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Gutes backen – Gutes tun!

MyWOMAN-Bloggerin Sabine Zettl organisiert „Kekse backen für den guten Zweck“. Ziel: Kekse sollen alle bekommen, die sich welche wünschen!

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Gutes backen – Gutes tun!

Sabine Zettl bäckt für ihr Leben gern – und noch lieber macht sie anderen eine Freude damit!

© C.M.Kipper

Sabine Zettl ist 38, lebt in Graz, ist Mutter von zwei Töchtern im Volksschulalter, alleinerziehend, selbständige PR-Fachfrau und Food-Bloggerin. U.a. betreibt sie auf unserer Blogplattform MyWoman den Blog "Sabine kocht für Freundinnen", der sich großer Beliebtheit erfreut. Nicht nur weil sie seit einigen Wochen in erster Linie vegane Rezepte ausprobiert, um sich dem derzeitigen „Keine-tierischen-Produkte“-Hype durchaus kritisch von der kulinarischen Seite her anzunähern.

Sabine ist quirlig, fröhlich, umtriebig und stets in Bewegung, aber sie ist vor allem eines: eine Frau mit einem großen Herzen. So hatte sie letztes Jahr – inspiriert durch einen Keksteller, der auf Facebook verschenkt wurde und um den sich etliche bemühten – ganz spontan die Idee, Leute, die gerne backen, mit Menschen zusammen zu bringen, die keine Weihnachtskekse haben. Weil sie arm sind, weil sie nicht backen können, weil sie obdachlos sind, weil sie vielleicht keine Zeit haben, aus welchem Grund auch immer …

Letztes Jahr lief die Aktion wunderbar: Es hat eine Wiener Schule an der Aktion mitgemacht, viele Grazer Student/innen haben Kekse zu Zettl gebracht, die dann verteilt wurden. Und viele haben sich durch die Aktion aufgefordert gefühlt, ihre Kekse zu teilen. Haben z.B. der Nachbarin ein paar vorbeigebracht oder einer kranken Freundin ...

Sabines Aufgabe ist dabei die der Vermittlung: „Wenn sich konkret eine Familie, eine Person oder auch eine Institution bei mir meldet, dann leite ich das an eine/n Bäcker/in weiter! Umgekehrt ebenso!“

Damit erregt die fesche Wahlgrazerin durchaus nicht nur die Aufmerksamkeit von uns bei der WOMAN. So hatte sie auch schon Auftritte im ORF, oder es erscheint ein Artikel in der aktuellen Zeitschrift „Armut lindern“. Oder sie wird für Radio Steiermark interviewt.

MyWOMAN-Redakteurin Jackie Hechmati traf Sabine Zettl zum Interview.

WOMAN: Wie bist du auf die Idee "Kekse backen für den guten Zweck" gekommen?
Sabine Zettl: Über eine Geschichte auf Facebook. Dort wurde ein Teller Kekse angeboten, woraufhin sich unzählig viele Personen gemeldet hatten – mit den verschiedensten Anliegen. Irgendwie fand ich es schade, dass nicht alle diesen Teller bekommen konnten, und schon war die Idee geboren!
Was mir wichtig ist, ist, dass ich mit dieser Aktion Aufmerksamkeit errege. Vielen ist gar nicht bewusst, wie stark man mit kulinarischen Genüssen Freude bereiten kann. Da ich alles alleine organisiere, ist es mir wichtig, dass man darüber redet, dass man es vielen Menschen erzählt. Viele trauen sich nicht sagen, dass sie Kekse brauchen, die melden sich meist bei mir und ich vermittle sie an eine Bäckerin – das kann ich aber nur über Facebook machen und speziell im Raum Graz.
Was ich mir wünschen würde, ist, dass diese Aktion in ganz Österreich zum Thema wird, dass wir in unserer Gesellschaft wieder das Miteinander in den Vordergrund stellen und auch miteinander kommunizieren!
Leute, die gerne backen, haben selten ein Problem, jemandem 1 kg zu spenden. Und wenn man die Kekse in ein Pensionistenheim bringt, oder in ein Gefängnis, oder der vielleicht der kranken Nachbarin, die keine Angehörigen hat, oder der alleinerziehenden Mama, die jeden Cent sparen muss und dankbar für ein paar Kekse ist, oder wem auch immer – Helfen ist wichtig!
Es gibt so viele Menschen, die Hilfe brauchen, und viele sehen das gar nicht.

WOMAN: Wie ist der Ablauf der Aktion?
Sabine Zettl: Alle Bäcker/innen, die sich angesprochen fühlen – bitte hört euch um, schaut euch um – wer in eurer Nähe ist hilfsbedürftig und würde sich über Kekserl freuen?
Ich suche aktuell noch eine Schule in Graz oder Umgebung, die für eine Organisation bäckt und zwei bis drei Vereine, die für die Vinzi-Werke backen würden! Bitte dringend bei mir melden!

