben uns Mediziner nämlich immer die perfekte Ausrede geliefert, warum ein Gläschen Rotwein am Abend nicht nur was leckeres, sondern sogar etwas ist, was unsere Gesundheit fördert. Rotwein, so hieß es, sei gut für die Herzfunktion, Rotwein sei so gut wie ein einstündiges Workout (unsere Lieblingsthese!). Mehr noch: Er soll sogar schlank machen!

Doch jetzt ist Schluß mit Prost ohne schlechtes Gewissen. Denn etliche Studien, die im August auf dem Europäischen Kardiologiekongress (ESC) in Rom vorgestellt wurden, behaupten unisono etwas anderes: Rotwein, so die Mediziner, ist gar nicht so gesund wie bislang vermutet.

Rowein-Konsum wirkt sich nicht auf Herz-Kreislauf-Gesundheit aus

Bei der „The danish nurses’ cohort study“ handelt es sich um eine durchaus valide Langzeitstudie: 20 Jahre lang untersuchten dänische Wissenschaftler in Zusammenarbeit mit 19.000 Krankenschwestern, wie sich individueller Alkoholkonsum tatsächlich auf die Gesundheit auswirkt.

Dabei wurden Fragebögen, in denen Patienten Angaben zu ihrem individuellen Alkoholkonsum gemacht haben, mit Daten zu Todesursachen und Gesundheitsstatus aus dem dänischen Krankenhausentlassungs-Register abgeglichen; unter Ausklammerung weiterer Gesundheits-, Lebensstil- und psychosozialer Faktoren.

Das Ergebnis der Forschung: Gemäßigter Genuss von Rowein (also das berühmte Glaserl am Abend) hatte gar keine Auswirkungen auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit aus. Weder positiv noch negativ.

Und noch etwas kam beim ESC-Kongress heraus. Im Rahmen der amerikanisch-israelischen CASCADE-Studie erforschten Mediziner den Einfluss gemäßigten Alkoholkonsums auf die Entwicklung von Arterienverkalkung bei (gut eingestellten) Diabetes-Patienten, die zuvor keinen Alkohol getrunken hatten. Die Probanden wurden in drei Gruppen aufgeteilt. Eine Teilnehmergruppe erhielt täglich zusätzlich jeweils 150 Mililiter Mineralwasser, eine andere dieselbe Menge Weiß- und eine Gruppe Rotwein.

Wie die Autoren später zusammenfassten, konnten in der zweijährigen Studienzeit keine messbaren Veränderungen der Gefäß- oder Halsschlagadervolumen festgestellt werden.

Weil wir das Rotweinglas ja immer eher halb voll als halb leer sehen, schließen wir mit der wunderbaren Weisheit: Hifts nix, schad's nix!

Thema: Ernährung