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Sasha & Malia Obama: Teenies an der Macht

Bei der Vereidigung von Barack Obama als US-Präsident stahlen ihm seine Töchter Sasha und Malia die Show. Zwei herrlich normale Teenies – obwohl sie ein Leben unter Beobachtung führen.


  • Malia (11) und Sasha (14) Obama während der Vereidigung: Peace-Zeichen bei der Vereidigung.

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  • Sie leben ein Leben wie im Zoo – und sind trotzdem herrlich normal: Sasha und Malia Obama.

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Sie lachen, sie kichern, knipsen Fotos mit ihren Handys (eines sogar in einer Frosch-Hülle). Im Vorfeld der Vereidigung von Barack Obama für seine zweite Amtszeit als US-Präsident beherrschte die neue Frisur von Michelle Obama die Klatschspalten der US-Medien.

Doch spätestens bei der Zeremonie wurde deutlich: Den Kampf ums Weiße Haus haben nicht zuletzt die beiden Töchter des "First Couples" gewonnen. Malia (14) und Sasha (11) entzücken die Nation über Parteigrenzen hinweg.

Herrlich normal albern sie während der Vereidigungsreden herum, lachen laut, rutschen ungeduldig auf den Stühlen herum – und als Michelle und Barack Obama verliebt ein Küsschen auf "four more years" wagen, zieht Malia eine wilde Grimasse in die Handycam ihrer kleineren Schwester.

Eltern, die sich küssen. Peinlich für jeden Teenager, völlig egal ob der Vater der mächtigste Mann der Welt oder Versicherungskaufmann in Gramatneusiedl ist.

Sasha & Malia Obama: Hoher Preis für die Macht

Es ist eine ungerechte Ironie der Geschichte, dass Malia und Sasha Obama wohl den höchsten Preis für die Präsidentschaft ihres Vaters zahlen müssen. Denn sie wachsen nahezu ohne Privatheit auf. Fröhliches Spielen im riesigen Garten des Weißen Hauses? Unmöglich, wenn Scharen an Touristengruppen durch den zu großen Teilen für die Öffentlichkeit zugänglichen Präsidentenwohnsitz pilgern, immer die Handys und Kameras gezückt. Welche Vorteile bringt ein halber Palast und ein gigantischer Rasen, wenn man dort weniger Auslauf hat als in einer durchschnittlichen Drei-Zimmer-Wohnung?

Nach der Schule mit Freundinnen in die Einkaufsmall ziehen, einen Shake trinken, über Jungs reden? Was für andere Teenager völlig normal ist, werden Malia und Sasha niemals erleben. Die Präsidententöchter können keine Pause machen vom Beschützt-Werden, nicht einmal für eine halbe Stunde. Stets sind Bodyguards an ihrer Seite – jede Unternehmung, jeder Ausflug muss Tage zuvor mit den Security-Beamten durchgetaktet, jede Speise vor dem Verzehr vom Secret Service geprüft werden.

Kommen Freundinnen zu Besuch, so müssen sie erst die Sicherheitsschranken des White House durchlaufen. Und vor dem Teenie-Zimmer steht ein Bodyguard, der darauf achtet, dass tatsächlich nur Playstation gespielt wird. Wie frei können Mädchen dann Geheimnisse austauschen? Kleider anprobieren, chatten, vielleicht einmal heimlich eine Zigarette probieren?

Überliefert ist auch jene Geschichte: Wie ihr ein von Journalisten begleiteter Familienausflug gefallen habe, fragte Barack Obama einmal Malia. "Ich hatte mehr Spaß, als die Kameras mal weg waren," antwortete das Mädchen. Drehte sich dann zum Fotografen des Weißen Hauses um und sagte: "Ist nicht bös' gemeint, ich mag nur keine Kameras."

Sasha und Malia: sie führen ein Leben unter ständiger Beobachtung. Und sind offensichtlich trotzdem normal geblieben. Ein Erfolg – der für Michelle und Barack Obama am Ende vermutlich mehr zählt als "four more years."