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War ihre Kleiderwahl ein symbolischer Akt?

Scarlett Johansson hat bei der Met Gala 2018 ein Kleid von Marchesa getragen. Das ist das Label von Harvey Weinsteins Exfrau Georgina Chapman. Was steckte dahinter?

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War ihre Kleiderwahl ein symbolischer Akt?
© 2018 Getty Images

Während viele Stars und Sternchen einen sehr pompösen Auftritt bei der Met Gala 2018 hinlegten, wählte Scralett Johansson eine subtilere Herangehensweise: Die Schauspielerin kam in einem burgunderroten Ombré-Kleid und in Begleitung ihres neuen Freundes, Colin Jost. Alles normal auf den ersten Blick, doch das Label des Kleides ließ viele stutzen. Johansson trug nämlich Marchesa. Und das ist die Modemarke von Georgina Chapman, Exfrau von Harvey Weinstein.

Seit sich der Missbrauchsskandal rund um den Produzenten Weinstein zuzog und die #MeToo-Bewegung losgetreten wurde, hatten sich keine Stars mehr von Marchesa ausstatten lassen. Johansson ließ sich aber nicht von der Kritik zerfleischen, sondern konterte mit einer öffentlichen Stellungnahme: "Ich habe Marchesa getragen, weil ihre Kleidung Frauen Selbstbewusstsein gibt und es mir eine Freude ist, eine Marke zu unterstützen, die von zwei unglaublich talentierten und wichtigen Designerinnen gegründet wurde." , schrieb die "Infinity War"-Schauspielerin. Das Label wiederum bedankte sich bei Johansson offiziell für die tolle Zusammenarbeit.

Scarlett Johansson in Marchesa / (c) Getty Images

Dass es Hollywood bis jetzt vermieden hatte, sich mit dem Label zusammenzutun, hängt nicht nur mit einer negativen Assoziation zwischen Weinstein zu Chapman zusammn. Es gab auch konkrete Fälle, in denen Weinstein Schauspielerinnen seiner Filme gezwungen haben soll, zu Premieren und anderen Feierlichkeiten, Marchesa Kleider zu tragen. Laut Harpers Bazaar sprach Felicity Huffman ganz offen darüber, dass sie zur Promotion des Weinstein-Filmes "Transamerica" nur Marchesa-Kreationen tragen durfte. Harvey Weinstein höchstpersönlich hätte ihr gedroht, eine gewisse finanzielle Förderung zu streichen, falls sie sich widersetzen würde.

Die Kleiderwahl von Scarlett Johansson hat sehr viel Missmut nach sich gezogen. Und sie macht auch stutzig. Denn einerseits ist Johansson Mitglied der Time's Up Initiative gegen sexuelle Gewalt und Unterstützerin der #MeToo-Bewegung. Andererseits musste sie auch Kritik einstecken, weil sie in der Weinstein-Affäre nie klare Stellung bezogen hatte.

Themen: Society, Met Gala