WOMAN: Wie ist die Aktion letztes Jahr gelaufen? Wie viele (kg) Kekse wurden vermittelt?
Sabine Zettl: Wie viele es genau waren, kann ich nicht sagen, aber an die 40 kg haben wir hier in Graz sicher zusammengebracht. Das waren nur jene, die direkt über mich gelaufen sind. Diese wurden an Institutionen aufgeteilt, die Menschen beherbergen, die entweder kein Zuhause haben oder mittellos sind.

WOMAN: Wie viel Arbeit ist das ganze für dich?
Sabine Zettl: Arbeit? Keine Arbeit – es ist das, was mir in Wirklichkeit richtig Spaß macht: Netzwerken und dabei Gutes tun. Ich sehe mich nur als Vermittlerin. Es soll und muss Menschen in dieser Zeit geholfen werden, die es schwer haben. Mit einem Teller Kekse bringt man viel mehr „Wärme“ in den Raum, als man vermuten möchte.
Ich sehe Weihnachtskekse als ein zeitloses Symbol der Geborgenheit – egal ob jung oder alt, jede/r freut sich darüber.

WOMAN: Du machst das ja ehrenamtlich – was ist dein "Lohn" an der Aktion?
Sabine Zettl: Der Lohn ist das Wissen, bewusst helfen zu können. Wer gibt, bekommt! Das ist mein Prinzip. Ich habe kein Problem mit dem Geben. Mein Lohn war zum Beispiel letztes Jahr, als mich Helmut Deutsch von der Gastgewerbefachschule Judenplatz angeschrieben hat (ich bin ehemalige Schülerin dieser Anstalt!) und mir gesagt hat, dass sie aufbauend auf meinem Gedanken, eine Aktion gestartet haben.
Auf der Facebook Seite der Schule gab es folglich viele Fotos zu sehen, verbunden mit diesem Eintrag: „Einfach toll, wie kann man besser ein Lächeln in ein Kindergesicht zaubern als mit Zuwendung und ein paar süßen Keksen. EINFACH SPITZE DIESE AKTION! Danke an alle die gebacken haben und an die Schüler die sich die Zeit genommen haben die Kekse zu verteilen!!!! DG“. Ich hatte wirklich Tränen in den Augen – was gibt es Schöneres, als so etwas lesen – kein Geld der Welt kann das toppen!

WOMAN: Nächstes Jahr wieder?
Sabine Zettl: Natürlich!

WOMAN: Und zum Schluss noch eine persönliche Frage: Was wünschst du dir zu Weihnachten?
Sabine Zettl: Dass alle Kekse verteilt sind und ich mit dieser Aktion ein bisschen helfen konnte, Menschen glücklicher zu machen!!!

Zur Zeit werden vor allem vegane Rezepte ausprobiert - auch beim Kekse backen!

Mitmachen?

Das geht ganz einfach: Du meldest dich auf Facebook, entweder direkt bei der Aktion "Kekse backen für einen guten Zweck", oder du kontaktierst Sabine Zettl direkt auf ihrer eigener Seite "Die Zettlwirtschaft". Natürlich kannst du auch - wenn du einen WOMAN- und/oder myWOMAN-Account hast – einen Kommentar hinterlassen. Das wäre übrigens die Gelegenheit, einen Account anzulegen. :-)

Zum Abschluss stiftet uns Sabine eines ihrer erprobten und für lecker befundenen veganen Keksrezepte:

Kürbiskernkipferl, vegan

  • 130g helles Weizenmehl
  • 130g zimmerwarme Margarine
  • 50g gemahlene Kürbiskerne
  • 2 EL Soja-Drink
  • 1/2TL Vanillemark
  • abgeriebene Schale einer halben Bio-Zitrone
  • 80g Ribisel Marmelade
  • 50g dunkle Kuvertüre

Margarine mit Vanille- und Puderzucker schaumig rühren. Soja-Drink und Zitronenschale unterrühren. Mehl, Mandeln und Kürbiskerne vermischen und unter die Margarine rühren. Mithilfe eines Spritzbeutels Kipferl auf ein mit Backpapier belegtes Blech spritzen. Die Kürbiskernkipferl im vorgeheizten Backrohr bei 180° goldbraun backen und danach auskühlen lassen. Marmelade glatt rühren und je ein Kipferl auf der Unterseite mit Marmelade bestreichen und mit einem zweiten zusammensetzen. Die Kuvertüre im Wasserbad schmelzen lassen und temperieren. Die Kürbiskernkipferl mit den Spitzen eintauchen, aufs Backpapier legen und die Kuvertüre fest werden lassen.

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