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Ruzowitzky ließ Hollywoodstar Olivia Wilde fast erfrieren

Die Dreharbeiten zu seinem Hollywood-Debüt "Deadfall" haben den österreichischen Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky ("Die Fälscher") in die verschneiten Wälder Kanadas geführt - und Hauptdarstellerin Olivia Wilde bis an ihre Grenzen. Jene Szene, in der ihr Filmcharakter in einem Schneesturm fast zu Tode erfriert, hat nämlich nicht viel schauspielerisches Können verlangt. "Es war bitterkalt", so die Schauspielerin gegenüber "Hollywood Reporter" bei der Weltpremiere des Films im Rahmen des Tribeca Film Festivals in New York am Wochenende. "Ich spiele das nicht, ich sterbe quasi an Unterkühlung."


Ruzowitzky ließ Hollywoodstar Olivia Wilde fast erfrieren

Ruzowitzky hatte es da einfacher, konnte der doch bei den Minusgraden in Mantel und Schal Regieanweisungen geben. "Ich glaube, es war wirklich hart für Olivia, weil sie bis auf einen mit Pailletten besetzten Minirock und einer Art Pelz-Schal nichts anhatte", so der Wiener. "Sie hat gemeint, sie hat in ihrem ganzen Leben noch nie so gefroren." Im ursprünglich mit "Kin" betitelten Thriller hetzt Ruzowitzky seine Hauptdarsteller Wilde und Eric Bana als Geschwisterpaar durch die im Film nicht kanadische, sondern amerikanische Wildnis von Michigan. In der klirrend kalten, düsteren Umgebung wird ihre Flucht nach einem missglückten Casino-Überfall zum blutigen Spießrutenlauf.

Trotz schwieriger Umstände beim Dreh haben beide Seiten nach Vollendung des Streifens nur Lob füreinander übrig. "Sie (Wilde und Bana, Anm.) sind beide sehr stark, sehr charismatisch", so Ruzowitzky. Die Vielseitigkeit ihrer Charaktere im Drehbuch von Zach Dean hätten beide "gut für sich genutzt und die Komplexität perfekt rübergebracht". Bana ("Die Frau des Zeitreisenden") wiederum schätzte Ruzowitzkys Können, jeden am Set individuell zu behandeln. "Er ist einer dieser Regisseure, die wissen, wie man mit verschiedenen Schauspielern umgeht. Wir hatten alle sehr viel Vertrauen in ihn und haben uns zu einem tollen Team zusammengetan, haben viel geprobt." Neben den beiden Hauptdarstellern standen auch Kris Kristofferson, Sissy Spacek, Kate Mara und Charlie Hunnam vor der Kamera.

Ruzowitzky, dessen KZ-Drama "Die Fälscher" bei der Oscar-Verleihung 2008 zum besten fremdsprachigen Film gekürt wurde, ist jedenfalls höchst zufrieden mit seinem Debüt in Übersee. "Es ist die Art Film, die ich gerne sehe", so der Regisseur, "ein Thriller, sich rasant entwickelnd, mit einem interessanten Plot und fesselnden Charakteren." Glaubt man dem "Hollywood Reporter", hat Ruzowitzky auch die angestrebte Tonalität der Coen-Brüder erreicht. Das Branchenblatt lobt "Deadfall" nach der Premiere als blutigen Thriller, in dem Gewalt "rasant, wild und überraschend" daherkommt - "mit fliegenden, abgetrennten Fingern, aufgespießten Körperteilen und anderen grausamen Szenen, die nichts für Zartbesaitete sind". Trotz allem biete "Deadfall" eine "erfrischende Portion schwarzen Humors inmitten entsetzlicher Momente". Der Film soll voraussichtlich im Herbst weltweit zum Kinoeinsatz kommen.

(apa/red)

Thema: Hollywood