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Sprichst du Sadomaso?

Millionen pilgern in den Shades of Grey-Film. Aber die wenigsten wissen wirklich, was hinter Sadomaso steckt. Wir erklären die wichtigsten SM-Begriffe.

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Sprichst du Sadomaso?

Das Klischee der peitschenschwingenden Domina ist überholt

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Spätestens seit Erscheinen der Shades of Grey-Trilogie ist die Lust am Austesten der sexuellen Grenzen ein Massenthema. "Die Lust der Frau an der Unterwerfung" titelt etwa das seriöse Nachrichtenmagazin profil , auch der renommierte deutsche Spiegel ortet einen Trend zum "harten Sex".

Sex-Toy-Hersteller rüsten mit Shades of Grey-Kollektionen auf, die Nachfrage nach Handschellen, Peitschen und Nippelklemmen in Erotik-Stores ist rasant gestiegen.

Dabei ist die peitschenschwingenden Domina in Lack und Leder nur EIN Teilbereich von Sadomaso. Bei SM (Sadomaso; Wortspiel aus Sadismus und Masochismus) geht es um sexuelle Erregung und Stimulation, die durch Schmerzen, Unterwürfigkeit, Demütigung und Macht erzeugt werden. Das Kopfkino spielt dabei eine größere Rolle als der finale Orgasmus.

Entscheidend: Es passiert alles auf freiwilliger Basis! Dabei werden die Wünsche und Bestrafungen in einer (scheinbar) ganz eigenen Sprache geäußert, die für Laien nur schwer verständlich ist.

Für Anfänger stellen wir die wichtigsten Sadomaso-Begriffe vor:

  • Dom: sehr verbreitete Kurzbezeichnung für eine dominante Person, die den devoten Partner bestraft und demütigt.
  • Sub: Kurzbezeichnung für eine devote Person. Eine Sub erfüllt jegliche Wünsche des Doms, ist unterwürfig und gehorcht dem Dom. Bei Ungehorsamkeit erfolgt eine Bestrafung.
  • Abbinden: dabei werden Hoden oder Brüste mit Klammern oder Seilen abgebunden, um Schmerz zu erzeugen.
  • Age-Play: Rollenspiel, bei dem man unterschiedliche Altersrollen übernimmt, beispielsweise Mutter - Vater - Kind.
  • Atemkontrolle: durch Würgespiele bekommt man weniger Luft. Der Adrenalinspiegel steigt und damit die Lust. Bei diesem Spiel sollten sich die Partner gut auskennen – es besteht die Gefahr ernsthafter Unfälle.
  • Bestrafung: das Kernelement beim SM-Sex. Bei Rollenspielen sehr beliebt, indem der devote Part für falsches Verhalten bestraft wird, sei es durch Schläge, Cutting oder Abbinden.
  • Bondage: Hier geht es darum, dass der dominante Partner seinen devoten Partner fesselt. Dies kann auf die unterschiedlichsten Arten geschehen, wie zum Beispiel durch Knebeln, mit einer Zwangsjacke, mit Handschellen oder durch Mumifizierung, bei der der ganze Körper mit Frischhaltefolie oder Paketklebeband eingewickelt wird.
  • Doktorspiel: beliebtes Rollenspiel, bei dem der eine der Doktor oder die Krankenschwester ist, der seinen Patienten 'verarztet'.
  • Dungeon: bedeutet eigentlich Verlies oder Kerker. Ist jener Ort, der speziell für Sadomaso-Spiele ausgestattet ist, etwa mit Streckbank, Pfosten, Spreizstange, Ketten, etc.
  • Einlauf: genau das: Eine Darmspülung, die der dominante Part beim Sub vornimmt, gerne als Vorbereitung für anale Spiele.
  • Elektro-Stimulation: hierbei bekommt der devote SM-Partner Stromreize verpasst. Dies kann sich je nach Stromstärke vom leichten Kribbeln bis hin zu starken Schmerzen erstrecken und erzeugt eine sexuelle Stimulation. Vorsicht, nichts für Anfänger!

Sadomaso-Begriffe: Von Figging bis Orgasmuskontrolle

  • Figging: dabei wird eine geschälte Ingwerwurzel anal eingeführt, was höllisch brennt. Autsch!
  • Golden Shower: 'geduscht' wird hier mit Urin, z.B. indem der dominante Part auf den anderen uriniert.
  • Japan Bondage: eine besondere Fesselart aus Japan mit Hanf- oder Juteseilen, bei der sich der Gefesselte im Gegensatz zum klassischen Bondage durchaus befreien kann.
  • Orgasmus-Kontrolle: der dominante Part verweigert dem devoten den Orgasmus oder er zögert ihn immer weiter hinaus.
  • Pet Play: ein Rollenspiel, bei dem einer von beiden in die Rolle eines Tieres schlüpft, gerne Hund, Katze oder Pferd. Der Kostümierung sind hier kaum Grenzen gesetzt. Das "Tier" wird dann erzogen – also etwa an einer Leine Gassi geführt.
  • Queening: dabei setzt sich der dominante weibliche Part (die "Queen) auf das Gesicht des Partners und bestimmt so seine Atmung und was er tun darf und was nicht.
  • Rollenspiele: verteilte Rollen wie Krankenschwester und Patient, Lehrer und Schüler, Vater und Kindermädchen oder eben Pet-Play sowie Verhöre.
  • Safe-Wort: einer der wichtigsten SM-Begriffe. Dabei handelt es sich um ein Sicherheitswort, das vorher zwischen beiden Partner vereinbart wird. Sagt der devote Part das Safe-Wort, weil er an seine Grenzen kommt, muss der dominante Part auf der Stelle unterbrechen.
  • Sling: eine Schaukel aus Kunststoff oder Leder, die an der Decke befestigt wird. Darin darf es dann zur Sache gehen.
  • TV-Erziehung: TV heißt nicht etwa Fernsehen. Es steht im SM für Transvestit, der dominante weibliche Part erzieht den devoten Mann zur Frau, indem er sich wie eine Frau anziehen und benehmen muss
  • Untersuchungsstuhl: beim Rollenspiel Arzt und Patient genutzter Stuhl, bei dem gynäkologische Untersuchungen, Injektionen etc. gemacht werden.
  • Windelspiele: eigentlich müssen wir hier gar nix mehr erklären. Nur soviel: Nässt der Windel-Träger, dann wird er natürlich bestraft.
  • X-Stellung: hierbei liegt der Sub auf einer Spreizbank. Arme und Beine sind gespreizt, er ist dem Dom völlig ausgeliefert
  • Y-Stellung: hier sind nur die Beine gespreizt, die Arme werden gefesselt. Meist wird der Sub dann kopfüber aufgehängt.
  • Zaumzeug: darunter versteht man schmerzhafte Accessoires wie Nippelklemmen.
  • 24/7: bei einer 24/7-SM-Beziehung unterwirft sich der Sub 24 Stunden an sieben Tagen die Woche seinem Dom. Dieser kann ihn nun auch im Alltag herumdirigieren.