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Sapheon-Venaseal: Krampfadern ade!

Die neue Sapheon-Venaseal-Methode soll Krampfadern in nur 30 Minuten verschwinden lassen – und das ohne Narben oder wochenlanges Tragen von Kompressionsstrümpfen.

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Sapheon-Venaseal: Krampfadern ade!
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Ob Reißen, Verbrennen oder Veröden, besonders einladend klingen die gängigen Krampfader-Entfernungsmethoden nicht gerade. Und auch eine ganz neue Technik aus den USA, bei der mit einer Art Superkleber die Vene "verpickt" wird, vermittelt nicht unbedingt ein wohliges Gefühl.

Dennoch: "Ungefähr 20 Prozent der Weltbevölkerung leiden an Venenproblemen, die nicht nur aus kosmetischer, sondern besonders aus medizinischer Sicht behandelt werden müssen," weiß Dr. Thomas Proebstle, Venenspezialist der Privatklinik Kiprov . Denn staut sich das Blut in den Venen, dehnen sich diese aus und die Venenklappen können nicht richtig schließen. Ein Teil des Blutes wird nicht mehr zum Herzen gepumpt und staut sich im Bein. Die Gefahr einer Thrombose steigt.

Die neue, von Dr. Proebstle mitentwickelte Metheode Sapheon Venaseal entfernt die Krampfader und verspricht, dass man nach 30 Minuten nachhause darf, keine sichtbaren Narben bleiben und auch Kompressionsstrümpfe nicht sein müssen.

So funktioniert Sapheon Venaseal

In die Vene wird ein spezieller Kleber, ähnlich einem Sekundenkleber gespritzt. Ein sofortiger Verschluss ist das Ergebnis, der Druck wird weniger, und die Vene glättet sich. Damit ist der eigentliche Eingriff auch schon vorbei. Nun setzt eine Abwehrreaktion des Körpers ein. Er erkennt den Kleber als Fremdkörper und löst das Bindemittel innerhalb von drei bis sechs Monaten wieder auf.

Von der eigentlichen Krampfader bleibt nur noch ein fadendünnes, mit dem Auge nicht sichtbares Gewebe, zurück.

Vorteil: Keine Stützstrümpfe

Die bisherigen Methoden, wie das zuvor erwähnte Venenstripping – dabei wird ein Teil der kranken Vene herausgerissen – oder das "Verbrennen" der Vene mittels Laser oder Radiofrequenz, bringen immer zumindest eine Lokalanästhesie mit sich. Auch das Tragen von Stützstrümpfen ist nötig. Beim Sapheon Venaseal hingegen benötigt man keine Betäubung, und der Patient kann direkt nach dem Eingriff die Klinik verlassen. Durch das Wegfallen der Kompressionsstrümpfe ist der Eingriff auch im Sommer möglich.

Die Risiken

Da das Verfahren in Österreich das erste Mal im Dezember 2011 angewendet worden ist, gibt es noch keine Langzeitstudien. Patientenberichten zufolge kann es zu blauen Flecken an der Einstichstelle, leichten Rötungen sowie zu Druckempfindlichkeit für einige Tage kommen.

"Im ungünstigsten Fall kann es sein, dass ein Verschluss nicht erreicht wird und weiter Blut in die kranke Vene gepumpt wird. Bis jetzt war das aber noch nie der Fall. Auch Unverträglichkeitsreaktionen auf den Kleber sind äußerst selten", erklärt Dr. Proebstle.

Die Sapheon Venaseal -Methode gibt es in Österreich derzeit nur in der Privatklinik Kiprov .

Die Kosten: : Liegen derzeit bei 3.490,- Euro pro Bein.

Redaktion: Jasmin Altrock