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Russische Methoden: Die Wodka Strategie

Im Land von Väterchen Frost werden kleinere Beschwerden mit besonderen Hausmitteln behandelt. Hier die Rezepte!


Russische Methoden: Die Wodka Strategie
© Corbis

Rote Rüben , Knoblauch, Zwiebeln, Kartoffeln, Wodka: Diese Zutaten sollten Sie bei kleinen Wehwehchen schnell zur Hand haben - zumindest, wenn es nach der russischen Volksmedizin geht. Im größten Land der Erde ist der Weg zum Arzt oft weit, darum müssen bei Beschwerden häufig Zutaten aus dem Garten für die Heilung herhalten.

Hausapotheke:
Die russische Volksmedizin arbeitet mit allen Mitteln, die uns die Natur zur Verfügung stellt. Sie sind leicht zugänglich - und vor allem billig. Wodka darf dabei nicht fehlen. Allerdings wird das hochprozentige Destillat nicht in die Kehle gegossen, sondern für Tinkturen und Lösungen (gegen Bluthochdruck, Angina etc.) verwendet. Natürlich ist regelmäßiger Wodkakonsum schädlich. Aber zur Extraktion von Wirkstoffen ist er sehr nützlich.

Schnelle Hilfe:
Immer im Haus haben sollte man laut Nowikowa folgende fünf Produkte: Honig , Knoblauch, Zwiebeln, Moos- und Preiselbeeren und nicht zuletzt Schweinespeck. Honig ist ein wahres Allheilmittel und hilft pur zum Essen oder in Cremes verarbeitet bei Erkältungen, Magen-Darm-Problemen, (Brand-)Wunden, Gelenksproblemen, stützt den Kreislauf und lindert Hautprobleme. Auch Knoblauch wirkt, in Mahlzeiten konsumiert oder als Tinktur verarbeitet, ähnlich, wird zusätzlich als Arterioskleroseschutz sowie bei Empfindungsstörungen verwendet. Und er soll das Energiegleichgewicht wiederherstellen. Esoteriker würden sogar sagen, er reinigt die Aura.

Kraft der Natur:
Ein altes russisches Sprichwort besagt, die Zwiebel behandle hundert Leiden. Gute Dienste leistet sie, in Umschläge gewickelt oder zu Saft verarbeitet, jedenfalls bei Grippe, Ohrproblemen, Entzündungen, Zahnfleischerkrankungen und Zyklusbeschwerden. Moos- und Preiselbeere werden gestampft, getrocknet oder frisch bei allen Frauenkrankheiten, Infektionen von Atem- und Harnwegen sowie bei Hautproblemen verwendet.

Tierischer Einsatz:
Auch Schweinespeck findet sich unter den wichtigsten Hausmitteln. Seltsamerweise sinken Cholesterinwerte, wenn täglich 40 g ungesalzener Schweinespeck Teil der Nahrung sind. Außerdem mildert er Zahnschmerzen, und erwärmtes Schweinefett ist die Basis vieler Heilsalben.

Rituale:
Wie es sich für Volksmedizin gehört, dürfen natürlich auch magische Rezepte nicht fehlen. So werden Warzen weggezaubert, indem der Betroffene eine frische Kartoffel auseinanderschneidet, die Warze mit jeder Hälfte einreibt und die beiden wieder aneinandergelegten Hälften im Anschluss vergräbt. Die Warze verschwindet, sobald die Kartoffel zu verfaulen beginnt. Bei aller Wirksamkeit: Bei ernsten Problemen oder einem Notfall empfiehlt es sich den Gang zum Arzt.

Die einfachsten Rezepte zum Selbermachen:

Schnupfen: Viermal täglich fünf bis sechs Tropfen frischen Rote-Rüben-Saft in jedes Nasenloch geben. Drei bis vier Tage wiederholen.

Halsschmerzen: In ein Glas warmes Wasser 1 TL Zitronensäure (aus der Apotheke) und zwei EL Wodka geben, fünf- bis sechsmal täglich gurgeln.

Kopfschmerzen: Frische Weißkohlblätter mit der Innenseite auf Nacken, Schläfen, Stirn legen, mit Schal bedecken, 40 Minuten rasten.

Regelschmerzen: 30 Minuten vor dem Essen 2 TL frischen Selleriesaft einnehmen.

Verstopfung: Täglich auf nüchternen Magen ein Glas warmes Wasser mit 2 TL Apfelessig trinken.