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Basis für morgen schaffen

Sparen. Das klingt irgendwie nach Einschränkung, Spaßbremse und Verzicht. Wer will das schon? Finanzexpertin Larissa Kravitz erklärt, warum man für eine Zukunft, in der man sich einiges leisten möchte, nicht drum herumkommt.


Basis für morgen schaffen
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Was das langfristige Denken und Planen betrifft, haben wir Menschen laut Neuroökonomen und Verhaltensforschern kein besonders großes Talent dafür“, sagt Vermögensberaterin Larissa Kravitz. Die Wissenschafter Dan Ariely und Jeff Kreisler fanden in Studien heraus, dass wir unsere Fähigkeit, für die Zukunft zu sparen, tendenziell stark überschätzen und unser impulsives Konsumverhalten massiv unterschätzen. „Kein Wunder, denn unser Gehirn ist nicht darauf ausgerichtet. Für unsere prähistorischen Vorfahren war der Drang, alles aufzuessen, was im Moment verfügbar war, ein wichtiger Überlebensmechanismus“, weiß die Expertin. Dieser habe sich evolutionär gehalten, obwohl wir heutzutage in Europa um die 85 Jahre alt werden und uns die Logik eigentlich diktiert, dass wir deswegen unsere Ressourcen über einen längeren Zeitraum verteilen müssten: „Die Argumente für die langfristige finanzielle Vorsorge sind umfassend. Wir werden nicht nur älter, sondern bekommen auch immer weniger Kinder.“ Während 1960 eine Frau in Österreich durchschnittlich 2,7 Kinder zur Welt brachte, sind es aktuell nur knapp 1,5. Diese demografische Veränderung übt Druck auf unser Pensionssystem aus.

Vorausdenken. Wer 2019 in Pension ging, bekam im Durchschnitt 1.275 Euro (wobei die Antrittspension für Männer bei 1.594 Euro lag, für Frauen bei 1.060 Euro). Große Sprünge, die Weltreise oder eine Überwinterung auf Mallorca gehen sich mit diesen Beträgen kaum aus. Es kommt öfter vor, dass der Alltag pensionierter Frauen von Sparen und Nebenjobs dominiert wird. Arbeiten bis 70 oder länger ist bereits Realität. Jungen Menschen wird aufgrund der Brisanz des Themas und der aktuellen Pensionswerte bewusst, dass die Zukunftsaussichten fürs Alter ohne private Vorsorge nicht sehr rosig sind. Tipp: Individuelle Sparpläne gibt es ab der nächsten Seite.