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S10: Wie gefährlich ist das Body-Fett-Workout?

S10 heißt ein neues Workout aus den USA. Die Idee: Der Körperfett-Anteil wird drastisch reduziert. Wie das klappen soll. Und wie gefährlich das Fit-Programm ist.

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S10: Wie gefährlich ist das Body-Fett-Workout?

Die meisten Frauen sind besessen von ihrem Gewicht. Wir laufen ins Fitnessstudio, studieren die neuesten Diäten, mampfen wechselweise Kohlenhydrate und verzichten am nächsten Tag wieder gänzlich darauf. Was uns letzten Endes antreibt: Fett-Verlust!

Bei dieser Zielsetzung aber trübt der Blick auf die Waage. Denn die angezeigten Kilos sagen in Wahrheit nicht viel aus. Muskelmasse, Knochenbau – all das hat Einfluss auf unser Gewicht.

Ein neues Workout aus den USA will jetzt gezielt die Fettdepots schmelzen lassen. "S10" nennt sich das Fitness-Programm, das in einem Hipster-Club in New York propagiert wird. "S10" steht für "Unter Zehn" – denn genau unter diesen Wert soll der Körperfettanteil der Trainierenden sinken. Zumindest jener von Männern – Frauen werden ermutigt, sogar noch mehr Körperfett zu verbrennen.

Dafür wird den Teilnehmern ein beinhartes Zirkeltraining auferlegt. Dreimal pro Woche ist für ein Erfolgsergebnis Pflicht. Maximal acht Personen dürfen an einer der 60-minütigen, schweißtreibenden Klassen teilnehmen. Die Sessions beginnen mit einem Warm-up, danach geht es mit den sogenannten "6-12-25"-Einheiten weiter. Das sieht an Tag 1 so aus:

  • 6 Kreuzheben mit Gewichten
  • 12 Push-ups
  • dann 25mal Ausfallschritt

Und Wiederholung. Das 15-minütige Finale beinhaltet das Stemmen schwerer Gewichte. An den weiteren beiden Workout-Tagen werden nicht nur die Hantel-Gewichte erhöht, es kommen auch noch Klappmesser und Sit-ups hinzu. Die Trainer messen nach jeder Trainingswoche den Körperfettanteil der Teilnehmer.

Den begleitend zum "S10"-Workout gibt es einen strikten Ernährungsplan: Jede Mahlzeit soll aus einer handflächengroßen Portion Protein (Huhn, Rindfleisch, Fisch, Pute), zwei Handvoll Grün (Salat, Brokkoli, Spinat) und drei Teelöffel Fett (etwa Kokosöl oder Avocadoöl) bestehen.

Mal abgesehen, dass sich die Ernährung relativ einseitig und unausgewogen darstellt: Experten sind aus anderen Gründen alarmiert. Denn auch wenn eine Senkung des Körperfett-Anteils eine durchaus empfehlenswerte Fit-Strategie ist – die von "S10" angestrebten Werte unter 10 Prozent gelten als zu extrem.

Schließlich sind Fettzellen nicht nur für einen höheren BMI und ungeliebte Hüftpolster verantwortlich, sondern schützen unter anderem die Organe und dienen als Energiereserve. Zu geringe Körperfett-Reserven können zu Immunerkrankungen, hormonelle Erkrankungen und einem Ausbleiben der Periode führen.

Wie berechnet man den idealen Körperfett-Anteil?

Welcher Körperfettanteil ist gesund und ab wann wird es brenzlig? Der optimale Körperfettanteil hängt von individuellen Faktoren wie Alter, Geschlecht und Körperbau ab. Ist der Wert zu hoch, steigen damit in der Regel auch die Blutfettwerte und der Blutdruck, was oft eine Verkalkung der Blutgefäße zur Folge hat. Dadurch erhöht sich das Risiko für Krankheiten wie Schlaganfall, Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes. Wichtig: Auch schlanke Menschen können einen hohen Körperfettanteil aufweisen, denn Fett wird auch in inneren Körperhöhlen gespeichert. Liegt der Körperfett-Anteil dagegen bei Männern unter 6 und bei Frauen 12 Prozent, sind Störungen im Organismus die Folge.

Körperfett-Anteil bei Frauen (Angaben in %)

Diese Tabelle gibt einen ungefähren Anhaltspunkt, welche Körperfett-Anteile in welchem Alter einen guten oder einen erhöhten Wert haben:

ALTER 20 - 24: gut = 22,1, mittel = 25, hoch : 29,6

ALTER 25 - 29: gut = 22,0, mittel = 25,4, hoch : 29,8

ALTER 30 - 34: gut = 22,7 mittel = 26,4, hoch : 30,5

ALTER 35 - 39: gut = 24,0, mittel = 27,7, hoch : 31,5

ALTER 40 - 44: gut = 25,6, mittel = 29,3, hoch : 32,8

ALTER 45 - 49: gut = 27,3, mittel = 30,9, hoch : 34,1

ALTER 50 - 59: gut = 29,7, mittel = 33,1, hoch : 36,2

ALTER 60 ≤ gut = 30,7, mittel = 34,0, hoch : 37,3