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Scheidung: Kann mich der Ex zwingen, den Namen zu ändern?

Kann der Ex mich nach der Scheidung zwingen, meinen Namen wieder zu ändern? Wie sollen die Kinder künftig heißen? Rechtsanwältin Carmen Thornton rät.

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Scheidung: Kann mich der Ex zwingen, den Namen zu ändern?
© Photo by Alexa Mazzarello on Unsplash

Nach einer Scheidung möchten beide Partner oft einen endgültigen Schlussstrich ziehen und so wenig wie möglich an ihren Ex erinnert werden. Dabei kommt es immer wieder zu Streitigkeiten, welchen Namen die Partner und die gemeinsamen Kinder nach der Scheidung führen werden.

Grundsätzlich behalten sowohl die Ehepartner als auch die gemeinsamen Kinder nach der Scheidung ihre Namen.

Viele Frauen wollen nach der Scheidung den Namen behalten – meist wegen der Kinder

Manchmal verlangt der Mann, dass seine Ex-Frau, die bei der Hochzeit seinen Namen angenommen hat, nach der Scheidung ihren Mädchennamen wieder annimmt. Viele Frauen sind dazu aber nicht bereit, sondern möchten ihren Namen behalten, etwa aus beruflichen Gründen oder weil sie weiterhin denselben Namen führen möchten wie ihre Kinder.

WOMAN-Expertin: Rechtsanwältin Carmen Thornton (thornton-law.at)

Keine Sorge: Niemand kann seinen Ex-Partner dazu zwingen, nach der Scheidung seinen früheren Namen wieder anzunehmen. Frauen, die bei der Hochzeit den Namen ihres Mannes angenommen haben, können diesen Namen auch nach der Scheidung weiterführen (auch in einer neuen Ehe und sogar gemeinsam mit dem neuen Ehepartner).

Umgekehrt steht es natürlich jeder Frau frei, nach der Scheidung freiwillig ihren Mädchennamen wieder anzunehmen. Wenn die Frau während der Ehe einen Doppelnamen geführt hat, kann sie den Namensteil ihres Mannes auch wieder zurücklegen. Da die Kinder nach der Scheidung ihren Namen behalten, kann dies aber dazu führen, dass die Kinder einen anderen Familiennamen haben als sie.

Namensänderung der Kinder: Bei gemeinsamer Obsorge ist die Zustimmung des Vaters nötig

Wenn die Mutter weiterhin so heißen möchte wie ihre Kinder, muss sie auch für ihre Kinder eine Namensänderung beantragen. Bei gemeinsamer Obsorge ist dazu aber die Zustimmung des Vaters notwendig. In Streitfällen könnte man auch einen Antrag bei Gericht stellen.

Leichter haben es Mütter, denen bei der Scheidung die alleinige Obsorge zugesprochen wurde. Sie können auch ohne Zustimmung ihres Ex-Mannes eine Namensänderung beantragen, müssen den Vater ihrer Kinder aber vorher davon informieren. Sobald das Kind 14 Jahre alt ist, darf es selbst entscheiden, welchen Namen es führen möchte.

Über die Autorin: Mag. Carmen Thornton ist selbständige Rechtsanwältin in Wien. Ihre Kanzlei Thornton-Law.at ist spezialisiert auf Scheidungen, Obsorge und Unterhaltsverfahren. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Thema: Scheidung