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Schauspielerin Ursula Strauss im WOMAN-Interview: „Ich wünsch mir ein Baby“

In „Vielleicht in einem anderen Leben“ ist die „Schnell ermittelt“-Schauspielerin im Kino zu sehen – mit WOMAN spricht die 36-Jährige über Ängste, Gerechtigkeit & Familie.


Schauspielerin Ursula Strauss im WOMAN-Interview: „Ich wünsch mir ein Baby“
© Lukas Ilgner

Als empathische Mord-Kommissarin Angelika Schnell in der ORF-Serie „Schnell ermittelt“ sorgt Ursula Strauss, 36, seit drei Staffeln (neue Episoden laufen seit Anfang Jänner) für Krimifeeling auf den heimischen Bildschirmen – und erhielt dafür 2010 eine „Romy“ als beliebtester Serienstar. Aber auch 2011 scheint für die talentierte Schauspielerin ein starkes Jahr zu werden: Ab 21. Jänner ist die ausgebildete Kindergärtnerin nämlich im Kino zu sehen und mimt in „Vielleicht in einem anderen Leben“ eine Bäuerin, die während des Nationalsozialismus eine Begegnung mit ungarischen Juden hat. Diese gefühlvollen Erlebnisse werden zur Chance für ihre zerrüttete Ehe.

WOMAN: Welche Erfahrungen machen Sie als Bäuerin „Traudl Fasching“?

Strauss: Traudl hat ihren Sohn im Krieg verloren, und lebt mit ihrem Mann und einer Magd auf einem kleinen Hof. Doch durch diesen tragischen Verlust verspürt sie keine Nähe oder Zärtlichkeit mehr, Traudl hat die Freude am Leben verloren.

WOMAN: Wie haben Sie sich auf diese schwierige Rolle vorbereitet?

Strauss: Es war eine enge Zusammenarbeit mit Johannes Krisch ( er spielt ihren Mann ) und Regisseurin Elisabeth Scharang. Wir überlegten uns: Wie begegnete man sich als Mann und Frau zu dieser Zeit? Wie viel Berührung war damals erlaubt, wie spielt man es, wenn man miteinander im Bett liegt? Ich habe viele Gespräche geführt mit Leuten, die die Kriegssituation miterlebt hatten. Auch mit meinem Vater, der mir erzählte, was früher gängige Schimpfworte waren – wie etwa „du blöder Hund“ oder „ihr elendigen Mannsbilder, was fällt euch denn ein!“. Denn es gibt eine Szene, da beschimpft Traudl andere männliche Dorfbewohner wüst.

WOMAN: Aber auch interessant, sich in so eine andere Zeit hineinzuversetzen!

Strauss: Ja, sehr! Woran wir am längsten gearbeitet haben, war wie gesagt die Bettszene. Schwierig war auch, sich dem Thema Nationalsozialismus und dem Umgang mit der Geschichte zu stellen. Ob man das trifft, ob man die richtigen Worte sagt und die richtige Art findet, Authentizität rüberzubringen.

WOMAN: Spricht da etwas Versagensangst aus Ihnen?

Strauss: Ja sicher. Diese Zeitgeschichte – keiner will sie wahrhaben, und trotzdem hat jeder eine Meinung dazu, und das ist eben besonders heikel, sich dazu künstlerisch zu äußern.

WOMAN: Sie setzen sich für politische und soziale Aktionen wie „Frauen gegen Rosenkranz“ (FP-Politikerin & BP-Kandidatin Barbara Rosenkranz, Anm.) oder „Machen wir uns stark“ ein. Woher rührt dieses Engagement?

Strauss: Ich glaube, dass sich niemand der Politik entziehen kann. Jeder hat die Pflicht, Unrecht aufzudecken!

WOMAN: Woher haben Sie diesen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn?

Strauss: Ich war in guten Schulen, die viel Wert darauf gelegt haben, dass man das auch betont... Außerdem eine tolle Familie, die mich Fairness gelehrt hat... Man muss die Augen aufmachen gegenüber dem Rest der Welt. Vielleicht hab ich das von meinem Vater: Er war Bürgermeister.

LESEN Sie das gesamte Interview in WOMAN 01/2011!

Interview: Marlene Altenhofer