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Mit Selfies gegen den Krebs

Sara Cutting hat Krebs. Doch sie steckt nicht den Kopf in den Sand. Ganz im Gegenteil. Seht hier, mit welchen Selfies sie Geld für eine Krebs-Charity sammelt.

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Mit Selfies gegen den Krebs

Es war der 141ste Tag ihrer selbstauferlegten Challenge, an dem Sara Cutting erwachte, und einfach keine Idee mehr hatte, was sie noch auf ihrem kahlen Kopf drapieren sollte. Bis dahin hatte die 48-Jährige jeden Tag seit Beginn ihrer Krebsbehandlung ein fröhliches Selfie mit außergewöhnlicher Kopfbedeckung gepostet, aber an diesem... Nada. Niente. Einfach kein Plan.

"Ich war mit meiner Phantasie am Ende," so the Britin zur englischen Zeitung "The Guardian". "Ich hatte eigentlich eine Liste mit Ideen für jene Tage während meiner Chemotherapie angelegt, an denen es mir so schlecht gehen würde, dass ich nicht mehr kreativ sein könnte. Aber an diesem Tag kam ich drauf, dass ich sie bereits alle aufgebraucht hatte."

Das Vintage Radio als Hutersatz, die Teekanne, die lila Orchideen, die Star-Hutmacher Philip Treacy ihr geschenkt, der Fascinator, den Saras Mutter ihr vererbt hat ... Alles hatte sie schon auf ihrem Kopf gesetzt, alles hat sie schon fotografiert, um sich und anderen Frauen, die während der Chemo ihr Haar verlieren, ein positives Lebensgefühl zu vermitteln.

Sara machte sich an den längst überfälligen Frühjahrsputz ihrer Wohnung in Brighton, als plötzlich die Inspiration zuschlug! Weshalb sie ihre tausenden Follower auf Facebook, Instagram und Twitter nun mit einer besonderen Kreation aus Küchenrolle, Schwamm und Topfreiniger betrachten können:

Tag 141: Küchenrolle und Topfreiniger werden zu Hut-Kreationen

Das Bild erntete Zuspruch und Spott – letzteren aber aus einer besonders liebevollen Quelle. "Du könntest einen Job als menschliche Klobürste bekommen," postete Sara Cuttings Vater unter das Bild.

Bis zum ersten Jahrestag ihrer Brustkrebsbehandlung im Oktober will Sara Cutting ihre Online-Aktion weiterführen – und dabei unter ihren Followern Spendengelder für die größte britische Krebs-Charity Macmillan Cancer Care sammeln. Schon jetzt konnte sie 8.000 Pfund eintreiben – ihr Spendenziel von 10.000 Euro scheint nicht mehr weit.

Das erste Selfie postete Sara am Morgen ihrer ersten Chemotherapie. Als sie in der Klinik ankam, hatte es bereits mehr als 2.000 Likes und 1.000 Pfund Spenden für die Krebsstiftung lukriert. "Davor habe ich nie ein Selfie gemacht, immer sehr darauf geachtet, dass ich nichts Persönliches auf Facebook poste. Dieses erste Selfie zusammen mit dem Outing meiner Krebserkrankung war ein großer Schritt für mich."

Die Kommentare und Spendenbereitschaft ihrer Anhänger hätten sie durch die Chemo getragen. "An manchen Tagen ging es mir so schlecht, dass ich es kaum geschafft habe, mein Make-up aufzutragen und mich für das Foto herzurichten. Ich drückte ab – und kroch zurück ins Bett."

Als bei Sara Brustkrebs diagnostiziert wurde, war sie 47 Jahre alt. Zu jung, um in England zu regelmäßigen Mammographien aufgerufen zu werden. Mit ihren Bildern und ihren Berichten will sie junge Frauen auffordern, sich bewusster mit der Krankheit auseinanderzusetzen und zur Krebsvorsorge zu gehen. Mit jedem Posting fordert Sara ihre Anhängerinnen auf: "Go check your tits!" (zu deutsch: "Geh und lass deine Titten kontrollieren!" )