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Gesunde Scheide

Unangenehmer Juckreiz, Schmerzen beim Wasserlassen: Viele Frauen leiden unter Vaginalpilz. Wie frau die Scheide gesund hält – und was bei Infektion hilft.

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Gesunde Scheide

Wohlbefinden? Nur mit einer gesunden Scheidenflora

© Thinkstock/ Digital Vision

Unangenehmer Juckreiz, leichte Schmerzen beim Wasserlassen oder beim Sex, weißer, bröckeliger Ausfluss - das sind untrügliche Hinweise auf eine Scheidenpilzinfektion . Drei von vier Frauen leiden darunter zumindest einmal in ihrem Leben, viele bekommen sie immer wieder.

Wir beantworten alle Fragen zu Ursache und Behandlung von Vaginalpilz:

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Was genau ist ein Scheidenpilz, und wie kommt es zu einer Infektion? Es handelt sich dabei um eine Entzündung der Scheide und der äußeren Geschlechtsorgane, hervorgerufen durch übermäßiges Wachstum einer Pilzart, im Normalfall Candida albicans. Pilze sind im Vaginalmilieu natürlicherweise vorhanden. Zu unkontrolliertem Wachstum kommt es erst durch bestimmte Voraussetzungen wie geschwächtes Immunsystem, Fehler in der Intimhygiene, Pille mit hohem Östrogenanteil, Einnahme von Antibiotika, Schwangerschaft, Stress, luftundurchlässige, synthetische Kleidung usw.

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Welche Anzeichen deuten auf eine Erkrankung hin? Rötung, Jucken und Brennen der Vulva und der Scheide, Schmerzen beim Wasserlassen und beim Geschlechtsverkehr, weißer, bröckeliger, geruchsneutraler Ausfluss. Eine Pilzinfektion entsteht im Normalfall nicht durch Übertragung, sondern durch ein gestörtes Gleichgewicht im natürlichen Milieu der Scheide, hervorgerufen durch äußere Einflüsse. Im Unterschied dazu wird die sogenannte Vaginose durch Bakterien hervorgerufen, es kommt zu gräulich-gelblichem Ausfluss mit unangenehmem, fischigem Geruch. Diese Symptome müssen mit Antibiotika behandelt werden, da die Bakterien sonst aufsteigen und zu gynäkologischen Entzündungen führen können.

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Wie wird eine Pilzinfektion behandelt? Am häufigsten werden Vaginaltabletten zum Einführen und Antipilzcremes verschrieben, die auf dem gesamten äußeren Bereich von der Vagina bis zum After aufgetragen werden. So soll das natürliche Milieu in der Scheide wiederhergestellt werden.

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Gibt es auch alternative Wege der Behandlung? In der Scheide herrscht ein saures Klima, das durch Milchsäurebakterien unterstützt wird. Daher empfehlen manche Ärzte Joghurt, das mit einem Tampon oder mit dem Finger in die Scheide eingeführt wird. Allerdings könnten so auch krank machende Keime in die Vagina gelangen. Besser sind Vaginalzäpfchen mit Milchsäurebakterien. Eine Diät ohne Zucker und Weizen, die das Wachstum der Pilzsporen im Darm und damit eine Übertragung verhindern soll, ist umstritten, da eine Wirkung nicht nachgewiesen ist.

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Ist Scheidenpilz eine Geschlechtskrankheit? Nein, allerdings ist eine Ansteckung über Geschlechtsverkehr möglich. Es ist daher wichtig, dass der Partner mitbehandelt wird, auch wenn er keine akuten Symptome zeigt, da sich bei Männern ein Pilz weniger leicht ansiedeln kann. Ein unerwünschter Pingpongeffekt könnte aber die Folge sein.

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Wie kann ich vorsorgen? Regelmäßige, vorbeugende Einführung von Zäpfchen mit Milchsäurebakterien - am besten an den Tagen nach der Regel; Waschlotion mit Milchsäure verwenden; Vermeidung von Intimsprays; keine luftdichten Slipeinlagen; Baumwollunterwäsche; eigenes Handtuch für den Intimbereich; auf der Toilette von vorn nach hinten wischen, sonst können Pilzsporen vom Darm in die Scheide gelangen.

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Ist eine Infektion in der Schwangerschaft gefährlich? Nein, auf das Ungeborene hat das keine Auswirkung. Allerdings muss die Infektion trotzdem behandelt werden, da bei der Geburt das Risiko einer Übertragung des Pilzes auf das Baby besteht. Milchsäurezäpfchen können ohne Bedenken auch während der Schwangerschaft eingesetzt werden.