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Bald nur noch genormtes Gemüse!?

Noch in diesem Jahr soll in der EU ein neues Gesetz entstehen, das die Vielfalt unserer Nahrungsmittel und den Schutz der kleinen Bauern massiv gefährdet. Sogar das Pflanzen einer heimischen Tomatensorte im eigenen Garten könnte durch dieses Gesetz illegal werden!

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Bald nur noch genormtes Gemüse!?

Viele alte Gemüsesorten im eigenen Garten wären plötzlich illegal.

© Corbis. All Rights Reserved.

Gehen die Pläne der EU-Kommission auf, soll es schon in diesem Jahr viele seltene und alte Sorten von Obst, Gemüse und Getreide nicht mehr geben.

Absurde Zulassungsverfahren
Die Schuld für dieses Einschränkung der Vielfalt trägt das neue Zulassungsverfahren für Pflanzen. Es wird einen biologischen Test geben, der Pflanzensorten und Industriepflanzen auf Einheitlichkeit testet. Diesen Test jedoch können die seltenen und alten Pflanzen nicht schaffen. Tomaten z.B. müssen laut diesem Test jedes Jahr gleich groß, gleich schwer und gleich gefärbt sein , ohne dass sie genetisch mit einer anderen Sorte verwechselt werden könnten. Dies geht jedoch völlig gegen die Biologie einer gesunden, normalen Pflanze.
Übrig bleiben wird dann nur noch Saatgut, dass sich gegen die hohen Gebühren, amtlichen Prüfungen und unmögliche Zulassungsverfahren durchsetzen kann. Ergo: Nur die großen Industriesorten können bestehen und die kleinen, seltenen Sorten werden für immer aussterben!

Eigenes Gemüse verboten
Selbst das Tauschen oder Verschenken von Saat wäre illegal und KonsumentInnen können in ihrem Garten nur noch genormte Industriesaat pflanzen. Diese Gesetzgebung wäre ein enormer Eingriff in die persönliche Freiheit!

Was steckt hinter dieser Regelung?
Natürlich hat diese Regelung, wie so oft, kommerzielle Gründe...
Sprecher von Global 2000 und Arche Noah begründen das Vorgehen folgendermaßen: Die alten Pflanzensorten sind meist gesünder und flexibler als Industriepflanzen und kommen mit weniger Wasser und Dünger aus, da sie sich natürlich an die Umweltbedingungen anpassen. Die Hochindustriepflanzen hingegen laugen den Boden sehr schnell aus und binnen kürzester Zeit kommen die Pflanzen ohne künstlichen Dünger nicht mehr aus. Praktischerweise kommen genau diese Düngemittel aus der selben Hand, wie auch die Saat! Viele der Saatgutkonzerne sind auch Chemiekonzerne, welche das schlechtere Saatgut in einem gemeinsamen Paket mit Düngemittel und Pestizide anbieten und somit doppelt profitieren!

Damit werden kleine, heimische Landwirte noch weiter in die Abhängigkeit der großen Konzerne getrieben und Schritt für Schritt ausgerottet!

Die Vereine Global 2000 und Arche Noah setzen sich für ein nachhaltigeres EU-Saatrecht ein und rufen jeden Bürger/jede Bürgerin dazu auf eine Petition zu unterschreiben, um diese Gesetzgebung zu verhindern und damit die Nahrungsvielfalt zu schützen!
Hier kannst du die Petition unterschreiben: Freiheit für die Vielfalt!