Ressort
Du befindest dich hier:

Weg mit dem Pilz!

Fast jede Frau leidet zumindest 1x unter Scheidenpilz. Wie die Vaginal-Infektion entsteht, wie man sie behandelt – und dem Scheidenpilz vorbeugt.

von

Weg mit dem Pilz!
© istockphoto.com

Es juckt im Schritt, der Ausfluss ist weiß-bröckelig, die Vagina gerötet – eindeutige Diagnose: Scheidenpilz. Fast jede Frau kennt diese Symptome, viele leiden regelmäßig darunter. So ein Pilz ist zwar nicht nachhaltig schädlich, doch er ist unangenehm und man fühlt sich unsauber. Die gute Nachricht: Man kann ihn loswerden. Wie das geht, haben wir Gynäkologin Eva Lehner-Rothe gefragt.

Ursache

Mieses Klima. Schuld am Pilz ist der falsche pH-Wert in der Scheide. Der ist an sich leicht sauer. Kippt er ins Basische, können Pilzsporen, die ein natürlicher Bestandteil der Vaginalflora sind, überhandnehmen. Dr. Lehner-Rothe betont: "So eine Infektion ist unangenehm, jedoch an sich nicht gefährlich. Man muss aber sichergehen, dass es ein Pilz ist und keine bakterielle Vaginose. Im Zweifelsfall sollte man das immer vom Arzt abklären lassen." Der Unterschied: Ein Pilz ist weiß-bröckelig und riecht eher neutral. Bei einer bakteriellen Infektion wird der Ausfluss gelblich-grünlich und riecht unangenehm fischig. Achtung: Eine Vaginose kann bis zur Unfruchtbarkeit führen, deshalb unbedingt behandeln! Die Ursache für das Kippen des Vaginalklimas liegt im Darm, denn in der Scheide lebt dasselbe Mikrobiom wie im Verdauungstrakt. Ist dort die Bakterienflora durch falsche Ernährung oder Stress durcheinander, ist die Pilzinfektion vorprogrammiert. Diese relativ neue Erkenntnis hat sich aber noch nicht so recht durchgesetzt, deshalb bringt man den Pilz damit meist gar nicht in Zusammenhang. Eine weitere Ursache sind hormonelle Schwankungen in den Tagen vor der Regel.

Behandlung

Sanieren. Behandeln kann man lokal oder systemisch. Lokal helfen Scheidenspülungen, die den Pilz auswaschen, Zäpfchen mit Milchsäurebakterien, Cremen und sogenannte Antimykotika, die zwar die Pilzsporen töten, aber die guten Bakterien überleben lassen. Alle diese Arzneimittel müssen vom Arzt verschrieben werden. Wichtig ist auch eine Behandlung des Partners, sonst kann es zum Ping-Pong-Effekt kommen. Achtung: "Antibiotika sind kontraproduktiv!", betont Lehner-Rothe. "Sie töten nur die Bakterien, wirken aber nicht gegen den Pilz. Meist wird dadurch alles eher schlimmer." Will man das Problem nachhaltig loswerden, führt der Weg über die Ernährung. "Man hat festgestellt, dass eine Darmsanierung sich auch auf den Pilz direkt auswirkt", weiß die Expertin. "Reduziere Zucker und verzichte auf verarbeitete Produkte. Iss Ballaststoffe." Eine Darmkur, z. B. mit Florea-Kapseln (in der Apotheke), stellt das richtige Mikroklima wieder her.

Vorbeugen

Schützen. Bist du anfällig, kannst du das Vaginalmilieu auch vorbeugend positiv beeinflussen. Spezielle Waschlotions mit Milchsäure helfen, den pH-Wert stabil zu halten. Ist die Scheide zu trocken, gibt es Cremes. Ein wichtiger Ansatzpunkt, der allerdings noch sehr wenig bekannt ist, sind Tampons und Binden. Denn diese werden mit Chemikalien saugfähiger gemacht. Die Substanzen schwächen aber das Mikroklima und gehen in den Organismus über. Setze deshalb, wenn du empfindlich bist, unbedingt auf Bio-Produkte aus Baumwolle. Eine tolle Alternative ist die Menstruationskappe. Sie ist aus medizinischem Silikon, gibt keine Schadstoffe an die Schleimhäute ab, trocknet nicht aus und spart, da man sie mehrere Jahre verwenden kann, auch noch viel Geld.