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Schauspielerin Maria Happel im Interview

Schauspielerin Maria Happel beschreibt in einer Biographie ihr Leben zwischen behüteter Kindheit & Bühne. WOMAN traf sie zum Interview.


Schauspielerin Maria Happel im Interview
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Ihr sonniges Gemüt, meint Maria Happel, 50, verdanke sie ihrer behüteten Kindheit in einer Familie, in der "viel gesungen und gelacht“ wurde. In "Das Schnitzel ist umbesetzt“ erinnert sich die Schauspielerin, Regisseurin, Pianistin und Sängerin, wie man ihr riet, einen anderen Beruf zu wählen, und an die Anfangsschwierigkeiten als "Deutsche“ an der Burg.

Das Arbeitspensum ist enorm, gerade inszeniert das "Mädl aus dem Spessart“ in St. Pölten "Acht Frauen“. Die Sonntage sind für die Familie reserviert: Ehemann Dirk Nocker, die Töchter Paula und Mimi. Dazu veröffentlichte Happel nun ihre Biographie – eine Erzählung über ihr Leben zwischen behüteter Kindheit und Bühne ( Amalthea, € 22,95 ). WOMAN traf sie zum Interview.

WOMAN: Glauben Sie, sind Sie glücksbegabt?

Happel: Ich habe vom lieben Gott eine ganze Portion Glück bekommen. Natürlich habe ich auch um mich Unglück erfahren.

WOMAN: Als Schauspielschülerin galten Sie als unbegabt, wie sind Sie aus dem Kokon geschlüpft und haben sich gefunden?

Happel: Wir befinden uns doch in einer ständigen Transformation. Plötzlich schlüpfen wir und sind Schmetterling, dann geht es uns sehr gut. Aber dann kommt wieder etwas auf uns zu, das uns umgarnt, einwickelt, einschnürt, aber auch reifen lässt. Das Leben hat etwas von einer Achterbahnfahrt. Wenn man das begriffen hat, dann fällt es leichter, aus diesen Tälern wieder raufzukraxeln. In meinem Poe-siealbum gibt es einen blöden Spruch: Der schwierige Weg ist meist der richtige.

WOMAN: Sie schreiben, haben zwei Kinder, spielen und inszenieren, wie geht sich das alles aus?

Happel: Die Wurzeln liegen in meiner Kindheit, als ich Orgel gespielt habe. Die Synapsen im Hirn schließen anders bei mir, weil sich Hände und Füße ständig in alle Richtungen bewegten. Multitasking!

WOMAN: Sie sind nun 50 Jahre alt, haben Sie bestimmte Rollen im Kopf?

Happel: Ich bin in letzter Zeit für Kinder- und Männerrollen besetzt worden, also mache ich mir wenig Sorgen. Die Rollen sind immer zu mir gekommen.

WOMAN: Claus Peymann, so schreiben Sie, mochte Sie, weil Sie eine Schauspielerin ohne Angst seien. Wie kam er darauf?

Happel: Ich habe sie ihm nie gezeigt ( lacht ). Das gehört zum Spiel, den Regisseur nicht in sich hineinschauen zu lassen. Natürlich hatte ich Angst, ich habe vor jedem Auftritt Angst. Das gehört dazu, nur wenn man Angst hat, kann man mutig sein.

Redaktion: Andrea Braunsteiner